Lesbenküsse, Schwulitäten, Sex mit Minderjährigen

15 Jul

Wie man mit inszenierter Homosexualität Geld verdienen kann, ohne dabei das evangelikale Publikum zu verschrecken, macht zur Zeit die amerikanische Sängerin Katy Perry vor:

In ihrem Hit „I Kissed A Girl“ singt sie etwa darüber, wie es ist, als pubertierendes Mädchen, das eigentlich Jungs gut findet, ein anderes Mädchen zu küssen und das auch nicht so schlecht zu finden.

Als feministisches Statement meint Katy Perry das nicht unbedingt, im Gegenteil: Nach dem Kuss zeigt sie sich recht verwirrt, ein schlechtes Gewissen plagt sie. „Gute Mädchen machen so etwas nicht / Sie sollten sich so nicht verhalten“, hört man sie singen. Über den Grad von Katy Perrys emanzipatorischer Fortschrittlichkeit sollte man sich lieber keinen Illusionen hingeben.

Dumm ist das Mädchen also nicht:

Sie dreht das Rad der sexuellen Befreiung ein paar Umdrehungen zurück, nimmt dann eine Grenzüberschreitung vor, die keine ist, und entschuldigt sich hinterher noch dafür.

Am Ende wird – natürlich – alles wieder gut:

Auch in Katy Perrys Nummer-eins-Hit „I Kissed A Girl“ geht am Ende alles wieder seinen geregelten Weg: Im Video zum Song sieht man die Sängerin, wie sie morgens neben einem Mann aufwacht. Sie kuschelt sich an ihn und lächelt. Offenbar freut es sie sehr, aus ihrem lesbischen Albtraum endlich aufgewacht zu sein.

Ebenso scheint es ihr ein Anliegen zu sein, dafür zu sorgen, dass schwule Jungs weiterhin in einem solchen leben. Wie sonst sollte man es verstehen, wenn sie in „UR So Gay“ singt

„Du bist so schwul, dabei magst du Jungs noch nicht mal“,

und damit einen Exfreund meint,

der zwar nicht wirklich schwul ist, sie aber sitzen gelassen hat, weswegen sie ihn nun wüst beschimpft. In Interviews betonte Katy Perry zwar längst, sie habe eigentlich nichts gegen Schwule, sie wolle den Song nur als Spaß verstanden wissen – und natürlich als Warnung an ihre zukünftigen Partner. Dennoch erscheint ihre Verwendung des Wortes „schwul“ als ultimative Erniedrigung etwas fragwürdig.

Zumal sie offenbar nach Lesbenprovo und Schwulenbeschimpfung bereits dabei ist, den nächsten Tabubruch zu kommerzialisieren:

Auf dem Cover ihres Albums „One Of The Boys“ präsentiert sie sich ganz im Kitschstil der 50er-Jahre beim Sonnenbaden, auf einer Gartenliege rekelnd.

Das Motiv ist eine originalgetreue Rekonstruktion des Plakats zu Stanley Kubricks „Lolita“-Verfilmung aus dem Jahr 1962. Sex mit Minderjährigen also.

Falls der Dame die Ideen ausgehen, finden sich sicher ein paar Stichwortgeber: Rassismus wäre noch zu haben, Antisemitismus und nicht zuletzt Gotteslästerung. Bereit dafür scheint sie zu sein:

„Ich würde alles tun, um Aufmerksamkeit zu bekommen“, erklärte Katy Perry in einem Interview im Oktober 2004,

weshalb man die Geschichte über Perry getrost mit diesem Satz aus dem WELT-Artikel abschließen kann:

Mit diesem einfältigen Hin und Her hat Katy Perry nicht nur großen Erfolg, sie nervt damit auch kolossal.

Eine Antwort zu “Lesbenküsse, Schwulitäten, Sex mit Minderjährigen”

  1. Jörn Christian Meyer 15. Juli 2008 um 21:56 #

    Was mir spontan zu diesem Lied eingefallen ist: Jill Sobule hatte in den 90ern einen ganz ähnlichen Hit: I KISSED A GIRL

    Und das Lied war etwas anders gemeint.

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