Schwule sind Spießer sind Mörder

18 Sept

Der in Königswinter bei Bonn wegen des Mordes an einer 14jährigen Festgenommene hat die Tat offenbar gestanden und zudem erklärt, er sei homosexuell. Die Aussicht auf einen schwulen Mädchenmörder scheint einige Medien in Deutschland derart in Aufruhr zu versetzen, dass sie im Zusammenhang der Tat über kaum etwas anderes berichten als eben über die homosexuelle Orientierung des geständigen Täters und was da nun mal alles dazu gehört an Schweinskram. Die Grundlage für die Hetze lieferte der Bonner Staatsanwalt Fred Apostel, als er die Nachricht verkündete:

Bei dem Täter handelt es sich um einen Homosexuellen, der mal Lust auf eine Frau hatte.

Laut Spiegel Online setzte Apostel dieser Mitteilung ein „leider“ voran. Demnach handle es sich also bei dem Täter leider um einen Homosexuellen, der mal Lust auf eine Frau hatte. Was will uns der gute Mann damit sagen? Wäre es ihm lieber gewesen, er hätte einen heterosexuellen Täter präsentieren können? Sind Schwule unter seinen besten Freunden und tut es ihm deshalb leid, einen von ihnen für einen Mörder erklären zu müssen? Und wieso bringt jemand, der Lust auf eine Frau hatte, deshalb ein 14jähriges Mädchen um? In einem Blog der Zeit heißt es hierzu treffend:

“Lust auf eine Frau” zu haben ist allein kein Motiv, ein 14-jähriges Mädchen zu entführen, zu vergewaltigen und bestialisch zu ermorden.

Im Zeit-Blog folgt ein Verweis auf die Richtlinie 12.1 des Deutschen Presserates:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Da die Richtlinie im vorliegenden Fall offensichtlich nicht eingehalten wurde, empfiehlt sich eine Beschwerde beim Deutschen Presserat, die man hier loswerden kann. In einem Aufwasch kann man sich dort auch über die Berichterstattung des Express beschweren. Der titelte am Freitag:

Hannahs Mörder – Er lebte bei seinem Freund

Obwohl die beiden dort unbescholten lebten, hat der Express Abgründe in der Vergangenheit ausgemacht, der Vergangenheit des Freundes wohlgemerkt. Denn wo ein schwuler Krimineller ist, ist auch der Zweite nicht fern:

Vor sieben Jahren war Uwe D. in einen Pornoskandal verwickelt. Die Spuren führten damals nach Tschechien…

Dabei waren die Nachbarn vollkommen ahnungslos:

Für den Besitzer der Videothek gegenüber ist es unfassbar, dass sich hinter dem höflichen Kunden ein eiskalter Mädchen-Killer verbirgt: „Filme haben die beiden nie ausgeliehen…

Keine Filme ausgeliehen und schwul? Das hätte doch keiner von denen gedacht:

…Sie haben bei mir Zigaretten gekauft, ich dachte, es wären Vater und Sohn.“

Wahrscheinlich haben die zwei Perversen auch alles für diesen falschen Eindruck getan:

Nach außen die perfekte Fassade, sie lebten wie zwei Biedermänner.

Mehr hat der Express im Grunde genommen nicht zu sagen. Um die ganze Mischung aus Sex, Crime und Gänsehaut aber noch ein wenig anzureichern, lässt sich schließlich immer noch trefflich spekulieren:

Doch vieles weist daraufhin, dass sie sich im Porno-Milieu kennen gelernt haben.

Was weist daraufhin? Egal, Porno-Milieu zieht bestimmt, denkt sich der Express:

2000 ist Uwe D. Kassenwart des Schwulen- und Lesben-Zentrums Bonn und Vorstandsmitglied der Aids-Hilfe. Dann der Skandal. Der damals 46-Jährige nutzt seine Tätigkeit als Berater für homosexuelle Jugendliche aus, um sie für Pornofilme anzuwerben. Er arbeitete für eine tschechische Porno-Produktion. Das Schwulen-Zentrum schmiss ihn raus, danach tauchte er unter.

Da haben wir es. Der zweite Schwule ist auch eine Sau. Ermordet zwar (noch?) keine Mädchen, aber missbraucht die Jungs, die ihm zur Beratung anvertraut sind, für Pornofilme. Tschechische Pornofilme. Kann man noch tiefer sinken? In den Augen des Express wohl nicht.

Und weil auch die blutrünstigste Geschichte ohne Lovestory unvollständig bliebe, entwirft der Express zum Schluss die homo-kriminelle Herzensbegegnung des Mädchenmörders mit dem Jungenausbeuter:

Gut möglich, dass er sich in Tschechien in Zdenek Hrbac verliebte und die beiden nach Oberdollendorf zogen.

Das Ende ist bekannt. Wenn zwei Schwule sich finden, bleibt am Ende eben nicht nur die Vorstellungskraft der Nachbarn auf der Strecke…

24 Antworten zu “Schwule sind Spießer sind Mörder”

  1. Christian Hoffmann 18. September 2007 um 00:45 #

    Vielleicht steh ich ja auf dem Schlauch, aber ich kann ehrlich gesagt nicht erkennen, was an der Express-Berichterstattung jetzt „beschwerde-tauglich“ wäre? Die Geschichte mit der Porno-Akquise im Rahmen eines Beratungsprogramms ist doch geschmacklos. Aber der Express weist ja auch darauf hin, dass der entsprechende Verein Konsequenzen gezogen hat.
    Der Bericht ist insgesamt nicht schlechter oder besser, als die übliche Berichterstattung in solchen Fällen. Ich kann nicht erkennen, dass er einen Zusammenhang zwischen Homosexualität im Allgemeinen und der konkreten Tat herzustellen versucht…

  2. Damien 18. September 2007 um 09:05 #

    Klar ist die Geschichte mit der Porno-Aquise geschmacklos.
    Ich halte den Bericht auch nicht unbedingt für schlechter als andere derartige Texte. Den Expressartikel habe ich beispielhaft zitiert, vermutlich hätte ich in anderen Zeitungen ähnliches gefunden.
    Tatsächlich steht im Text nicht „alle Schwulen sind Mädchenmörder“ oder „alle Schwulen sind Pornoproduzenten“. Das Problem sehe ich darin, wie die normabweichende sexuelle Orientierung der Beiden aufbereitet wird. Einerseits werden sie als „Biedermänner“ beschrieben, für dieses Image hätten sie viel getan, suggeriert der Text, doch dahinter lauert das Böse… Hier werden ZWEI homosexuelle Verbrecher konstruiert. Der eine hat vor sieben Jahren eine Verfehlung begangen, wobei aus dem Text nicht einmal hervorgeht, ob das strafrechtlich relevant war. Ob er sich seitdem noch einmal etwas zu schulden kommen hat lassen, spielt offensichtlich keine Rolle. Der Express verfährt hier nach dem Motto „Einmal Verbrecher, immer Verbrecher“. Die Verknüpfung von Schwulenporno-Milieu und Mädchenmord ist für eine sachliche Berichterstattung vollkommen unerheblich und bestens geeignet, Vorurteile gegenüber Schwulen zu verstärken.

  3. jolly rogers 18. September 2007 um 10:03 #

    Jaja, man darf nicht sagen, dass der Täter schwul ist. Aber der Afghane, der in FFM einen Rabbiner niederstach, muss als Afghane bezeichnet werden und nicht als Deutscher, der er nunmal ist: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/jung/

    Aber das ist in Eurer Lesart vermutlich etwas vollkommen andres, nicht wahr?

  4. Sebastian 18. September 2007 um 12:17 #

    Die Berichterstattung trägt leider dazu bei, dass das dubiose „Homosexuellenmilieu“, wie es auch noch heute in solchen Fällen selbst in aufgeklärten Zeitungen in verschämter 50er-Jahre-Manier heißt, in den Köpfen der Menschen weiter bestehen bleibt.

    Der brave Bürger, der sowas liest und keine Ahnung hat, fühlt sich in seiner Ablehnung der „Perversen“ bestätigt. Man kann ihnen nicht trauen, und in ihren Wohnungen passieren wahrscheinlich schreckliche und abartige Dinge…

  5. andreschneider 18. September 2007 um 12:26 #

    Ich finde es absolut nicht schlimm, dass gesagt wurde, dass der Mörder schwul ist. Soweit ich das verfolgt habe, wurde zu keinem Zeitpunkt impliziert, dass „alle Schwulen Mörder“ seien oder dass die homosexuelle Neigung eine Perversion sei. Dass Du Dir das so hinbiegst, finde ich schade. Und destruktiv.

  6. sylvia 18. September 2007 um 17:15 #

    ich sehe keine diskriminierung und schon gar nicht hetze in den äußerungen des oberstaatsanwalts. er hat fakten genannt. wenn die so sind, kann man sie nicht wegdiskutieren. in der tat ist die vergewaltigung eines mädchens durch einen homosexuellen mann geeignet, die menschen und die medien „in aufruhr“ zu versetzen, denn ein sexualdelikt gegen ein mädchen unterstellt man in erster linie einem heterosexuellen mann. ich selber habe noch kurz bevor der mutmaßliche mörder gefaßt wurde, meinen kindern in fester überzeugung erklärt, daß schwule männer keine mädchen angreifen, vergewaltigen oder töten. ein fataler irrtum, wie ich feststellen muß. mein weltbild wankt jedenfalls jetzt.

  7. andreschneider 18. September 2007 um 19:01 #

    @ sylvia: …was ja jetzt auch nicht heisst, dass ALLE schwulen Männer kleine Kinder poppen und töten, nicht wahr? Mal wieder ein Beweis, dass Gewalt nichts (oder nur sehr wenig) mit einer sexuellen Orientierung zu tun hat.

  8. Primus 18. September 2007 um 19:34 #

    jolly rogers, ich kenne so keine Nachricht , daß der Täter der den Frankfurter
    Rabbiner mit dem Messer schwer verletzt hat als Afghane genannt wurde.
    Ich habe gelesen , daß er aus einer Familie stammt die aus Afghanistan stammt und er hier in Deutschland geboren ist. Er ist Muslime was ja nicht böse ist. Nur wenn er sich – und das ist bisher noch nicht bewiesen – in einem Umfeld bewegte in dem Judenhass gepredigt wurde dann würde das wieder einmal mehr aufzeigen, daß die dümmste Vorurteilskrankheit in der Welt – der Antisemitismus – immer neue Wurzeln schlägt.

    Kurz zum Thema des Tages:Natürlich ist der Artikel ein sensationslüsterner
    Aufmacher . Der Mord an dem Mädchen – begangen von einem Schwulen – ist abscheulich. Bedauerlich ist aber auch- wie schon von Damien erwähnt – wie das ganze aufbereitet wird. Da werden Verfehlungen im Homomilieu ausgekundschaftet die schon Jahre zurückliegen die mit dem Verbrechen an dem Mädchen nichts zu tun haben. Aber das ist eben die Würze die die Schwulenhasser brauchen um ihre grenzenlose Vorurteile pflegen zu können.

  9. Threadneedle 18. September 2007 um 21:08 #

    Merkwürdig ist vor allem die Art und Weise, in der der Herr Oberstaatsanwalt die angebliche Homosexualität des Täters thematisiert hat. „Es handelt sich um einen homosexuellen Mann, der, ich drücke mich bewusst so aus, Lust auf eine Frau hatte.“ Auf den ersten Blick wirkt dies wie eine unbedarfte Äußerung, die der Aufregung (Medienvertreter aus dem ganzen Bundesgebiet waren anwesend) geschuldet war. Zwar hätte die Staatsanwaltschaft bei dem enormen Mediendruck zum Tatmotiv nicht schweigen können, aber die sachliche Mitteilung, dass der Täter behaupte, er sei homosexuell, es aber keine Beweise für diese Behauptung gäbe, hätte vielleicht zumindest in in der halbwegs seriösen Presse zu einer differenzierteren Berichterstattung geführt. In der Regenbogenpresse wären die gleichen geistlosen Schlagzeilen zu lesen gewesen.

    Auf den zweiten Blick aber erscheint die Äußerung „unseres“ Oberstaatsanwalts wohl überlegt (und in einer stundenlang vorbereiteten und hochrangig besetzten Pressekonferenz verstolpert sich ein Pressesprecher auch nicht mal einfach so). Dass die Äußerung des Herrn Oberstaatsanwalt Apostel von ihm offensichtlich nur gemacht wurde, um den Täter der Bevölkerungsgruppe homosexueller Menschen zuzuordnen, liegt auf der Hand. Durch den verächtlichen Tonfall des Herrn Oberstaatsanwalt Apostel sollte dann zusätzlich noch der Eindruck erweckt werden, dass die vermeintliche Homosexualität des Täters ein unabdingbarer Bestandteil seines Tatmotivs sei. Anders gewendet: Es sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass der Täter die Tat nicht begangen hätte, wenn er nicht homosexuell wäre. Besser lassen sich Vorurteile im Sinne der Presseratsrichtlinie nicht schüren. Die unreflektierte Übernahme dieser Äußerung in die Berichterstattung der Medien war vorhersehbar. Es drängt sich daher die Frage auf, welches längerfristige Kalkül der Äußerung des Herrn Oberstaatsanwalts Apostel zugrunde liegt.

    Auffällig ist, dass die Staatsanwaltschaft Bonn in der Vergangenheit bei Aufsehen erregenden Verbrechen, zu denken wäre an den so genannten Foltermord in der Justizvollzugsanstalt Siegburg, die Heterosexualität der Täter nicht zum Gegenstand ihrer Erörterungen mit der Presse gemacht hat.

    Ich vermute, dass die Bonner Staatsanwaltschaft das Tatmotiv noch etwas „andicken“ wollte. Nach dem schnellen Fahndungserfolg in einer Pressekonferenz mit bundesweiter Beachtung nur das Motiv „Lust auf eine Frau“ zu nennen, erschien wohl zu dürftig, zumal damit das sexuelle Bedürfnis heterosexueller Männer plötzlich zum Motiv für einen Mord mutiert und damit die Mehrheit der Männer unter einen (präventiven) Generalverdacht gestellt worden wäre. Also wurde diesem Tatmotiv, der Täter mag die Vorlage dafür geliefert haben, noch das Merkmal der vermeintlichen Homosexualität des Täters hinzugefügt und von Herrn Oberstaatsanwalt Apostel sprachlich so miteinander verbunden, dass das eine ohne das andere nicht denkbar erscheint. Damit wird einerseits davon abgelenkt, dass das Motiv immer noch außerordentlich dürftig und unglaubwürdig ist, und andererseits wird nun die Gruppe der homosexuellen Männer unter (präventiven) Generalverdacht gestellt. Diese Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft Bonn ist diskriminierend und verwerflich.

    Für Dienstaufsichtsbeschwerden ist übrigens der Generalstaatsanwalt in Köln zuständig.

  10. Damien 18. September 2007 um 23:56 #

    @ jolly rogers: Klar darf „man“ sagen, dass der Täter schwul ist. Wenn man es denn weiß. Fragt sich nur noch, wozu man es sagen will. Würde man es auch sagen wollen, wenn der Täter sich als heterosexuell bezeichnet hätte? Kannst Du Dir einen Tatverdächtigen/Geständigen vorstellen, der sagt „übrigens, ich bin heterosexuell“?

  11. Damien 19. September 2007 um 00:02 #

    @ sylvia: Soweit ich weiß, spielt die sexuelle Orientierung des Täters bei Sexualdelikten kaum eine Rolle, insoweit hast Du Deine Kinder bisher in falscher Sicherheit gewiegt. Wie kamst Du überhaupt auf die Idee, Deinen Kindern zu erklären, „daß schwule männer keine mädchen angreifen, vergewaltigen oder töten“. Haben Deine Kinder das denn angenommen?

  12. pfoffie 19. September 2007 um 08:03 #

    Nun ja, man braucht ja irgendein Feindbild, nicht wahr?

    Beim Express bericht kommt wirklich nicht hervor, dass der mord irgendwas mit der homosexualität zu tun hätte. Aber darum geht es nicht. Diese Schlussfolgerung (oder halt eben die Schlussfolgerung, dass alle Schwulen in irgend einer Form Dreck am Stecken hätten) machen sich die Leser ganz von alleine.

    Mir geht das ja eigentlich am Arsch vorbei, ob die da jetzt die info pushen, dass der ein Homo war, aber ich muss schon zugeben, ich habe seither schon ein paarmal den Satz „Einer von euch hat ja … und sein Freund war …“ hören müssen. Mich stört das aber kaum, da ich darauf immer Antworte: „iih, ja das hab ich gehört, ich hab auch gehört, dass der so’n Mensch war.. diese Menschen bäch, die sind schon Pervers“ hehe

  13. sylvia 19. September 2007 um 16:11 #

    ich würde den schwerpunkt nicht auf den zitierenden oberstaatsanwalt, sondern auf die ungeheuerlichkeit der aussage des täters legen, der ja immerhin einem mädchen das leben genommen hat, weil er auch mal eine frau hat haben wollen. wäre das opfer ein 14jähriger junge und würde dieser täter dann äußern, er sei heterosexuell und hätte auch mal einen jungen haben wollen, wäre dies vermutlich ähnlich verblüffend + schockierend und würde erwähnt werden. der punkt ist meiner meinung nach nicht, daß der täter schwul ist, sondern diese krass machtbesessene, kaltblütige und irre äußerung und natürlich auch der – in den augen der gesellschaft – widerspruch an sich, daß ein homosexueller mann sich an mädchen vergreift. ich halte die äußerungen des täters übrigens für quatsch. ob er in seinem verqueren hirn womöglich glaubt, so auf verständnis zu stoßen?

    an damien: ja natürlich, sowohl homosexuelle als auch heterosexuelle männer begehen sexualdelikte. aber wie man sieht, muß man womöglich umdenken, ebenso wie bei exhibitionisten. die galten lange auch als ungefährlich. inzwischen belegen untersuchungen, so auch die der kriminologischen zentralstelle über „legalbewährung und kriminelle karrieren von sexualstraftätern“, dass auch bei tätern niedrigschwelliger sexualdelikte wie der exhibitionistischen handlung mit erneuten straftaten und dabei häufig auch mit einer straffälligkeit im bereich gravierender sexualdelikte zu rechnen ist.

    offenbar muß man auch bei sexualdelikten gegen mädchen schwule männer mit einbeziehen. soweit ich bisher weiß, und dabei beziehe ich mich auf die polizeiliche kriminalstatistik und auf wissenschaftliche untersuchungen, z.b. michael c. baurmann: „ergebnisse einer längsschnittuntersuchung bei opfern von angezeigten sexualdelikten“. wird sexuelle gewalt (überwiegend) von männern – und zwar heterosexuellen männern – gegenüber mädchen und frauen begangen. der anteil der homosexuellen männer, die sich an mädchen und frauen vergreifen, ist entweder nicht zur anzeige gekommen oder ist, gemessen an der gesamtzahl so verschwindend gering, daß er statistisch nicht erfaßt wurde. klar, männliche opfer sexueller straftaten gibt es auch in der studie, und zwar 10 bis 20 prozent der mißbrauchten kinder, wobei dann hier wiederum überwiegend gleichgeschlechtlicher mißbrauch vorliegt.

    und was meine kinder angeht: die haben eine recht bornierte einstellung, was „normal“ und was „unnormal“ ist. 🙂 ich versuche, mit argumenten gegenzusteuern. leider lag ich falsch, als ich behauptete, daß sich nur heterosexuelle männer an mädchen vergreifen. tut mir leid.

  14. sylvia 19. September 2007 um 16:23 #

    @ andreschneider: ja klar hast du recht. gewalt hat natürlich nichts mit sexueller orientierung zu tun. als die nachricht kam, habe ich befürchtet, daß jetzt kübelweise dreck auf schwule ausgeschüttet wird. aber es kam nicht. unsere gesellschaft ist erfreulicherweise doch etwas weiter als noch vor zwanzig jahren.

  15. Damien 19. September 2007 um 20:21 #

    @ sylvia: „wäre das opfer ein 14jähriger junge und würde dieser täter dann äußern, er sei heterosexuell und hätte auch mal einen jungen haben wollen…“ Deine Gleichsetzung ist falsch! Er hat nicht gesagt, dass er mal „ein Mädchen haben wollte“, sondern er gab an, er hätte „Lust auf eine Frau“ gehabt, wogegen nichts zu sagen ist, wenn es sich um einverständliche Sexualität unter Erwachsenen handelt. Das Merkwürdige an der Aussage ist doch der Sprung vom „Lust auf eine Frau haben“ zum Sexualmord an einem 14jährigen Mädchen und das dieser Sprung offenbar weder dem Express noch anderen Zeitungen aufgefallen ist.

  16. sylvia 19. September 2007 um 20:53 #

    @damien: ok, dann setze ich es richtig: wäre das opfer ein 14jähriger junge und würde dieser täter dann äußern, er sei heterosexuell und hätte lust auf einen mann gehabt…“

    das ist genau so absurd, vielleicht sogar noch absurder. vielleicht erfahren wir durch die gerichtsverhandlung welche trommel der hört.

    im express oder in anderen zeitungen hätten wir vielleicht etwas über diesen sprung lesen können, wenn die zeitungen kommentieren oder eigene überlegungen anstellen würden. aber sowohl der express als auch sämtliche anderen tageszeitungen haben ja nur die eigentlichen nachrichten gebracht, also lediglich die tickermeldungen umgeschrieben. bis auf die bild-zeitung, die hatte ein paar wörter mehr.

  17. Damien 19. September 2007 um 21:38 #

    @ sylvia: Der Express hat keine eigenen Überlegungen angestellt, sondern nur Nachrichten umgeschrieben? Allein diese drei Express-Zitate aus meinem Beitrag belegen die Meinungsmache:
    „Nach außen die perfekte Fassade, sie lebten wie zwei Biedermänner.“ (Wertung)
    „Doch vieles weist daraufhin, dass sie sich im Porno-Milieu kennen gelernt haben.“ (Vermutung)
    „Gut möglich, dass er sich in Tschechien in Zdenek Hrbac verliebte und die beiden nach Oberdollendorf zogen.“ (Spekulation)
    Wenn der Express gewollt hätte, hätte er natürlich auch den merkwürdigen Sprung thematisieren können, von der „Lust auf eine Frau“ zum Mädchenmord. Offenbar kann man im Rahmen von Nachrichten nämlich sowohl Wertungen als auch Vermutungen unterbringen ohne dass es auffällt, warum also nicht auch auf eine fehlende Erklärung hinweisen?

  18. Rabenzahl 19. September 2007 um 23:01 #

    Ich würde mich bei der Analyse der Meienmeinung(smache) zu dem Thema nicht nur an einem Artikel einer einzigen Zeitung hochziehen (die meiner Meinung nach ein recht zweifelhaftes journalistisches Niveau hat). Der Express – ebenso wie die B*ldzeitung – geht in ähnlichen Fällen gewöhnlich weit über eine neutrale und sachliche Berichterstattung hinaus: Wertung, Vermutung, Spekulation und Polemik – alles über Dinge, die mit der Tat höchstens am Rande zusammenhängen….

    Und zum Herrn Staatsanwalt: „Bei dem Täter handelt es sich um einen Homosexuellen, der mal Lust auf eine Frau hatte.“ Wenn ich mich recht entsinne war das doch tatsächlich das Motiv des geständigen Täters, oder?

  19. Damien 20. September 2007 um 08:35 #

    @ rabenzahl: Verstehe ich Dich richtig, dass Du es nachvollziehbar findest, wenn ein Mann, der „mal Lust auf eine Frau hat“, ein 14jähriges Mädchen vergewaltigt und ermordet? Anderenfalls ist Dein Kommentar schlicht überflüssig, weil redundant.

  20. Insider 21. September 2007 um 22:20 #

    Danke, daß Ihr nicht allen Worten der Presse so vertraut!
    Was der Express bei Uwe D. nicht mitgeteilt hat ist, daß die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat, da keine Schuld festgestellt werden konnte.
    Alle Freunde und Bekannte können zwar die Tat nicht fassen und entschuldigen sie auch nicht.
    Die Beiden waren wirklich ein verliebtes Paar und Uwe würde auch Heute noch alles geben, um die Tat ungeschehen zu machen. Leider weis auch er nicht, was seinen Freund geritten hat, so etwas zu tun. Auch er bedauert das die Community mit hineingezogen wurde, denn gerade für den rechten Pöbel ist dieses ein gefundenes fressen.

  21. dirk 8. November 2007 um 15:44 #

    Es wurde durch die Express und auch durch andere Zeitungen, nicht richtig überprüft. Es wurden Freunde und andere Leute befragt. Wie das ehemalige Vermieter Pärrchen. Die so kommt es mir vor Problem hatten das Dennis und sein Freund schwul sind, wenn ich den Bericht lese kommt mir die Galle hoch. Selber Ausländer sein und dann mit dem Messer auf die beiden losgehen und dann frech behaupten die beiden wären auf die beiden losgegangen. Und dann der besagter Freund der behauptete die beiden wären häufig auf Sado Maso Partys gewesen. Komisch, muss wohl bei beiden abgeblitzt sein das er so reagiert und lügt. Klar die Tat ist sehr schlimm. Wenn ich dann den Bericht in der Express lese wie er dem Mädchen die Kehle durch geschnitten hat. Frage ich mich war der Reporter dabei oder hatte er Akten einsicht. das zweite glaube ich eher nicht. Da er als Reporte nicht berechtigt ist. Also muss gelogen werden. Damit die Auflage stimmt.

  22. PädoKiller 5. Februar 2008 um 05:10 #

    Ihr dreckigen schwulen Hurnsöhne. Ich zerficke jeden von Euch und zwar mit den Fäusten! Kinderfickenden Aidsübertäger. —-Cocksucker—-
    E-Mail: sfjgh@web.de
    IP: 84.143.239.118

  23. l.b. 27. März 2008 um 17:45 #

    es ist lächerlich so einen artikel zu schreiben! es wirkt schon beinahe wie die verteidigung dieses menschens! und das sein freund sicherlich auch nicht der korrekteste ist, ist einfach so! mein gott, wie kann man sich durch einen faktenreichen artikel so angegriffen fühlen?? das er schwul ist hat doch eine große bedeutung! das motiv ist dadurch so veriwrrend! wo ist euer problem?? sollte man auch nciht sagen ob täter männer oder frauen sind?? dann könnte man ja das geschlecht beleidigen! dieser artikel wirkt wie eine verteidigung des täters und DAS ist falsch ausgedrückt!

  24. Damien 27. März 2008 um 19:02 #

    Seit wann gehören Frauen und Männer zu Minderheiten? Denn das, der Minderheitenstatus von Schwulen, war doch Anlass für den Bezug auf die Presserat-Richtlinie… Im Übrigen scheint deine Definition von Fakten eine sehr eigenwillige zu sein.

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