Die Verhältnisse umdrehen, etwas entgegensetzen oder so ähnlich. Jedenfalls Kunst.

30 Aug

Neulich abends in Berlin-Kreuzberg. Damien hat Hunger und der nächste Imbiss ist in Sicht. Plötzlich macht sich ein Mann mit Kamera in der Hand und zwei Groupies im Hintergrund von der Seite an mich ran. Die Kamera sei nicht an und er sei Künstler. Ob er mich etwas fragen dürfe. Unglücklicherweise sage ich ja.

Künstler mit Kamera: Wir wollen im Rahmen eines Kunstprojektes demnächst fordern, für zwei Wochen die Fernsehfrequenzen, auf denen sonst Werbung zu sehen ist, der wir Tag für Tag ausgesetzt sind, für uns zu haben. Wir wollen das Verhältnis umdrehen, dem etwas entgegensetzen. Wir stellen uns das so vor: Jeder kann ein kurzes Statement abgeben, so einen Satz, hier draufschreiben (er hält ein abgerissenes Stück Karton hoch), vorher noch den Namen, wie heißt Du denn?

Damien: Das geht Dich gar nichts an. Im Übrigen finde ich Werbung echt cool und Eure Idee total bescheuert.

Künstler mit Kamera: Versteh uns nicht falsch, wir haben ja nichts gegen Werbung.

Ob es an meinem knurrenden Magen lag oder an dem leckeren Cocktail, den ich zuvor in der Advena-Bar genossen hatte, weiß ich nicht, jedenfalls verstand ich nun gar nichts mehr und begab mich schleunigst zum Essen.

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