CSD Hamburg: Keine Provokation!

30 Jul

Nachdem Schwule in Hamburg-St. Georg von Migranten bedroht und verprügelt wurden, öffentlich gelebte Homosexualität durch einen Sprecher der Hamburger Centrum-Moschee zum Straftatbestand laut Scharia erklärt wurde und Elmar Kraushaar eben diese Entwicklung in der taz beschönigte, berichtet die taz jetzt über eine Diskussion um die Route der Hamburger CSD-Parade. Eigentlich weiß die taz schon wieder nicht, warum die Schwulen da überhaupt drüber diskutieren, schließlich ist es

möglich, durch den Hamburger Stadtteil St. Georg zu gehen, und einem fällt überhaupt nichts auf. Die Schwulen sitzen in den Cafés in der Langen Reihe, im Bahnhofsviertel stehen die Prostituierten in den Hauseingängen, in den Seitenstraßen haben die türkischen Friseure und die türkischen Gemüseläden geöffnet, und wenn es Freitag ist, gehen die türkischen Männer zum Freitagsgebet in die Centrummoschee mit ihren kleinen Minaretten.

Andererseits kommt mittlerweile offenbar nicht mal die multikultiverliebte taz drumherum, auch das hier zu berichten:

„Jedes Mal, wenn ich an Migranten vorbeilaufe, haben die ein Kratzen im Hals und müssen ausspucken“, sagt Thorsten Petersen, der anders heißt, denn er will sich schützen. Thorsten lebt in St. Georg, und man sieht ihm an, dass er schwul ist. Zumindest sehen es die türkischen Jungs, die vor ihm ausspucken. „Die haben da einen unglaublich feinen Riecher“, sagt Thorsten und lacht, aber sein Lachen klingt nicht lustig, sondern bitter.

Viele Freunde von ihm, sagt Thorsten, hätten keine Lust mehr, sie überlegten sich wegzugehen aus St. Georg. Es reiche schon, dem Falschen in die Augen zu schauen, nur ganz kurz, schon heiße es „du schwule Sau“. In den Lederclub auf St. Georg, den Thorsten besucht, würden sich viele nicht mehr in ihrem normalen Outfit trauen, sagt er. Zu oft sei es passiert, dass sie in der Seitenstraße abgefangen wurden, immer seien es Jungsgangs gewesen, türkische Jungsgangs, und es sei immer dasselbe Ritual: Was macht ihr hier, das ist unser Viertel, Geld her.

Manche Lederclubbesucher ziehen sich inzwischen Jogginghosen über ihre gebleichten Domestos-Jeans.

Und lassen die Pistole, offenbar anders als bisher, eher mal in der Tasche:

„Alle zeigen mit dem Finger auf uns, warum?“, sagt ein Moscheebesucher, der namentlich nicht genannt werden will. Die Schwulenaktivisten hätten ihnen die „Pistole an den Kopf gesetzt“, sagt der Mann. „Da konnten wir nicht mehr mitmachen. Wir mussten ein Zeichen setzen.“

Ein Zeichen zu setzen, das haben sich offenbar auch schwule Aktivisten in Hamburg vorgenommen und daher eine neue Route für die Parade vorgeschlagen:

Statt wie bisher über nur die Lange Reihe zu ziehen, wo die Schwulen ein Heimspiel haben, sollte die Parade diesmal auch über den Steindamm gehen, die Hochburg der Moscheenszene. „Es ist wichtig, dass wir uns jetzt da zeigen“, sagt ein Schwulenaktivist.

Der Verein Hamburg Pride, der den Christopher Street Day und die Parade organisiert, hat sich allerdings dagegen entschieden, jetzt werden auf dem Steindamm lediglich Flugblätter verteilt – auch in türkischer Sprache. „Wir haben Angst, dass das als Provokation gesehen wird“, sagt Mark T. Jones, der Sprecher des Vereins. Zunächst setze der Verein auf Dialog…

Dumm nur, dass eben der längst gescheitert ist. Abgebrochen von Seiten der beteiligten Moslems, mit der Begründung, zwei händchenhaltende Männer in Sichtweite einer Moschee seien schon zuviel der Provokation gewesen. Außerdem sei Homosexualität laut Koran nun mal verboten, da gebe es nichts zu diskutieren. Stellt sich die Frage, wann Hamburger Moslems auf die Idee kommen, jede öffentliche CSD-Parade in Hamburg für eine Provokation zu halten und daher ihr Verbot fordern oder gleich handgreiflich werden.

By the way: Man will mit einem CSD nicht provozieren? Wenn die Transen 1969 so rücksichtsvoll gewesen wären, hätte es damals wohl kein riot gegeben und vielleicht bis heute keinen CSD.

Mark Jones übrigens versteht die ganze Diskussion nicht. Ihm sei bisher noch nichts passiert. Welche Gründe das haben könnte? Jones zeigt sich ratlos:

ich weiß nicht, vielleicht liegt es ja an meiner Größe.

Jones ist 1,97 Meter groß, aber ähnlich äußern sich auch Schwule mit eher durchschnittlichen Maßen. „Ich lebe in einem schwulen Wohnprojekt mitten in St. Georgs ’no-go-area'“, heißt es in einem Leserbrief, der im Schwulenmagazin Hinnerk abgedruckt wurde. „Wir leben in guter Nachbarschaft und haben noch keine Belästigung erlebt.“

Na dann können wir ja die Hände in den Schoß legen. Handlungsbedarf besteht nach dieser Logik wohl erst, wenn jeder Schwule in St. Georg wenigstens einmal von Migranten bedroht und verprügelt worden ist.

20 Antworten zu “CSD Hamburg: Keine Provokation!”

  1. rom 31. Juli 2007 um 00:40 #

    Ich hab’s euch ja gesagt: der Islam verlangt, als einzige Religion der Welt, die Ermordung von Lesben und Schwulen.

    Daran gibt es nicht zu deuteln. Das steht klipp und klar in ihren „heiligen Schriften“.

    „Siehst du zwei die die Sünde von Luth (gemeint ist der biblische Lot) begehen, töte beide, den der es tut und den dem es getan wird (schwuler Sex ist gemeint). Mohammed von Mekka.

    Allerdings, um seine homosexuellen Wüstenkrieger nicht ganz zu vergraulen, ist kosmischer schwuler Sex im Jannah (muslimisches Paradies) dann wiederum erlaubt, denn der KOran verspricht (neben den 72 mandeläugigen Huris für Heteros):
    .“…28 Jünglinge schöner als Perlen……“

    Diesen muslimischen JungXXXXX [wegen beleidigendem Inhalt unkenntlich gemacht. Admin.] wird das zuhause und in der Moschee vermittelt. Kein Wunder also, dass sie glauben Schwulen wäre vogelfrei!rom

  2. tee 31. Juli 2007 um 02:37 #

    migranten, türken, moslems …

    gibt es da eigentlich unterschiede? ein schelm, wer an rassismus denkt …

  3. Damien 31. Juli 2007 um 08:58 #

    @ tee: Welche Bezeichnungen bevorzugst Du denn für Menschen, die eingewandert sind, aus der Türkei kommen und dem islamischen Glauben angehören? Wieso soll jetzt schon die Verwendung dieser Begriffe rassistisch sein? Wenigstens einen Beleg für Deinen kaum verklausulierten Vorwurf hättest Du Dir schon ausdenken können. Oder bist Du so ein ganz Postmoderner, der jeden Begriff schon für gewalttätig hält, weil er Menschen über eine Eigenschaft beschreibt? Dann lohnt sich keine Diskussion.
    Oder willst Du darauf hinaus, dass nicht alle Migranten Türken, nicht alle Türken Moslems sind? Geschenkt. Aber dass wir nicht von Migranten aus Schweden oder Korea sprechen, ist Dir ja auch klar. Und wo haben wir überhaupt von „Türken“ gesprochen? So ganz aus dem Zusammenhang darüber zu sprechen, halte ich nicht für zielführend.

  4. tee 31. Juli 2007 um 18:53 #

    dass DU(oder ihr) nicht von migranten aus schweden oder korea sprichst (sprechen), ist klar. genau das ist doch dieses rassistische element, wenn sogar schon jede/r voraussetzen soll, dass es sich bei den bezeichneten migranten um muslime handelt.

    Und wo haben wir überhaupt von “Türken” gesprochen?

    ihr habt es zitiert …

    gerade der letzte satz ist einfach billige ausländerhetze, mit denen jede rassistische bürgerinitiative dann gegen ausländer in ihrem viertel argumentiert. eben weil keinen deut differenziert wird. da werden alle moslems mit homophoben moslems gleichgesetzt und diese moslems dann mit allen migranten. fertig ist das schüren von ausländerhass. so einfach funktioniert es manchmal.
    wozu auch die mühe machen, ne?!

    und rom, du kannst scheinbar auch nicht mehr als gegen muslime hetzen, wenn du so einen kack schreibst:

    Ich hab’s euch ja gesagt: der Islam verlangt, als einzige Religion der Welt, die Ermordung von Lesben und Schwulen.

    Daran gibt es nicht zu deuteln. Das steht klipp und klar in ihren “heiligen Schriften”.

    du führst als beleg, der islam sei die EINZIGE religion die dies tut, an, dass es in ihren schriften steht.
    das stand auch schon in christlichen schriften, du windei!
    da könnte ich ja nun glatt behaupten, das christentum wäre die EINZIGE religion der welt, die die ermordung von lesben und schwulen fordert. weil es ja in ihren schriften steht.
    (ja, ich bin mir des quantitativen unterschieds schon bewusst, nur wird hier ganz einfach total verquer argumentiert und gehetzt)

    nachdenken!

  5. tee 31. Juli 2007 um 18:56 #

    ps: oder steht in den besagten schriften tatsächlich, dass der islam die einzige diesbezüglich sei? den beleg würde ich doch gern mal sehen …

  6. Damien 31. Juli 2007 um 22:25 #

    Was ist rassistisch daran, wenn ich davon ausgehe, dass meine Leser wissen, was ich meine, wenn ich von Jugendlichen mit Migrationshintergrund spreche, nämlich dass es sich in der Regel um einen arabisch-türkischen Migrationshintergrund handelt und um den Islam, wenn dabei eine Religion im Spiel ist? Das hast Du immer noch nicht BEGRÜNDET, nur behauptet.
    Wenn ich etwas zitiere, mache ich mir jeden Satz zu eigen? So ein Quatsch: Ich stehe zu dem, was ich schreibe, aber doch nicht zu jedem Satz, den ich zitiere.
    Wieso ist der letzte Satz billige Ausländerhetze? Nochmal zur Erinnerung, er lautet: „Handlungsbedarf besteht nach dieser Logik wohl erst, wenn jeder Schwule in St. Georg wenigstens einmal von Migranten bedroht und verprügelt worden ist.“ Ich argumentiere weder gegen Ausländer in meinem Kiez noch schüre ich Ausländerhass. Ich will aber hier und anderswo lang laufen können, ohne angepöbelt, bespuckt und angegriffen zu werden. Und ich will, dass andere Schwule das auch können, egal ob sie Deutsche oder Migranten sind. Und ich will diese Angriffe kritisieren können, egal von wem sie ausgehen, ohne dafür als Rassist denunziert zu werden. Ist der Antirassismus so auf den Hund gekommen, dass er das Benennen von Homophobie bei Menschen mit Migrationshintergrund als Rassismus verfälschen muss?

  7. tee 2. August 2007 um 01:00 #

    höh?
    du kannst diese angriffe doch ruhig kritisieren, wäre schlimm, wenn ich dir das absprechen würde. ich mein enur, dass es in eine ausländerfeindliche richtung geht, wenn pauschal von migranten gesprochen als täter gesprochen wird. wenn deutsche jugendliche (also mit deutschen eltern und grosseltern) homosexuelle angreifen, wird in den seltensten fällen mit religion argumentiert, weil die jugendlichen in den seltensten fällen so religiös sind, wie es ihre (gross)eltern waren. bei den deutschen moslems sind zugegebenermassen die jugendlichen etwas religiöser, doch ist es fast mehr eine frage der patriarchalen, heteronormativen kultur der ehre und familie (am besten alles in anführungszeichen), als der religion. klar spielt die religion eine viel grössere rolle bei der homophobie als bei deutschen christen, nur eben nicht gänzlich.
    wie du ja schon schriebst, hat auch der islam diesbezüglich etwas optimismus verdient.

    lass uns das lieber abschliessen, bevor wir uns in unseren positionen noch mehr verhärten. ich meine halt, dass gerade im bezug auf den islam als neues westliches feindbild nach dem kommunismus etwas mehr differenziert werden sollte, da es sonst (und leider erkenne ich hier ansätze) in eine rassistische und fremdenfeindliche richtung geht.

    ach ja:

    Was ist rassistisch daran, wenn ich davon ausgehe, dass meine Leser wissen, was ich meine, wenn ich von Jugendlichen mit Migrationshintergrund spreche, nämlich dass es sich in der Regel um einen arabisch-türkischen Migrationshintergrund handelt und um den Islam, wenn dabei eine Religion im Spiel ist? Das hast Du immer noch nicht BEGRÜNDET, nur behauptet.

    wenn du deinen leser/innen diese zuschreibung schon unterstellst (nämlich dass bei jugendlichen mit migrationshintergrund immer eine religion im spiel ist und die nur der islam sein kann), dann ist es rassistisch. das fehlende moment der differenzierung ist ist doch das rassistische. bestimmte eigenschaften (migrationshintergrund) genügen um vielfältige aussagen über menschen zu treffen, die aber ersteinmal unterstellt sind. das wäre hier die arabische/türkische herkunft hin zur religion des islam und von dort evt. weiter zu pauschalen unterstellung der homophobie.
    solche (vor)urteile über bestimmte gruppen von menschen haben noch nie weiter geholfen, hass und gewalt abzubauen, im gegenteil. das problem ist und bleibt wohl das unvermögen oder der unwillen zur differenzierung …

  8. Damien 2. August 2007 um 08:36 #

    Mann! Da steht „wenn dabei eine Religion im Spiel ist“ – nicht „da dabei immer eine Religion im Spiel ist“. Ich finde Deine Rassismusdefinition im Übrigen völlig absurd. „Das fehlende Moment der Differenzierung“ – wenn ich das schon höre. Ich behaupte weder, dass das Verhalten von antischwulen Gewalttätern unveränderlich ist, noch dass jeder moslemische Migrant aus dem türkisch-arabischen Raum Schwule angreift. Tatsache ist aber doch, jenseits aller postmodernen Vernebelung, dass die Angriffe existieren und dass die Multikultieuphorie der 70er verflogen ist, seit deutlich geworden ist, dass es Menschen gibt, die die Werte der Aufklärung hier praktisch dementieren.

  9. tee 2. August 2007 um 11:33 #

    japp.

  10. thomas 3. August 2007 um 08:19 #

    Es ist schon ein befremdlicher Diskurs, den man hier zu lesen bekommt:
    Da wird über irgendwelche Befindlichkeiten debattiert, statt darüber, wieso es nicht möglich ist, einfach BÜRGERRECHTE durchzusetzen. Eine Demo, die sich – in dem Moment, wo es nach langen Jahren einmal politisch wird, den Schwanz einzieht, um nur nicht zu provizieren… lachhaft.
    richtig wäre es, wenn diese Demo zunächst an der genauso schwulenfeindlichen katholischen Bischofskirche an der danziger Strasse ziehen würde und dann über den Steindamm. JEDE Art von Bevormundung von Meinungen und Lebensformen ist zu bekämpfen, egal, von welcher Seite sie auch kommt.

  11. Queerr 3. August 2007 um 15:11 #

    Ich schliesse mich Thomas an und möchte ebenfalls die BÜRGERRECHTE
    über alles andere (Religionsfreiheit) stellen.
    Ich wäre gerne sowohl an der katholischen Kirche als auch an der Moschee
    entlang demonstriert. Ich als Frau muss mir ja auch die verschleierten Frauen der islamischen Glaubensrichtung anschauen, wenn ich ihnen begne. Ob sie mir nun gefallen oder nicht!!
    Und bei den Katholiken muss ich mir deren Diskriminierungen gegenüber uns Frauen gefallen lassen!!
    Wir dürfen uns hier in diesem einigermassen liberalen Land nicht das Altertum wieder überstülpen lassen. Dagegen gilt´s : sich wehren!!

  12. tee 3. August 2007 um 21:10 #

    Ob sie mir nun gefallen oder nicht!!

    und ich muss mir frauen in miniröcken des westlichen sexismus anschauen. na und? solange niemand dazu gezwungen wird, ist das dein ästhetisches problem. sonst müssten sich homosexuelle ja auch dem normalbild auf deutschen strassen anpassen und nicht mehr händchenhalten oder schlimmeres. nur weil sie dem homophoben pöbel nicht gefallen!!

    und was die bürgerrechte wirklich wert sind, ist ’ne andere frage …
    (und mensch sollte sie lieber nicht zu hoch halten, so gelten hiesige bürgerrechte bspw. auch kaum für geduldete, die oftmals wegen ihrer sexualität in ihrem heimatland verfolgt wurden und sich hierher flüchteten. ebenso bewahren bürgerrechte wohl kaum vor dem zwang, ein kopftuch tragen zu müssen. dagegen verbieten sie einigen sogar, es freiwillig zu tragen)

    gut, war doch keine andere frage. soll thomas doch mal sagen, was das durchsetzen der bürgerrechte konkret bringen soll und wie dies seiner meinung nach geschehen soll. tät mich interessieren …

  13. Zoe Delay 5. August 2007 um 20:55 #

    Nun dikriminierung gibt es immer mal wieder. Samstag ist es uns auch wieder geschehen, aber der junge wurde ganz schnell leise als es merkte, es mit vier größeren transen zu tun zu haben. Erst als wir wieder ausser „Schlagdistanz“ waren fing er wieder an..
    wen juckts

  14. fragender 7. August 2007 um 14:16 #

    Die CSD war einmal eine Demonstration gegen die Diskriminierung Homosexueller, die in St. Georg offenbar wieder an der Tagesordnung ist

    Ist es nicht merkwürdig, dass sich deutsche Schwule in Moskau und Warschau für die Rechte der Homosexuellen verprügeln lassen und in Hamburg verzichtet die Schwulen-Szene darauf, Flagge zu zeigen?

  15. aylin 26. August 2007 um 14:09 #

    Als eine türkische Lesbe muss ich ja leider wieder betonen , dass ein gr0ßer Teil der türkischen Bevölkerung sicherlich was gegen Homosexualität hat .Aber die Religion hat damit nichts zu tun ,weil nur ein dummer , unausgebildeter Imam in Hamburg behauptet ,dass in Kuran Homosexulle verdammt sind . Jedoch kann man auch nicht vorwerfen, dass alle Türken gegen Homosexualität sind . In großen Städten der Türkei leben viele moderne Familien , die mit ihren homosexuellen Kindern und Angehörigen gut klar kommen. Das alles hat nichts mit einer bestimmten Rasse und Religion was zu tun. Es hat nur was mit Ausbildung zu tun .
    Komischerweise ist Homosexualität unter Männern in der Türkei unglaublich viel verbreitet . Möglicherweise diejenige gewalttätigen Türken haben irgendwie homosexuelle Begierden und wissen leider nicht , wie die damit umgehen können. Sollen wir diese Menschen deswegen von der Gesellschaft ausschließen und die einfach so hassen ???
    Man muss mit der neuen Generation anfangen und diesen Menschen mit guter Ausbildung Respekt und Toleranz beibringen . Hassen und einfach Diskriminierung kann doch jeder !
    Ich bin mir sicher , dass in der Zukunft alles anders wird.

  16. Angelika Hassani 26. August 2007 um 16:16 #

    Einseitige pauschale Äußerungen und Lösungsversuche helfen in keinster Weise. Dazu gehören nicht nur Äußerungen wie: an allem sind die Religionen schuld, sondern genauso die Äußerung von Aylin „Religion hat nichts damit zu tun“. Religion ist immer das was Menschen daraus machen und die Religiosität, religiöses Denken und Praktizieren von Menschen im weitesten Sinne wird beeinflusst von Ihrem persönlichen Erfahrungs- und Wissenshorizont, sowie umgekehrt religiöse Erfahrungen und Denken den eigenen Umgang und das Verhältnis zu Sexualität, Erotik, Liebe und vielen anderen wichtigen individuellen und gesellschaftlichen Bereichen beeinflussen. Es ist also ein kompliziertes Gemenge aus verschiedenen Faktoren. Homophobie, Rassismus, Antisemitismus….haben Ihren Platz mitten in der Gesellschaft.
    Zitat aus einem Artikel von Dr. Heiner Bielefeldt (Leiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte) in der April Ausgabe der Zeitschrift respekt (LSVD) zu Zwangsverheiratung, Homophobie und „Geschlechterehre“:
    „Auch wenn repressive Geschlechterklischees ihre massivsten Ausprägungen derzeit in bestimm¬ten Migrantenmilieus finden dürften, wäre es sach¬lich und politisch falsch, das Problem ausschlie߬lich in der Migrationsbevölkerung zu verorten. Für eine solche Verkürzung gibt es zahlreiche Beispiele – man denke nur an den baden-württembergischen Fragebogen für Einbürgerungswillige, der im ver¬gangenen Jahr für heftige Auseinandersetzungen sorgte. Zwar mag man es begrüßen, dass das Stuttgarter Innenministerium darin die Akzeptanz homosexueller Lebensformen zu einem Kriterium staatsbürgerlicher Integrationsfähigkeit erhoben hat. Das Projekt war allerdings von vornherein nicht ganz ehrlich. Die aktuelle Kontroverse um das Familienbild sowie die in einigen Medien jüngst losgetretene Kampagne gegen Gender Mainstreaming zeigen jedenfalls überdeut¬lich, mit welcher Obsession sich auch große Teile der Mehrheitsgesellschaft an stereotypen Geschlechterrollen festklammern…… Dabei muss stets klar sein, dass Zwangsverheiratung lediglich die sprichwörtliche Spitze eines Eisbergs darstellt, dessen Basis in der Mitte der Gesellschaft ruht..“ http://typo3.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/News/respekt0704.pdf
    Dies bedeutet jedoch gerade nicht, dass Gespräche, Dialoge nicht mehr zielgruppengerichtet und konkret vor Ort (wie es in Hamburg versucht wurde und weiter versucht wird) geführt werden müssen. Es bedeutet aber dass alle Seiten sich offen und selbstkritisch einbringen und sich bewusst sind, dass Rassismus Homophobie nicht beseitigt, sondern verstärkt und dass allen die gleichen Muster zugrunde liegen, bis hin zum Sexismus und natürlich dem Antisemitismus. Besonders Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender mit verschiedenen migrantischen Hintergründen erleben Rassismus und Sexismus auch aus und in einer hiesigen LGBTIQ-Community und sind deswegen in besonderer Weise Mehrfachdiskriminierungen ausgesetzt. Wichtig und beispielhaft finde ich deswegen die Arbeit von Organisationen und Initiativen wie Al-Fatiha, Imaan, Safra-Project, GLAS, Queer Djihad, und hier in Deutschland zum Beispiel Lesmigras und Gladt e.V. Seit Oktober 2005 versucht eine kleine Gruppe zuerst unter dem Namen Hatun, mittlerweile als Queer Muslime Hamburg nach diesen Vorbildern und den eigenen Erfahrungen hier vor Ort eine ähnliche Organisation aufzubauen. In der kurzen Zeit seit 2005 gibt es einiges an positiver Resonanz von migrantischen und muslimischen Menschen, darunter auch aus Verbänden und Organisationen. Auffällig ist das besonders Frauen die größte Offenheit zeigen….für mich ein weiterer Hinweis darauf das es keine wesentlichen Unterschiede gibt in den Ursachen und Wirkungsweisen von Homophobie bei Menschen mit Migrationshintergrund zu anderen und unabhängig von der Religion.
    Angelika Hassani, Queer Muslime Hamburg, Mail: azhassani@hotmail.de mobil: 0176/67798917

  17. ENDER 21. Juli 2008 um 16:32 #

    leider wird hier bei der ganzen diskriminierung uns ausgrenzung und trennungsverfahren von mehr oder minder menschen vergessen das diese übergriffe nicht nur den DEUTSCHEN passiert sondern auch den migranten selbst!
    ich bezeichne dieses eher als homophobie!
    und es sind nicht nur die muslime auch die christen und ortodoxen sind hier keinesfalls besser.
    beispiel yugoslave und russe und pole wollen türken iraner und araber verprügeln!
    aber da sagen die leute hier bestimmt wieder… ach das dreckige pack unter sich, sollen sie sich doch gegenseitig fertig machen….
    sowas gehört eh nicht nach deutschland! 😉
    nicht wahr????!!!!

  18. Mohammed 22. Juli 2008 um 23:54 #

    Ob „ihr“ über Muslimen/Migranten oder nicht spricht, ist Nebensache. Worüber ihr nicht spricht ist das größere Problem und die die tatsächliche Provokation.

    Tatsache, Schwule aus der Fetischisten-Szene in den einschlägigen Lokalen (Male/Tom’s Saloon am kleinen Pulverteich) haben immer wieder türkische und/oder nahöstlich aussehende Männer physisch und verbal angemacht, ihnen eindeutige Angebote gemacht und bei Verneinung kam es immer wieder zu rassistischen und völkischen Aussagen seitens der homosexuellen Männer.

    Die verbalen Attacken am Pulverteich sind nicht umsonst passiert oder aus dem Nichts aufgetaucht. Mehr dazu am Ende dieser Nachricht.

    Als arabischer Queer kann ich einen Lied davon singen!!

    Eine Auswahl der Aussagen der möchtegern emanzipierten Schwuppen die mich direkt betrafen, ob in Kneipen, Diskos oder Online. (Hinweis; ich war zum Zeitpunkt der Aussagen NICHT in Toms und habe in keinster Weise sexuelle Begegnungen gesucht oder angeboten! In meinem virtuellen Profil stand klar und genau dass ich Freunde und Chat suche und keine One Night Stands. Als ob ihr Freundschaft ausserhalb eines Fickkontexts schätzt oder euch das vorstellen könnt! Ja, ich bin angepisst!!!)

    „Ihr Scheißmuslime seid alle gleich!“ (Nach dem ich den Herren GEBETEN habe mir keine Schwanzpix mehr zu senden)

    „Warum bist Du auf Gaydar wenn du dich nicht ficken lassen willst!“

    „Fick mich Araber!“ (Nachdem der Idiot mich mit einem Freund Arabisch sprechen hörte während eine Veranstaltung zum CSD!)

    „Ich stehe auf Südländer/Muslime und will von ihnen durchgenommen werden. Kannst Du deine Kumpels dazu holen?“ (Online)

    „Wo finde ich geile Türken die mich poppen und vollspritzen wollen? Ich machs ohne Kondom (sic).“ (Telefonat nach der Gründung einer Schwule Ausländer Gruppe)

    Es sind noch einige aus Lager. Wer sich daran ergötzen will, nur bescheid geben.

    Da ich einige Male eure neo-liberalistische Seite gelesen und mittlerweile meinen Würgreflex unter Kontrolle habe, hier einige Erklärung warum die vorher getätigten Aussagen nicht Kosher sind:

    a) Sowas wie eine islamische Welt gibt es nicht! „Wir“, wenn überhaupt von einem Plural gesprochen werden kann, sind unterschiedlich und haben teilweise wenige gemeinsame Nenner. Die Bezeichnung „Islamiche Welt“ verdanken wir EUCH (Weiße, Kolonialherren, Europäer, Nachfolger dessen usw)! Na tut es weh wenn ich „euch“ sage?

    b) Ein menschlicher Fetischismus mag in den meisten Fällen ein teil der sexuellen Identität sein. Jedoch wenn eine Gemeinschaft, Gruppe oder Ethnie ein fixer Bestandteil eines Fetisch wird (Fetischisiert), ist es ein äußert problematischer und erniedrigende Lebenseinstellung/Beziehungsart des (meist) weißen Powerplayer gegenüber sein „Partner“.

    Wenn beide damit einverstanden sind, ist nichts einzuwenden. Wenn es ausschließlich nur ein Ausleben einer Fantasie ist, ohne Rücksicht auf die Gefühle, Herkunft, Kultur des Anderen.. tja…

    Bevor ihr mit dem Vorwurf des Elitismus und positiven Rassismus herkommt, nein ein Schwarzer oder Araber sind nicht dumm dass sie dieses Kraftakt der sexuellen Denominierung nicht durchschauen. Jedoch in den meisten Fällen begegnen sie euch mit offenen menschlichen Bedürfnissen, die ihr aus euren Kulturen nicht kennen und ihnen mit einem einfachen Fick begegnet.

    c) der Islam ist eine Religion, Philosophie, und für Orthodoxe auch eine Lebenseinstellung und Lebensart. Jedoch ist diese Religion keine Ethnie. Man wird NICHT als Muslim geboren mit eine genetischen Prädisposition (Neigung) zur bestimmten Aussagen oder Verhaltensweisen. Zu behaupten dass ein Mensch als Jude, Christ oder Buddhist geboren wird, zeugt von einer bemitleidende Lebenseinstellung und von einer einheitlichen Sozialisation.

    d) Zu den Ereignissen in St. Georg; ich kenne den Stadtteil seit einigen Jahren. Sah wie Haueisen, Engel und Völkers, Grossmann etc. den Stadtteil teilweise komplett entfremdet haben.

    Mittlerweile sind die Mieten exorbitant gestiegen. Die meisten „Schwulen“ die dort zu sehen sind, sind Weiß, Mittel- bis Oberschicht und sehen alle gleich aus. (Abercombie lässt grüßen!)

    Die schwule Gemeinschaft etablierte sich seit den Achtzigern in den Straßen St. Georgs. Ob um die Centrum Moschee, Al-Nour Moschee oder der Mariendom. Es gab nie Probleme, nie Ausschreitungen, nie physikalische Übergriffe. NIE vor den letzten publizierten Attacken. Warum jetzt?

    Tatsache ist das wirtschaftliche Zusammenleben in St. Georg außerordentlich schwer geworden. Es werden mehr Menschen verdrängt, übrigens auch Ausländer, und landen in den Ghetto-Stadtteilen.

    Falls jemand das liest, werde ich weiter erläutern.

    Bin jetzt müde und habe kaum Bock auf komische, imperialistische, neo-liberale Schwuchteln.

  19. Damien 23. Juli 2008 um 07:39 #

    Rassistische und völkische Aussagen von einzelnen Schwulen, deren Sexangebote an türkische und/oder nahöstlich aussehende Männer abgelehnt wurden, sind also ein Grund für deren Väter, zu erklären, sie würden ihren Sohn töten, wenn der schwul sei, ein Grund für deren Brüder, beliebige Schwule abzuziehen und körperlich zu attackieren? Interessante Logik!
    Da Du als Rassist Weiße aber offenbar grundsätzlich für sexbesessene bemitleidenswerte Idioten hälst und Dich/Euch für Opfer, darfst Du uns natürlich als Schwuchteln bezeichnen. Es lebe der Opfer-Täter!
    Hier hat übrigens niemand behauptet, der Islam sei eine Ethnie. Aber was ist mit der Drohung und Praxis im Islam, Konvertiten zu töten? Ist das nicht eine Art Selbstethnisierung, eine Lebenseinstellung allen aufzuzwingen, auch denen, die längst anders leben wollen?

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  1. TRANSATLANTIC FORUM » Kollektiver Minderheitenschutz - 18. Oktober 2007

    […] dass man den Antidiskriminierungsschutz von anderen Minderheiten vernachlässig. Hier seien z.B. Homosexuelle genannt. Mir scheint die Gesellschaft überfordert, wie man der Homophobie in einigen muslimischen […]

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