Fußballer und Fans – vereinsamt, impotent und schwul

29 Jun

Die böse Moderne hat wieder zugeschlagen. Sie, und nur sie, ist nämlich verantwortlich dafür, dass Menschen doch tatsächlich Freude am Fußball haben. Findet zumindest Prof. Dr. Gerhard Vinnai, analytischer Sozialpsychologe der Uni Bremen.

Der Fußballkult eignet sich dazu, fehlende lebenswichtige Realität zu ersetzen. Etwa: Bei einem Zerfall des Sozialen und einer Atomisierung der Gesellschaft können sich Menschen als Masse im Stadion oder vor der Public Viewing-Leinwand der Illusion einer Gemeinschaft hingeben. Damit liefert das Fußballereignis „einen fragwürdigen Ersatz für wirklichen, durch gemeinsame solidarische Anstrengung erzeugten sozialen Zusammenhalt“

Und es kommt noch doller:

Auch der Fußballprofi selbst, in seiner sexuellen Entwicklung häufig gehemmt, realisiert u.U. einen Lebensersatz. „Der Fußball als Sport unter Männern lebt von einer ausgeprägten latenten Homosexualität. Hier ´treiben´ es Männer mit Männern, die sich, nachdem sie beim Torschuss anderen Männern ihre Potenz bewiesen haben, lustvoll aufeinander werfen. Für ´echte´ Fans kommt der Fußball auf den Hund, wenn zuviele Frauen im Stadion sind. Zugleich müssen die homosexuellen Elemente dieses Treibens streng tabuisiert werden. Ein offen homosexueller Fußballspieler jagt seinen Mitspielern Angst ein, weil er diese Tabus infrage stellt.

Na also, da hat man doch endlich etwas, was man allen Fußballfreunden voll fröhlich an den Latz knallen kann: Ihr seid alles vereinsamte sexuelle Krüppel, voll verschwuchtelt und kriegt in Anwesenheit von Frauen keinen hoch.

Zur anschließenden Bezahlung seiner Krankenhausrechnung wende man sich bitte vertrauensvoll an Prof. Dr. Vinnai.

6 Antworten zu “Fußballer und Fans – vereinsamt, impotent und schwul”

  1. Emily 30. Juni 2008 um 13:32 #

    Fußball ist ein männlicher Kult und Schwule sind genauso Männer (sie sind sogar die „männlichsten“ Männer, da sie Frauen aus ihrem „System“ ausschließen) Letztendlich agieren sie das, was auf dem Fußball(schlacht)feld latent passiert, in der Realität aus – der Untertitel dieses Blogs sagt es ja schon, worum sich alles dreht. Ob das jetzt wirklich der Sinn der Sexualität ist, wage ich zu bezweifeln, aber zumindest gibt es dabei keine Verletzten und Toten ;-).
    Und nein, Sexualität dient nicht primär der Fortpflanzung (in dem Punkt gebe ich dir recht), sie ist der Lebensantrieb und kann eine Quelle für große Kreativität sein (was ich hier auf der Seite ein bißchen vermisse).

  2. Emily 30. Juni 2008 um 13:54 #

    Aber ich finde den Aspekt sehr interessant, dass der Fußball für Männer seinen „Wert“ verliert, je mehr Frauen daran Anteil nehmen.

  3. Adrian 30. Juni 2008 um 14:10 #

    Was man ja unter anderem daran sieht, wie wenig Frauen auf den Fanmeilen der Nation anwesend waren, nicht wahr? Dabei konnte man sich vor aus engen Tops herausquellenden Brüsten kaum mehr retten.

  4. Albert 2. Juli 2008 um 16:45 #

    meine 2 cents

    ES wird, schwul oder nicht, aktivitäten nachgegangen, die im Rahmen einer männlichen Wertsphäre(sozial konstruiert oder was auch immer) funktionieren. Wo ist das Problem? Sind Lady Nights nur für Lesben da?

    Vor allem wenn es um mitspielende Frauen geht, macht dass immer weniger sinn. Zum einen wegen ihrer Körperlichen möglichkeiten. Außerdem:(ich gehe zu 95% von sozialer Konstruktion/beschränkung aus!!)

    Frauen, wenn sie nicht bewusst yang*-modi entwickelt haben, mangelt es einfach oft an typischen haltungen.

    Fußball ist oft auch Initiations Ritus für Jungs(he oder ho, IST EGAL), und dass geht dann so, das man die Regeln einhalten MUß und versucht, sich DURCHZUSETZEN. Regeln, Kampf, durchsetzen.

    Junge Mädchen kommen dann im Park an, und wollen mit spielen, aber für sie ist Fairness, Verantwortung und emotionale Integrität, also gemocht werden und mögen, wichtig, Regeln gegen Gefühle durchzusetzen finden sie Schlimm. Wenn jemand heult, fragen sie, auf er nicht trotzdem nochmal versuchen kann.

    Das macht die Jungs aggressiv, es passt nicht in das schema, dass sie durchleben müssen.

    Und ich denke, in Bezug auf Fußball bleibt das gefühl für viele immer.

    weibliche Fußball fans: wissen oft nicht dass er sich trotzdem nicht mit ihr beschäftigen wird, egal wie viel sie für ihn tut.

    *Yin-„weiblich“ /Yang „männlich“, damit versuche ich die „Wertsphären biologisch zu neutralisieren.

    Wenn irgendwann mal eine Homo mit Dreieckigen Ohren geboren wird, behaupten sie bestimmt, gays kommen aus dem all(„Space-Gays!!!“)

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  1. So ist das also « Freunde der offenen Gesellschaft - 29. Juni 2008

    […] ist das also Adrian dokumentiert bei Gay West analytischen Sozialpsychologie-Bullshit Dieser Eintrag wurde von Daniel Fallenstein am So, 29. Jun 2008 um 14:14 geschrieben, abgelegt […]

  2. Hommage d’EURO (?!) « manuelbecker.de - 6. Juli 2008

    […] gibt’s ein paar Schmankerln zu diesem Thema: “Fußball: Zu hart für Schwule?”, “Fußballer und Fans – vereinsamt, impotent und schwul” und “Schwul im […]

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