Jugend pervers

7 Apr

Sie kleiden sich schwarz, sie schminken sich die Augenpartie, sie frisieren sich aufwendig und extravagant:

Emo, ein weltweit verbreiteter Jugendtrend, ist in Mexiko seit einigen Jahren vor allem unter den 15- bis 17-Jährigen aus der Mittelschicht sehr populär. […] In großen Gruppen belagern sie zentrale Plätze, Parks oder Einkaufspassagen. Sie geben sich bewusst sensibel, melancholisch und introvertiert.

Ein Jugendtrend also, etwas das seit ewig und in allen Zeiten üblich war und ist. Wo liegt das Problem? Eigentlich dürfte es keines geben. Wenn nicht andere Jugendliche Mexikos in einem Anfall von absoluten Wahnsinn beschlossen hätten, der Emo-Bewegung ein Ende zu setzen:

Seit Anfang März Punks, Gothics, Skater und andere Jugendliche zu Hunderten ins Zentrum der zentralmexikanischen Stadt Querétaro zogen, um die Emos von ihrem Treffpunkt, der Plaza de Armas, zu vertreiben und sie durch die Straßen der Altstadt zu jagen, reißt die Welle der Angriffe auf Emos nicht mehr ab.

Die Erklärung warum es zu diesen Gewalttätigkeiten kommt, übersteigt dabei das Verständnis jedes moralisch empfindenden Menschen:

„Sie haben uns unsere Musik und unseren Stil geklaut“, werfen die Anhänger anderer Jugendsubkulturen, vor allem Punks und Gothics, den Emos dort vor. Schon seit Monaten zieht eine regelrechte Anti-Emo-Bewegung im Internet über sie her. In zahlreichen Blog-Einträgen und YouTube-Videos werden Emos als verwöhnte und verweichlichte Mittelschichtkinder verhöhnt, die nur einem Modetrend nachlaufen und sich theatralisch als hypersensibel inszenieren.

Doch die Emos haben sich nicht nur des „Diebstahls“ und der Emotionalität schuldig gemacht. Fatal erinnern sie die im Macho-Stil erzogenen Proleten-Jugendlichen auch an den schlimmsten Feind von allen:

Immer öfter sehen sich die häufig androgyn wirkenden männlichen Emos auch schwulenfeindlichen Äußerungen ausgesetzt. In den letzten Wochen kamen zu den Veräppelungen und Beschimpfungen zunehmend Drohungen und konkrete Gewaltaufrufe: : „Metal-Fans, Punks, Gothics, wir müssen uns zusammentun, um den Emos ein für alle mal den Garaus zu machen“, ist im Weblog des „Movimiento Anti Emo sexual“ (Anti-Emosexuellen-Bewegung) zu lesen, es folgen Details zu Uhrzeit und Ort der nächsten Aktion. Der Autor schließt mit dem Gruß: „Unterstütze dein Vaterland, töte einen Emo!“

Totalitarismus in Reinkultur also, ausgeübt von Jugendlichen, die offenbar die Grundregel des friedlichen Miteinanders nie gelernt haben:

Erstaunlich dabei ist, dass Intoleranz und Repression offenbar gerade von Punks oder Gothics ausgeübt werden, also Anhängern von Subkulturen, die sich ebenfalls von der Gesellschaft missverstanden und diskriminiert fühlen.

Vielleicht fühlen sich die Punks und Gothics in ihrer Rolle als von der Gesellschaft „missverstandende“ und „diskriminierte“ Subkultur ja auch ganz wohl? Und können es einfach nur nicht ertragen, dass die Emos nicht in ihrem kleinen Kollektiv mitmachen wollen, sondern ganz glücklich sind wie sie sind. Die Erklärungsversuche für diese Orgien der Gewalt sind im Grunde genommen auch völlig belanglos. Wenn jemand zur Gewalt oder zum Mord aufruft, kann dieser sich so oft missverstanden und diskriminiert fühlen wie er will. I don’t give a shit!

5 Antworten zu “Jugend pervers”

  1. Viktoria 7. April 2008 um 22:31 #

    Oh mein Gott!

    Sowas ist auch absolut unverständlich! X( Wie können die Leute nur so ausrasten?

    Emos sorgen auch in Deutschland unter Jugendlichen für Spott. Ich als Grufti konnte daraus indirekt profitieren: Während ich meine ganze Jugend lang als Satanistin beschimpft wurde, ist von sowas garnicht mehr die Rede: Ich bin aus dem Schneider, es gibt was neues, was man nieder machen kann. Bravo! „Lustig“ daran ist dass Klischees, wie die der Selbstverletzung und der Suizidgefahr nun einfach auf die Emos umgemünzt wurden.

    Natürlich können solche Gewaltausbrüche in keiner Weise gutgeheißen werden. Aber vielleicht trägt dazu bei, dass Emos fast schon zu gut in die Opferrolle hinein passen?

  2. pornodudi 7. April 2008 um 23:13 #

    Aber das was ihnen vorgeworfen wird, von wegen Stilklauen. Ich find den Stil ziehmlich aus allem zusammengeklaut und ergibt dann Emo. Nicht soo mein Ding mit den schwarzen Haaren…

  3. skibowski 8. April 2008 um 19:14 #

    Und ich dachte das wäre ein fiktiver Spaß den sie hier formulieren. Ich hatte das dem Autor zugetraut. Oder der Autorin. Ich weiß das gerade nicht.

  4. black diamond 14. Juni 2008 um 20:58 #

    hi bin eher ein „true“metal head(GAY)!leute wegen eines kleidung,s stil zusammen zu schlagen ist scheisse!ich mag emo musik überhaupt,aber deswegwn sind diese menschen doch nicht schlecht!!leute die so etwas machen sind auch leicht empfänglich für scheiss parolen!für alle toleranten unter euch besucht meine kustseite,jeder ist willkommen egal ob metal oder emo!! l g black diamond http://www.blackdiamond76.de.tl

  5. melanie 24. Januar 2009 um 19:38 #

    weiss net was emos sind oky bye

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