Seyran Ates ist zurück

7 Jan

Seyran Ates, neben Ayaan Hirsi Ali und Necla Kelek eine der Lieblingsfeindinnen islamophiler Linker, freut sich im siegessäule-Interview anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Buches,

dass nun auch erwähnt wird, dass auch Schwule und Lesben betroffen sind, wenn es um Zwangsverheiratungen geht, gerade Schwule: Homosexualität kann ein Grund für Zwangsverheiratung sein.

Auf die insistierende Frage des Interviewers, wieso es denn in „Der Multikulti-Irrtum. Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können“ kein eigenes Kapitel zum Thema Integration und Homosexualität gibt, antwortet sie elegant:

Homosexualität findet in jedem Abschnitt Erwähnung.

Auch das reicht dem Interviewer nicht und so fragt er, langsam zudringlich werdend:

Auch Ihre eigene?

Und Ates antwortet souverän:

In diesem Buch nicht, aber das habe ich in meiner Autobiografie „Große Reise ins Feuer. Die Geschichte einer deutschen Türkin“ ausführlich getan.

Ihre weiteren Aussagen sind eine Ohrfeige nach der anderen für die immer noch naiven Multi-Kulti-Freunde:

[siegessäule] Mehrere Studien besagen, dass insbesondere bei männlichen Migranten ein Homophobie-Problem besteht. Bei der Studie des Berliner Anti-Gewalt-Projekts „Maneo“ wäre man nach eigener Aussage sogar auf noch höhere Werte gekommen, wenn man gezielt nach Tätern mit Migrationshintergrund gefragt hätte.

[Ates] Das hätte man besser mal tun sollen. Wir müssen genau fragen, wir müssen differenzieren, wie unsere Gesellschaft zusammengestellt ist. Das gilt auch für die häusliche Gewalt, und das gilt für Zwangsheirat. Wir müssen doch die Klientel kennen, damit wir einen vernünftigen Opferschutz und eine entsprechende Täterarbeit machen können. Das ist eine Verpflichtung!

In Zukunft beschwere sich also keiner mehr über die Erfassung des Migrationshintergrunds von schwulenfeindlichen Tätern, weil das rassistisch sei. Ates hält die Messlatte hoch, an der sich die Lauterkeit der üblichen Geschwätzigen beweisen kann. Geht es um Opferschutz, geht es um vernünftige Täterarbeit, d.h. in erster Linie Prävention oder geht es darum, „antirassistische“ Lebenslügen aufrecht zu erhalten?

[siegessäule] Wenn es eine verstärkte Homophobie unter Migranten gibt – wo liegen die Ursachen?

[Ates] Die islamische Welt ist sehr facettenreich, aber der Mainstream ist derzeit konservativ. Innerhalb dieses Kreises gibt es ein Verständnis von Sexualität und sozialer Ordnung, das letztlich die Ablehnung der Homosexualität begründet. In Deutschland hat man das eigentlich schon überwunden: Die Bürgerbewegung hat die Kirche ins Privatleben zurückgedrängt.

Also ist eben nicht „jede Kultur gleich viel wert“, sonst könnten wir wohl losen, ob die säkularisierte deutsche Gesellschaft Bestand haben oder die im Mainstream konservative islamische sie ablösen oder ergänzen soll – wie immer solch ein Nebeneinander von Fortschritt und Rückständigkeit aussehen würde. Den etwas bräsigen Einwand der siegessäule

So etwas braucht Zeit.

kontert Ates deutlich:

Um Gottes willen, wir müssen drängeln!

Überhaupt legt Ates den Finger in jede Wunde, die sie sieht und läßt keine Entschuldigung gelten. Auf den Hinweis der siegessäule,

Es ist ja nicht so, dass den Homo-Einrichtungen in Kreuzberg und Neukölln täglich die Scheiben eingeschlagen würden.

erwidert Ates:

Vielleicht klappt es, nebeneinanderher zu existieren, aber das hat nichts mit einer tieferen Akzeptanz zu tun. Man lässt den anderen leben. Aber man passt auch gut auf, dass die eigenen Kinder nicht „infiziert“ werden.

Die irritierte Nachfrage des Interviewers „infiziert?!“ nutzt sie zur Aufklärung über ein Konzept, das verdächtig an das altlinke, kommunistische über die dekadenten Schwulen erinnert, die im Sozialismus (fast) von selbst aussterben:

Ja, Homosexualität ist in dieser Wahrnehmung eine westliche, deutsche Krankheit. Damit hat man nichts zu tun. So wie der iranische Staatspräsident Ahmadinedschad es neulich wieder verkündet hat: Das gibt es bei uns nicht.

Für die Verfechter des Rechts auf Vermischung von Politik und Religion in Form des Kopftuchs hat sie keinerlei Verständnis und plädiert daher für ein Verbot desselben

in Kindergärten, Schulen und Universitäten auf jeden Fall. Es geht ja um die Trennung von Staat und Religion.

Der Interviewer versucht ein letztes linkes Argument und träumt vom mainstream der minderheiten:

Schwule und Lesben sind ja auch eine Minderheit. Warum also die Minderheiten gegeneinander ausspielen? Die müssten doch eher zusammenarbeiten …

Doch Ates zögert nicht, den Unsinn auch dieses Arguments darzulegen:

Diese Minderheiten sind gar nicht vergleichbar. Homosexualität ist ein Fundament menschlichen Daseins, eine konservativ-muslimische Einstellung ist eine politische Haltung. Ein Kopftuch kann ich wieder ablegen, mein Lesbischsein nicht. Aber als Muslimin kann ich mir schon überlegen: Kann ich meine religiöse Identität nicht auch ohne Kopftuch behalten?

Zum Abschluß eine gute Nachricht: Nachdem Seyran Ates ihre Kanzlei aufgrund akuter Bedrohung aufgegeben hatte, ist sie nun dabei, eine neue aufzubauen. Für dieses Projekt kann man Frau Ates nur Alles Gute und viel Erfolg wünschen!

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Eine Antwort to “Seyran Ates ist zurück”

  1. rom 7. Januar 2008 um 13:23 #

    Wenn das Thema jugendliche Migrantengewalt noch nicht einmal richtig präsent ist in den Medien (da politisch nicht korrekt), wieviel weniger ist dann die migrantisch-islamische Homophobie ein Thema?

    Tja, die Linke und der Islam. Dieses Thema füllt mittlerweile ganze Bände. Was denkt sich zB der Schwule Volker Beck dabei, wenn er vor die Kameras tritt, und unmissverständlich sagt, dass der Islam in Deutschland unter gar keinen Umständen „diskriminiert“ werden darf? Ist es Naivität, Dummheit oder genau berechnetes politisches Kalkül? Ich weiss es nicht.

    Was denken sich die sozialdemokratisch-sozialistische Parteien im EU-Parlament dabei, wenn sie erklären sie würden „Strategien entwerfen um aus dem ehemals jüdisch-christlichen Europa jetzt ein jüdisch-christlich-islamisches Europa machen?“

    Die Linke hat die Schwulen und Lesben verraten aus elektoralem Kalkül. Das ist die Erklärung zu der ich neige……rom

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