Familien unter’m Regenbogen: Ideologie und Kindeswohl

10 Mrz

Nach Meldungen des Wiesbadener Kuriers liegen erste Ergebnisse der vom Bundesministerium für Justiz beauftragten Studie zu Kindern in andersgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften vor. Dazu erklärt Petra Niedermosel, Sprecherin des Heterosexuellenverbandes (HVD):

Obwohl die Studie noch nicht abgeschlossen ist, zeigen sich schon jetzt deutlich die erfreulichen Ergebnisse: Kinder, die in andersgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften aufwachsen, entwickeln sich in jeder Hinsicht positiv. Wir freuen uns, dass die Erfahrungen, die wir aus der Arbeit mit und für Kinder in Hetero-Familien haben, erneut wissenschaftlich belegt werden. Es überrascht andererseits auch nicht, dass sogar tendenziell auf Nachteile für die Entwicklung der Kinder verwiesen wird. Wir können die Aussage der Leiterin des Institutes für Frühpädagogik, Marthe Rainer-Kuch, nur bestätigen: Kinder in diesen Familienkonstellationen haben häufig eine schlechtere Ausgangsposition, denn sie wissen kaum um den Wert von Respekt und reflektieren wenig.

Tausende Kinder wachsen derzeit in Deutschland bei ihren heterosexuellen Müttern und Vätern auf. Wir begrüßen es sehr, dass die vorläufigen Ergebnisse der Studiengruppe im Staatsinstitut für Familienforschung (ifb) sowie dem Institut für Frühpädagogik (IFP) die Forderungen des HVD nach einem gemeinsamen Adoptionsrecht für Heterosexuelle unterstreichen. Die Forschergruppe wird nach Meldung der Zeitung trotz vorhandener Bedenken, die in weiteren Studien erforscht werden sollen, eine Gleichstellung im Adoptionsrecht empfehlen.

Erraten: Satire. Im Original geht es um eine Studie, die die Forderung nach einem Adoptionsrecht für Lesben und Schwule stützt. Die entsprechende Pressemitteilung kann man hier nachlesen. „Nachteile“ dürfen Sie im Zusammenhang der Originalstudie übrigens durch „Vorteile“ ersetzen. Genau, Vorteile:

Es überrascht auch nicht, dass sogar tendenziell auf Vorteile für die Entwicklung der Kinder verwiesen wird. Wir können die Aussage der Leiterin des Institutes für Frühpädagogik, Fabien Becker-Stoll, nur bestätigen: Kinder in diesen Familienkonstellationen haben häufig eine bessere Ausgangsposition, denn sie wissen um den Wert von Respekt und reflektieren mehr.

Mehr Infos über Regenbogenfamilien gibt es auf den LSVD Familienseiten. Alle die schon immer wussten, dass schwule und lesbische Eltern nicht das Optimum für Kinder sind, können sich ja bei Interesse mal die Mühe machen, die bisherige Forschung zum Thema zu sichten. Das Ergebnis ist nämlich eindeutig und entspricht dem vom Becker-Stoll referierten. Schwieriger wird es für solche, die früher, vermutlich aus ideologischen Gründen, der Ansicht waren, Kinder bräuchten nicht Vater und Mutter und jetzt ebenso „aus Prinzip“ der entgegengesetzten Ansicht sind. Ihre vorhandene Diskriminierungsabsicht formulieren sie dabei mitunter reichlich verdruckst:

Ich bin alleinerziehende Mutter und kann eines mit Sicherheit sagen: meinem Sohn fehlt ein Vater, ein Mann als Bezugsperson.
Das ist eine Erfahrung, die ich definitiv nicht erwartet hatte, als ich schwanger wurde. Und es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mir das eingestanden habe. Es ist einfach so offensichtlich. Eine zweite Mutter würde die Lücke nicht füllen, da sie eine Frau ist und kein Mann. Mir ist mittlerweile klar: Kinder brauchen Mütter *und* Väter, und optimal (für die Kinder!) ist ein konservatives Familienmodell. Die Wirklichkeit ist nicht immer so, wie es für uns angenehm erscheint.

Jetzt kommt der Clou. Diskriminierung liegt natürlich nicht in ihrer Absicht, aber wenn sie sich nun mal nicht vermeiden lässt:

Es geht nicht darum, andere Menschen zu diskriminieren. Es geht um das Wohl der Kinder, in welcher Richtung das am besten gewährleistet wird.

Da braucht es keine Gründe, Argumente, Fakten, man braucht sich auch nicht um die Forschung zu scheren, manchmal reicht einfach das gesunde Volksempfinden:

Die Rechtsnorm, welche die Beziehungen der Menschen untereinander regelt, (…) hat als Kriterium das auf der Natur der Dinge beruhende Sittengesetz.

Nachdem der Dame Generalisierung vorgeworfen wurde, machte sie sich schließlich doch noch auf die Suche nach Fakten, die ihre Behauptungen belegen könnten. Fündig wurde sie allerdings nicht:

[…] habe ich im Internet mal nach Statistiken gesucht zum Thema „Kinder von Alleinerziehenden und Kriminalität sowie Schulabschluss“. Es gibt zwar viele Statistiken zum Thema Kinder – aber diesen Zusammenhang habe ich nirgends untersucht gefunden.

Na sowas! Vielleicht ist bisher einfach noch kein Forscher auf die Idee gekommen, solch einen unsinnigen Zusammenhang zu erforschen. Aber dann präsentiert frau halt eigene Forschungsergebnisse:

Hier ist *meine* Statistik: in der 5.Klasse Hauptschule meines Sohnes wuchsen 8 von 24 Kindern ohne Vater auf.

Ja und? Wo ist die These? Es gibt keine, dafür eine Wette:

ich gehe jede Wette ein, dass eine größer angelegte Statistik einen klaren Zusammenhang zeigen würde zwischen Familienkonstellation und Schulleistungen, Kriminalität etc. Wenn ich jetzt am Wochenende Zeit dazu finde, werde ich mal im englischen Sprachraum nach solchen Statistiken suchen, vielleicht werde ich fündig.

Entweder hatte die umtriebige Dame am Wochenende keine Zeit dazu oder sie hat nichts gefunden, was ihre Behauptungen rechtfertigen würde. Jedenfalls präsentierte sie nach dem Wochenende keine neuen Erkenntnisse zum Thema. Statt dessen war sie über die vier (!) Lesben und Schwulen, die ihr zu widersprechen wagten, so empört, dass sie sich in der Kategorie „Weltuntergang“ auf ihrem Blog als verfolgte Unschuld inszenierte:

Ich habe gesagt “Ein Kind braucht Mutter und Vater”. Die schwul-lesbische Welt auf Gay-West läuft Sturm.

Meine Güte, sind manche Frauen schreckhaft. Aber so ist das eben, wenn die Homo-Lobby mit Kanonen auf Spätzchen schießt.

16 Antworten zu “Familien unter’m Regenbogen: Ideologie und Kindeswohl”

  1. Pat 10. März 2008 um 18:22 #

    Lieber Damien, mich würde jetzt doch zu sehr interessieren, wieso hinter dem vier das eingeklammerte Ausrufezeichen zu finden ist? Und zu der Studie. Die gleichen Ergebnisse haben komischerweise auch amerikanische Studien hervorgebracht. Irgendwann muss ich doch mal die Quellen heraus kramen.

  2. Damien 10. März 2008 um 19:42 #

    Liebe Pat: Na weil ich es so albern finde, wenn sich vier Leute äußern, zu schreiben: „die schwul-lesbische Welt läuft Sturm“. Ob sie denkt, GayWest hat nur 3 Leser/innen?

  3. Pat 10. März 2008 um 19:50 #

    Ahso, möglicherweise denkt sie das ja, aber wer weiß das schon. 😉

  4. ex-blond 11. März 2008 um 16:49 #

    Hallo Damian,

    hui, jetzt krieg ichs aber dicke ab hier …

    „Heimlich verdruckst“ ist an dem, was ich schrieb, nichts, sondern das ist einfach, was ich erlebt habe. Aber es scheint Dich gehörig zu ärgern.
    Nachzulesen ist mein Kommentar – ohne Kürzungen – übrigens hier.

    Ich kann nur wiederholen: das ist, was ich erlebt habe, und das ist noch dazu etwas, was ich selbst nicht erwartet habe, weil ich, wie ich schon einmal hier schrieb, vorher genauso wie Du dachte. Über die Jahre habe ich meine Meinung in diesem Punkt – in dem Punkt Kinder, Kindererziehung – komplett geändert. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun, denn es geht dabei um die Kinder, nicht um die Eltern. Ich als Alleinerziehende darf ja – weil ohne Ehepartner – auch kein Kind adoptieren, und das ist auch richtig so. Wegen der Kinder.

    Übrigens, wenn Du von „Homo-Lobby“ sprichst … ich nehme stark an, dass es einige Homos gibt, die ebenso wie ich denken. Wie repräsentativ ist denn dieses Blog, in dem Du Deine Meinung (bzgl. Kindern) vertrittst? Ist das die Meinung der Mehrheit unter Homosexuellen?

    Du täuschst Dich tatsächlich nicht, wenn Du annimmst, dass ich die von Dir genannten Studienergebnisse anzweifle. Da es sich vermutlich um Kinder aus vorhergehenden heterosexuellen Beziehungen handelt, die nun in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ggf. adoptiert vom nicht-leiblichen Elternteil leben, ist die Situation doch eine andere – oft wird das Kind vermutlich weiterhin Kontakt zum anderen leiblichen Elternteil haben. Ist das vergleichbar mit der Adoption eines fremden Babys? Ich meine: nein. Es ist vermutlich eher vergleichbar mit einem Scheidungskind.

    Nichtsdestotrotz: ich kann mich auch täuschen. Wenn ich mich täusche, dann ist es natürlich besser, wenn das Adoptionsrecht auch für Lebenspartnerschaften gilt! Ich will weder Dir noch Pat noch sonst irgend jemandem bösartig etwas vorenthalten. Was ich schreibe, entspringt keiner vorgefertigten Ideologie, sondern meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen.
    Ich schreibe darüber, weil ich denke, dass ich früher naiv war, und es einfach nicht besser wusste. Jetzt weiß ich es besser und will verhindern, dass andere genauso naiv sind, wie ich es war und dieselben oder ähnliche Fehler machen. Denn diese Naivität, dieser Irrtum im Denken über Kinder/Eltern verursacht Leid bei Kindern und Eltern.

    Ich bin der Meinung, dass Kinder Väter und Mütter brauchen und dass es deshalb schlechter für Kinder ist, wenn sie ein Elternteil – Vater oder Mutter – missen, wie das bei Alleinerziehenden und bei gleichgeschlechtlichen Partnern der Fall ist. Deshalb – und nur deshalb – bin ich der Meinung, dass die gesetzlichen Adoptionsgesetze eine Adoption eines beiden Partnern fremden (!) Kindes nur in einer heterosexuellen Konstellation zulassen sollen.

    So, und jetzt bist Du mir noch schuldig zu erklären, wo die „Diskriminierungsabsicht“ liegt, die Du mir unterstellst. Das ist nämlich nicht sehr nett.

  5. ex-blond 11. März 2008 um 16:50 #

    ups … hier

  6. Pat 11. März 2008 um 19:23 #

    Du verwechselst wissenschaftlich erhobene Studien mit Deiner persönlichen Erfahrung. Das ist unzulässig, merkst Du das nicht. Deine Erfahrung ist
    subjektiv, die Studie, wenn sie repräsentativ sein soll, wovon ich stark ausgehe, sonst würde sich Frau Zypries sicher mehr als nur ärgern, obejektiv. Kennst Du diesen Unterschied? Nochmals zu Mutter und Vater. Kennst Du auch nur ein homosexuelles Paar bei denen Kinder aufwachsen. Hast Du mit nur einem Kind gesprochen, welches bei einem homosexuellen Paar groß geworden ist?

    Die Diskriminierungsabsicht liegt darin, dass Du etwas ohne Hand und Fuß auf die Allgemeinheit projizierst und als allgemeingültig darstellst und das noch frevelhafterweise ohne auch nur einen einzigen Anhaltspunkt. Aber es ist schwer mit jemanden zu diskutieren der zwar gern polemisch schreibt, aber leider nicht willens ist Standpunkte zu überdenken. Deiner ist überholt und durch mehrere Studien wiederlegt. Und wie schon vorher geschrieben. Studien sollte objektiv sein, Deine Meinung ist subjektiv.
    Du schreibst ja selbst Dein Schreiben entspringt Deiner Erfahrung. Nur wo sind die mit Regenbogenfamilien, dass Du meinst so allgemeingültig schreiben zu können? Fragen über Fragen…

    Achso und ehe ich’s vergessen. Du kannst ja bei Interesse mal hier einen Blick rein werfen und lesen richtig. Die Schwächen, die Du Deiner subjektiven Erfahrung nicht zugestehst, werden dort bei den objektiven Studien erwähnt.

  7. Damien 11. März 2008 um 20:26 #

    Hi ex-blond: Das mit der „Homo-Lobby“ war ironisch gemeint. Bestimmt gibt es Homos, die ebenso denken wie Du. Es gibt sogar Schwule, die denken, dass sie therapiebedürftig sind, weil sie schwul sind. Nein, ich unterstelle Dir solch ein Denken nicht. Was ich damit sagen will: Nur weil Schwule etwas denken, ist es natürlich noch lange nicht richtig. Ich habe keine Ahnung, wie repräsentativ die auf GayWest vertretenen Meinungen für Schwule sind. Wie die Mehrheit der Lesben und Schwulen denkt, weiß niemand – da niemand weiß, wie viele Homosexuelle es in Deutschland gibt. Das wird nämlich nirgendwo erfasst. Und das ist auch gut so…

  8. ex-blond 11. März 2008 um 21:39 #

    @ Damien

    Und wie ist das jetzt mit der „Diskriminierungsabsicht“?

  9. Damien 11. März 2008 um 21:49 #

    @ ex-blond: Dazu hat Pat doch schon alles Notwendige gesagt.

  10. ex-blond 11. März 2008 um 22:45 #

    @ Pat

    Meine Erfahrung ist subjektiv, stimmt. Die Studie ist nicht „objektiv“ denn: es gibt noch kein Adoptionsrecht (zum von beiden Partnern fremden Babys). In den USA hat glaube ich ein US-Staat (Massachusetts) das jetzt eingeführt, und Israel (?) aber Studien gibt es da sicher noch nicht dazu.

    Ich sehe selbst, dass man nicht ohne Weiteres Alleinerziehende mit eingetragenen Partnerschaften vergleichen kann, weil die soziale Situation oft eine andere, nämlich schlechtere ist, der Vergleich hinkt natürlich an dieser Stelle.

    Nichtsdestotrotz bin ich zutiefst davon überzeugt, dass ein Kind in seiner Entwicklung am besten ein heterosexuelles Elternpaar – Mutter *und* Vater – braucht. Und mir ist klar, dass man das schwer erklären kann, genauso wie es schwer ist, oder in Plattitüden ausartet, wenn man beschreiben will, was der seelische/innere Unterschied zwischen Mann und Frau ist. Und bzgl. Kindern gibt es da natürlich auch individuelle Unterschiede, z.B. denke ich, dass ein Junge dringender seinen Vater braucht als ein Mädchen usw. Und von Person zu Person ist es wieder verschieden. Manche stecken es besser weg, andere weniger. Und es gibt Ehen, deren Kinder sehr leiden weil die Eltern versagen und Homopaare, in denen es dem Kind rundum super geht und es sich bestens entwickelt. Das ist mir doch klar. Die Welt ist eine komplizierte.

    Wenn wir aber im Makrobereich argumentieren, also im politischen Bereich Gesetzgebung, Rechte, Pflichten, Organisationen, dann gilt das Argument „ich kenne aber eine Familie in der ist es so und so“ nicht, sondern dann muss man grundsätzlich überlegen: was ist die beste Situation für ein Kind? Braucht ein Kind idealerweise für seine seelische Entwicklung beide Geschlechter als Eltern, oder ist die Entwicklung eines Kindes unabhängig davon? Ausnahmen wird es immer geben – das ist der Mikrobereich. Das hier ist aber eine politische Diskussion, also eine Diskussion, die den Makrobereich betrifft.

    Du glaubst es mir ja sonst nicht, also habe ich mich auf die Suche nach Statistiken gemacht. Es gibt da ziemlich viel, auch viele Artikel, hier ist eine recht ausführliche, interessante: http://www.civitas.org.uk/pubs/experiments.php
    (Civitas: The Institute for the Study of Civil Society was launched early in 2000 as an independent think tank. It is a British registered charity (No. 1085494[1]), financed by private donations. It receives no government funding. The stated underlying purpose of Civitas is to deepen public understanding of the legal, institutional and moral framework that makes a free and democratic society possible. The think tank describes itself as „classical liberal“ and „non-partisan“, although it is commonly referred to as right-wing by observers.)

    Würdest du übrigens folgendem Satz zustimmen: „Für die Entwicklung eines Jungen ist der Vater sehr wichtig“?
    Da gibt es ganze Bücher drüber, mittlerweile. Das entspringt nicht meiner „Projektion“ ohne „Hand und Fuß“ und „frevelhafterweise“ „ohne Anhaltspunkt“.

    Zu guter Letzt möchte ich noch anmerken, dass nicht ich polemisch geschrieben habe, sondern Damiens Blog-Artikel oben polemisch ist, gell *plinker*

  11. ex-blond 11. März 2008 um 23:04 #

    @ Pat
    Nachwort: den von Dir verlinkten 14-seitigen Artikel schaue ich mir noch genauer an – habe ihn gerade nur überflogen. Nur soviel im Vorab: früher hätte ich die Ergebnisse und Schlüsse, die dort gezogen werden 1:1 geglaubt oder übernommen, ohne eine Idee zu haben, wie jemand anders denken könnte, ohne in irgendeiner Form bösartig zu sein. Heute, viele Jahre später, mit 15-jährigem Sohn glaube ich das nicht mehr. Und zwar NUR aus dem Punkt heraus, dass Frauen keine Männer ersetzen können und Männer keine Frauen, selbst wenn sie die tollsten und engagiertesten Eltern sind, die man sich nur vorstellen kann.

  12. Pat 12. März 2008 um 13:38 #

    Es geht hier nicht um Glauben oder nicht Glauben. Du setzt Belletristik über wissenschaftliche Arbeitsweise. Das was Du mir geschickt hast, behandelt sehr unausführlich alleinerziehende Mütter, wo der biologische Vater fehlt. Ich würde ja eher dazu tendieren, dass ein weiterer Elternteil fehlt. Aber ich bin mir sicher, dass es auch Kinder gibt, die in dieser alleinerziehenden Situation glücklich aufwachsen und gut in der Schule sind und studieren udn auch sonst im Leben nicht benachteiligt sind. Demnach würde ich auch sie nicht über einen Kamm scheren und eben, ob das wirklich darauf zurückzuführen ist, dass da ein biologischer männlicher Part fehlt oder eben nur ein zweiter Entlastungspartner, egal ob Frau oder Mann zu dem das Kind eine gute Beziehung hat, ist für mich mehr als nur fraglich.

    Zu Deiner Frage, die mit dem Junge und dem Vater. Ich muss mich immer wieder fragen, was bei mir so schief gelaufen ist. Ich hatte Mutter und Vater und habe trotz dessen ein Leben ohne deren begrenzenden Schienen gewählt. Für mich kommt es bei einem Kind auf viel mehr an, als darauf, dass beide Geschlechter im Haushalt vorhanden sind. Ein Kind benötigt Liebe, Zeit und Geld. Und wenn es einen Mann als Bezugsperson braucht, dann wird es den auch finden. Schließlich leben wir nicht in einer hermetisch abgeriegelten Welt. Aber ehrlich gesagt, gehe ich nicht davon aus, dass jeder Junge unbedingt einen Vater braucht. Aber diese Diskussion hier zu führen, ist mir ein wenig zu anstrengend. Zumal Du leider dazu neigst, behende wissenschafltich erhobene Fakten zu ignorieren. Das ist keine Meinungsmache, wie Du sie betreibst. Das sind unabhängige Institute, die objektiv betrachten. Aber das möchte ich nicht nochmal ausführen.

    Was mich aber wirklich interessieren würde. Wozu, meinst Du denn, braucht ein Junge den Vater und das Mädchen braucht dann keinen? Und wieso muss eine Frau den Mann ersetzen? Welche so herausragenden Qualitäten haben denn Männer und Frauen, dass sie sich für Dich so grundlegend voneinander unterscheiden?

  13. ex-blond 12. März 2008 um 20:56 #

    @ Pat

    ja, ich denke auch, wir fangen an, uns zu wiederholen und das Ganze dreht sich jetzt etwas im Kreis.

    Aber auf Deinen letzten Absatz möchte ich eingehen, denn im Grunde dreht sich diese ganze Diskussion um solcherlei Fragen, wie Du sie da stellst.

    Erst mal eine Richtigstellung: ich habe gesagt, ein Junge braucht dringender als ein Mädchen einen Vater. Ich habe nicht gesagt: ein Mädchen braucht keinen Vater.
    Und ich habe nicht gesagt, dass eine Frau den Mann ersetzen muss, sondern dass eine Frau einen Mann nicht ersetzen kann und umgekehrt. D.h. eine Frau kann – weil sie eine Frau ist – kein Mann sein. Und ein Mann kann – weil er ein Mann ist – keine Frau sein. Ein Hund ist ein Hund und eine Katze ist eine Katze.

    Jetzt zur wirklich interessanten Frage: Wie unterscheiden sich Männer und Frauen?

    Zunächst einmal: dass es einen Unterschied gibt, müsste Dir ja glasklar sein. Gäbe es keinen Unterschied, würdest Du Dich unterschiedslos sowohl in Männer als auch in Frauen verlieben. Das ist ja keine Frage des Äußeren. Mich zum Beispiel sprechen Frauen äußerlich viel mehr an als Männer, aber verliebt habe ich mich bisher immer nur in Männer – unabhängig von deren Aussehen. Das zeigt doch schon, dass es da einen ganz tiefen Unterschied gibt, und zwar einen weit mehr als äußerlichen, nämlich seelischen Unterschied gibt.

    Worin bestehen die Unterschiede inhaltlich? Männer und Frauen sind nicht nur körperlich, sondern auch seelisch etwas anders strukturiert und haben statistisch gesehen unterschiedliche Begabungsschwerpunkte. Männer tendieren eher dazu, ein quasi dauerhaft vorhandenes sexuelles Verlangen zu haben als Frauen, sind leichter z.B. durch Bilder u.a. erregbar als Frauen usw. Ich denke, eine Bindung z.B. durch Ehe bedeutet für Männer und Frauen eine unterschiedliche Art von Verzicht und bewusster Zähmung der eigenen Triebe. Frauen neigen eher zur Hysterie als Männer. Ich habe es zum Beispiel im Büro immer angenehmer gefunden, mit Männern zusammenzuarbeiten als mit Frauen. Männer können sehr sachorientiert sein und auch nach einem (z.B. beruflich verursachten) Wettkampf nachher miteinander ein Bier trinken gehen – Frauen tendiere eher dazu, zickig zu sein und sich als Konkurrentinnen aus dem Weg zu gehen, Cliquen zu bilden, verbal übereinander zu lästern usw. Mädchen in der Pubertät quasseln stundenlang miteinander am Telefon, Telefonate bei Jungs in der Pubertät klingen ungefähr so: „Hi. Kommst Du rüber zum Zocken?“ – „Muss erst Essen.“ – „Ok, komm danach.“ – „OK, Tschau.“
    Diese Beispiele zeigen nach außen, dass es innerlich Unterschiede gibt. Ich halte diese sogar für ganz erheblich. Ich glaube, es fühlt sich total anders an, ein Mann zu sein, als eine Frau.

  14. ex-blond 12. März 2008 um 21:03 #

    P.S. ein Kind braucht nicth in erster Linie einen „Mann als Bezugsperson“ sondern es braucht einen Vater. Das kann auch ein nicht-leiblicher Vater sein. Ein Onkel oder Freund als „männliche Bezugsperson“ ist zwar hilfreich, ein Glücksfall, wenn ein vaterloser Junge so jemanden hat, aber kein voller Ersatz für einen Vater.

  15. Pat 13. März 2008 um 12:16 #

    Damit hast Du zwar viele Klischees aufgestellt, aber die Frage, warum Du meinst, dass ein Junge einen Vater braucht, hast Du mir damit immer noch nicht beantwortet. Kommt die Antwort noch? Oder stellst Du unbegründete Behauptungen auf. Das wiederum würde mich bei diesem Thema auch nicht verwundern.

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