Buletten statt Schwuletten

7 Jul

Ein gewisses Unbehagen gegenüber der weltgrößten Restaurantkette McDonalds gehört für sich progressiv gebende Menschen zum guten Ton. Durch ihre Münder erfährt man bei jeder Gelegenheit – ob man es nun wissen will oder nicht -, wie schrecklich der Fast-Food-Konzern doch sei. Weil dieser für die Abholzung der Regenwälder verantwortlich zeichne, weil seine Mitarbeiter nicht so viel verdienen wie die Manager bei Microsoft, weil das Essen dort nicht ausgewogen sei und überhaupt: weil McDonalds nun mal ein amerikanischer Konzern ist, der – grande terreur – doch tatsächlich am Profit interessiert ist.

Doch es geschehen noch Zeichen und Wunder. Neben links-ökologischen Neospießern hat jetzt auch eine Gruppe ihre Antipathie gegen McDonalds entdeckt, die mit der ersteren eigentlich gar nichts zu tun hat, zumindest auf den ersten Blick. Hierbei handelt es sich um um Anstand und Moral besorgte Kulturreaktionäre, denen die Firmenpolitik des Konzerns schon länger gegen den Strich geht. Nein, es geht nicht um – wegen der Kuhfürze – klimaschädlichem Rindfleisch. Die Gefahr, welche die American Family Association (AFA) ausgemacht hat, ist viel Furcht erregender als Buletten: Schwuletten!

Ja, das böse McDonalds hat entschieden, sich im Endkampf der religiösen Fundis gegen Homosexuelle auf die Seite der Schwulis zu schlagen. Was die AFA so schockiert hat, dass sie sogleich zum Boykott der Buletten-Bude aufgerufen hat:

– This boycott is not about hiring homosexuals

It is not about homosexuals eating at McDonald’s.

– It is not about how homosexual employees are treated.

It is about McDonald’s, as a corporation, refusing to remain neutral in the culture wars. McDonald’s has chosen not to remain neutral but to give the full weight of their corporation to promoting the homosexual agenda, including homosexual marriage.

Die berüchtigte „homosexuelle Agenda“ ist, wie wir alle wissen, unser Meisterstück – der, durch den zuckersüß vorgetragenen Ruf nach Akzeptanz, getarnte Plan, Gott zu töten, die Heterosexualität auszurotten, Familien zu zerstören und anschließend die Kinder zu verspeisen. Das McDonalds bei dieser perfiden Aktion mitmacht ist für die Heteros zwar bedauerlich, zeigt aber die Macht der Schwulen im globalen Kontext, die jetzt auch schon den Kapitalismus instrumentalisieren, um ihre zerstörerischen Ziele zu erreichen.

Die Kundschaft jedenfalls ist empört:

„I love your Vanilla Iced Coffee and often purchase one on my way home from work, but I believe I will have to abstain from buying them again. I will not spend my money in support of your gay agenda. I will fine another way to get my iced coffee, even if McD’s is the only fast food place on Kodiak. I pray God will influence you to change your minds.“

„McDonald’s support of the homosexual lifestyle saddens and disappoints me. I will no longer frequent your restaurants until you decide to withdraw your support of this behavior and remain neutral on the issue if you cannot denounce it as harmful to society. I hope you will reconsider this decision.“

„What a disgusting disgrace…your establishment was always viewed as a „Family Oriented“ fun place. Wioth your cheerful funloving clown mascot, Ronald. What business has a restaurant got to do with meddling in perverted lifestyles?“

Ja, die Welt geht den Bach runter und nur noch solch heroische Organisationen wie die AFA können die Zukunft unserer Kinder retten. Jeder Mensch auf diesem Planeten sollte sich klar machen: Wer bei McDonalds isst, zerstört nicht nur das Weltklima, sondern outet sich als Freund der Schwuchteln.

Allerdings: Klingt beides nicht ziemlich sympathisch?

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2 Antworten to “Buletten statt Schwuletten”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Culture wars « Neues Und Bekanntes - 8. Juli 2008

    […] Gay West hat das Wort: Ja, das böse McDonalds hat entschieden, sich im Endkampf der religiösen Fundis gegen Homosexuelle auf die Seite der Schwulis zu schlagen. Was die AFA so schockiert hat, dass sie sogleich zum Boykott der Buletten-Bude aufgerufen hat: – This boycott is not about hiring homosexuals […]

  2. McDonald’s und Kulturkampf « Joerns Weblog - 8. Juli 2008

    […] steckt hinter diesem Kulturkrieg? Adrian hat es bei Gay West im Beitrag “Buletten statt Schwuletten” treffend zusammengefasst: Die berüchtigte “homosexuelle Agenda” ist, wie wir alle […]

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