Warum Autonomie manchmal gar nicht so schlecht ist

23 Aug

Man muss nicht immer ein Herz für den Kolonialismus haben. Zuweilen hat staatliche Autonomie auch etwas für sich. Zum Beispiel die der Coquille-Indianer, die als erster amerikanischer Stamm die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet haben:

„Die Ureinwohner Nordamerikas sind sehr sensibel, wenn es um Diskriminierung jeder Art geht“, sagte Häuptling Ken Tanner. „In unserem Stamm wollen wir erreichen, dass jeder sich in die Situation des anderen einfühlt und so lernt, unsere Verschiedenheit zu respektieren. Nur so werden wir eine starke Gemeinschaft“.

Okay, „starke Gemeinschaft“ klingt ein wenig totalitär, aber das haben Stammesgesellschaften nun mal so an sich. Und so stellt sich, bei aller Freude über die Entscheidung der Coquille, die grundsätzliche Frage: Darf ein indianischer Schwuler nachdem er innerhalb seines Stammes geheiratet hat auch von dannen ziehen oder ist er gezwungen, auf ewig im heimischen Dorf zu bleiben und altüberlieferte Bräuche zu lernen um sich dann zu wundern, warum sein Bruttoeinkommen nicht ganz an das eines Bankers in New York heranreicht?

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