Militante Schwuchteln gegen Ron Paul

23 Jan

In den USA gibt es seit kurzem eine in den Medien und der Bloggerszene ausgetragene Kontroverse um die politischen Ansichten des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Ron Paul, der von vielen als „paläolibertär“ eingeschätzt wird. Am 8. Januar hatte James Kirchick im Magazin The New Republic Aussagen aus Newslettern zitiert, welche mit dem Namen Ron Pauls unterzeichnet waren. Die Aussagen in den Newslettern zeugen, so die New Republic, von „einer Obsession für Verschwörungstheorien, Sympathien für die rechte Miliz-Bewegung und einer tief sitzenden Bigotterie“. Ron Paul muss sich in Folge dieser Story nun mit Vorwürfen auseinandersetzen, er hege rassistisches, antisemitisches und homophobes Gedankengut. Unterstützer und Sympathisanten Pauls zeigten sich naturgemäß verärgert über die Anschuldigungen, und einige bedienten sich einer besonders unsouveränen Art der öffentlichen Auseinandersetzung, indem sie nämlich den Urheber der Story in der New Republic, James Kirchick, ob seiner Homosexualität attackierten. Und ein gewisser Alan Stang tat sich hierbei besonders hervor.

Alan Stang ist ein im amerikanischen Polit- und Medienzirkus herumgeisternder Kolumnist und Buchautor, dem skurille Thesen über das Wesen der USA und ihrer Politik nicht fremd sind. So bezeichnete er den amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter als „Kommunisten“ und die Republikanische Partei als eine „Organisation von Sodomisten“. Und, man höre und staune, Stang kann dies sogar „begründen“:

“So, George Bush and Karl Rove have always used homosexuality as a weapon, have righteously opposed it and have routinely accused people of it, knowing that those people were normal, while all along they have colluded to make the Republican Party a sodomite organization from the top down.”

Sogar ein ganzes Buch hat Stang der Frage gewidmet, wie schwul die Republikaner nun in Wirklichkeit sind. Es trägt den bezeichnenden Namen „How Queer is Bush [senior]“ und hat die zweifelhafte Ehre, ein Vorwort zu enthalten, das von keinem geringeren als Paul Cameron geschrieben wurde, einem der Gurus der Ex-Gay-Bewegung. In diesem Vorwort heißt es:

Not Holier is not a squeamish dance around the issue. It exposes the homosexual ring in the Reagan and both Bush White Houses. It names names and tells who is in bed with whom: “If Clinton is our first ‘black’ President, Ronald Reagan is our first ‘homosexual’ President. . . . For the record, Bush strategist Karl Rove’s late father, Louis Rove, was a homosexual, which could be the reason Karl’s mother committed suicide.”

Es ist also durchaus realistisch zu behaupten, dass Alan Stang eine gewisse Leidenschaft besitzt, jene nämlich, beim Geruch schwulen Blutes seine HK SR9 zu entsichern und los zu feuern. Als augenscheinlicher Sympathisant Ron Pauls kamen ihm die Enthüllungen der New Republic über diesen gerade Recht, erneut einen Schwulen ins Ziel zu fassen. Denn mit sachlicher Argumentation hat seine Verteidigung Ron Pauls und seine Kritik an James Kirchick aber auch gar nichts zu tun. Aber warum sachlich, wenn es auch bescheuert geht?

So who is James Kirchick? If you google him, you will find one reference to him as a “dishonest sack of s–t.” Since this is a high-class site and many of my readers are exquisitely genteel Christian ladies, we of course shun such terminology. Suffice it to say therefore that Kirchick is a supporter of Rudy the Ghoul’s.

Präsidentschaftsbewerber Rudy Giuiliani („der Unhold“) ist Alan Stang fast so unsympathisch wie das Tuntenpack an sich, hat er es doch gewagt sich a) scheiden zu lassen, b) bei einem befreundeten Schwulenpaar zu wohnen und c) auf einer Veranstaltung als Crossdresser aufzutreten. Die Unterstützung Rudys könnte Stang dem Kirchick vielleicht sogar noch verzeihen, nicht aber den Fakt, dass dieser Gestörte lieber mit Männern ins Bett geht:

“Jamie” Kirchick is also a militant faggot and therefore deranged. No doubt this helps explain why his tone is so nasty. Deranged people resent a paragon of wholesome normalcy like Dr. No. And in case you are wondering, it is perfectly okay to reveal that Kirchick is a militant faggot because the man at the New Republic who exposed the “Baghdad Diarist” is a faggot and angry liberaloids in the media used that to discredit him when he spilled the frijoles.

Kirchicks homosexuelle Orientierung macht ihn in den Augen Alan Stangs also nicht nur zum Gestörten, sondern auch noch zu einem Militanten. Was allerdings „militant“ an nicht versteckt gelebtem Schwulsein ist, kann uns nur Stang selbst erklären. Ich vermute allerdings, dass sich diese „Militanz“ aus dem Umstand her definiert, dass Kirchick sich weder per Therapie heilen lässt, noch sein schäbiges, perverses Leben mittels Überdosis beendet.

Alan Stang jedenfalls weiß genau, wie es um Homosexuelle bestellt ist. Auf die Kritik Kirchicks an der Aussage im Ron-Paul-Newsletter, Aids sei eine „politisch geschützte Krankheit“ entgegnet er:

Well, isn’t it? Doesn’t AIDS get far more federal money than any other disease? Wasn’t the original name of it GRID (Gay Related Immune Deficiency)? Didn’t the sodomites force the change?

Vermutlich würde es die Intelligenz von Alan Stang über die Maßen strapazieren, wenn man ihn darauf aufmerksam macht, dass die Bezeichnung „Gay Related Immune Deficiency“ eine verkürzte Beschreibung für eine Krankheit ist, an der auch Millionen Heterosexuelle leiden. Doch wieviel Realitätssinn kann man von einem Menschen erwarten, der über Schwule gar nicht anders reden kann als in Begriffen wie „Schwuchtel“ und „Sodomisten“?

He [James Kirchick] says indignantly that one newsletter quoted with approval the slogan advocated by a well-known Libertarian editor: “Sodomy = Death.” Well, doesn’t it? Don’t sodomites die long before normal men? Kirchick complains that Dr. No’s newsletters defend “parents who worry about sending their healthy kids to school with AIDS victims.” Are those parents wrong to worry? Hasn’t the AIDS establishment screeched for years about how contagious their disease is?

Neben den Übertragungswegen des HI-Virus mittels ungeschützem Sexualverkehr, Drogenbesteck und Transfusionen hat Aids-Experte Alan Stang nun also auch noch herausgefunden, dass man sich in der Schule anstecken kann, indem man im selben Raum wie ein an Aids Erkrankter sitzt. Ist diese Erkenntnis nun einen Nobelpreis für Medizin wert oder nicht doch eher einen für extreme Geschmacklosigkeit?

Indeed, says Kirchick, one Paul newsletter has the temerity to say that “gays in San Francisco do not obey the dictates of good sense.” Isn’t that true as well? In the face of their own pronouncements about contagion, don’t most of these lunatics practice unlimited promiscuity? Some even try to contract AIDS. They are called “bug chasers.” Is that good sense?

Ja, so sind die Schwuchteln. Militante Wahnsinnige die durch die Gegend ficken, Aids verbreiten, die Gesundheitsindustrie kontrollieren und dann auch noch Schmähartikel über den Liebling von Alan Stang schreiben. Doch ihm kann die Rosa Nostra nichts anhaben. Denn Stang weiß alles über ihre Machenschaften. Er weiß nicht nur Bescheid über die schwule Unterwanderung der Republikanischen Partei, über die sexuellen Vorlieben amerikanischer Präsidenten und über Aids, sondern ist gleichsam ein unübertroffener Experte des authentischen schwulen Sexlebens. Woher er das alles weiß, bleibt allerdings sein ganz persönliches Geheimnis. Vielleicht ja von einem Herrenklo auf dem Chicagoer Flughafen. Während einer Recherche. Undercover sozusagen…

2 Antworten zu “Militante Schwuchteln gegen Ron Paul”

  1. Sergej 23. Januar 2008 um 18:32 #

    Dabei hat Ron Paul durchaus auch „Pink Support“:

    http://gays-for-ron.blogspot.com/

    http://schwul-und-liberal.blogspot.com/2008/01/ron-paul.html

    Aber von homophoben Anhängern wie diesem Durchgeknallten da sollte er sich distanzieren!

  2. unGeDuLdig 25. Januar 2008 um 23:00 #

    Ich möchte einem Hexenjäger wie Stang bestimmt nicht das Wort reden, aber an seiner Beobachtung ist etwas dran, er interpretiert sie jedoch homophob.

    Viele Republikaner enthüllen durch ihre Homophobie eine latente Homosexualität, eine bigotte und projizierende Form derselben, die sich in vielen Fällen als Kitt der Eliten bewährt hat. Das staying in the closet ist dabei wesentlich, um den rechten Verschwörungstheoretikern das Verschwören zu ermöglichen. Seit den Spartanern wird homosexuell eingefärbte Kameradschaft als tabuisiertes „furchtbares Geheimnis“ instrumentalisiert, dessen Ausleuchtung den Schleier der Abhängigkeit zerreissen könnte.

    Wenn man sich gewisse Studentenrituale der Young Republicans ansieht, bzw. sich die sexuelle Athmosphäre in den Bibelschulen der christlichen Rechten zu Gemüte führt, so bekommt der schwulenfeindliche Eifer einen überraschenden Effekt, der latente und aktive Homosexuelle gleichzeitig terrorisiert und bindet.

    Diesen Schwulen ist das zu raten, was man allen anderen rät: Come out and play! Wenn es opportun ist, kann noch der treueste schwule Parteisoldat den Hunden zum Frass vorgeworfen werden bzw. sich durch eine Unachtsamkeit in der Öffentlichkeit verewigen.

    http://www.amazon.de/Brotherhood-Disappearing-Pants-Conservative-Scandals/dp/156858377X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=gateway&qid=1201298357&sr=8-1

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