Hass Predigt Gewalt Frei

30 Okt

Der Kölner Kardinal Meisner mag keine Schwulen. Damit ist er nicht alleine auf der Welt. Volker Beck wiederum mag Kardinal Meiser nicht. Auch er ist damit nicht alleine auf der Welt. Nachdem Beck Meisner kürzlich einen Hassprediger nannte, war die Aufregung groß. Selbst Parteifreunde distanzierten sich daraufhin von Beck. Jetzt hat der Bundestagsabgeordnete sich von seinem Vorwurf selbst distanziert. Was hatte Meisner eigentlich Aufsehen erregendes gesagt?

Die »sogenannten alternativen Modelle menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde«.

Ersteres hätte man, wenn man sich denn dazu äußern will, wahrheitsgemäß als puren Unfug bezeichnen können und müssen. Gleiches gilt für die weltweite moralische Klimakatastrophe, die Meisner herbeifantasiert.

Beck betonte nun, dass Meisners Äußerungen keine Aufforderung zu Gewalt enthielten. »Nichts liegt mir ferner, als ihn in die Nähe von Terroristen oder Selbstmordattentätern zu rücken«, versicherte er. Er würde »den Begriff ´Hassprediger´ in diesem Zusammenhang nicht mehr benutzen, weil er – wie mir durch die Reaktionen nunmehr klar geworden ist – von vielen ausschließlich im Zusammenhang mit der Aufstachelung zu Gewalttaten und Morden in Verbindung gebracht wird«. Dies habe er Meisner zu keinem Zeitpunkt unterstellen wollen.

Zugleich betonte Beck, dass er an der inhaltlichen Kritik an Meisners Predigt nichts zurückzunehmen habe: »Kardinal Meisner mag keine Frauen, die abgetrieben haben, Homosexuelle und alle anderen Menschen, die außerhalb der Ehe Sexualität leben oder zusammenleben. Im Gegenteil, er empfindet gegenüber solchen Menschen eine leidenschaftliche Abneigung und Verachtung. Für gewöhnlich nennt man eine solche leidenschaftliche Abneigung Hass.«

Beck hat natürlich Recht. Was Meisner predigt ist offener Hass. Seine Verachtung gegenüber Schwulen spricht aus jedem Text, in dem er sich über uns äußert. Auch die Kritiker Becks, die ihm Unverhältnismässigkeit in der Reaktion auf Meisner vorwerfen, hätten Recht, wollten sie mit ihren Anmerkungen darauf hinweisen, dass die weltweit größere Gefahr für das Leben und die Freiheit von Homosexuellen längst nicht mehr von der katholischen Kirche ausgeht – sondern im Namen des Islam artikuliert und praktiziert wird. Gemeint haben aber wird das bestimmt keiner der Beck-Kritiker.

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3 Antworten to “Hass Predigt Gewalt Frei”

  1. Marian 30. Oktober 2007 um 17:39 #

    Kardinal Meisner ist ja in letzter Zeit öfter mal mit seinen Aussagen in Missgunst geraten. Als Kardinal hat man scheinbar immer Recht und ist unantastbar. Und wenn ihn jemand kritisiert, wird derjenige sofort an den Pranger gestellt. Früher hätte man Beck öffentlich wegen Gotteslästerung verbrannt. Aber in Wahrheit hat Beck recht, bloß weil man Kardinal ist, kann man nicht über Alles und Jedem stehen und voralem nicht solche Predigten geben. Zeit für den Ruhestand würde ich sagen

  2. anthoan 30. Oktober 2007 um 18:38 #

    Recht haben all die Menchen immer wieder bekommen oder es sich (heraus)genommen, die übermenschlich urteilen, und die von Toleranz nichts halten – nichts hören und sehen wollen. Ja, all die, die sich „göttlich“ fühlen und sich über alle „Verhältnismäßigkeiten“ hinwegsetzen.
    Da mag es welche geben, die gerne davon schwafeln: Wer in der Öffentlichkeit steht, müsse seine Worte abwägen“! Was wägen denn Politiker ab? und was unsere kirchlichen Patriarchen? oder (um gemein zu sein) was Dispoten und oder Diktatoren?
    Was halten wir Menschen denn von der wohlgepriesenen Meinungsfreiheit? Was sagt uns ein „Fraktionszwang“?
    Von Menschlichkeit wird nur gerne geschrieben und Politiker gebrauchen den Begriff „populistisch“.
    Menschenverachtend ist allemal, wenn über Randgruppen gelästert wird – und noch schlimmer, wenn sie öffentlich (Herr Karinal) ausgrenzt werden. Aber auch besonders, wenn nichteheliche Beziehungen noch weiter an den Rand geschoben werden, als es ohnehin schon immer für die in solchen Beziehungen geborenen Kinder war. Weil gerade die Kirche unserer Gesellschaft IHREN Wertemassstab immer wieder aufdrückt – und das auf Biegen und Brechen. Rücksichtslos ist der beste Begriff, den verstehen unsere geweihten Persönlichkeiten bestens. Hauptsache sie sind wichtig und alles kniet vor ihnen nieder…
    Traurig wie schnell wir in unserer technisierten Welt weltfremd und menschenfeindlich geworden sind.
    Ich schlage vor, dass alle, denen etwas nicht gefällt, zuerst einmal die Betreffenden anhören, sich mit ihnen konstruktiv auseinander setzen, dann durchatmen – vielleicht eine Nacht darüber schlafen – aber nicht emotional aufgewühlt Meinugen auf die Öffentlichkeit loslassen, die viele beleidigend oder noch schlimmer auffassen.

    Danke Herr Kardinal und Konsorten egal welcher Coleurs

    Ps.: Marian, ich musste einfach weiter ausholen

  3. Sergej 6. November 2007 um 21:00 #

    Für mich ist Meisner ein Elefant im Meisner-Porzellan-Laden. Und ein Hassprediger isser auch! 😀

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