Seminar Nummer 6: Warum Homos und Heteros konsequent aneinander vorbeireden

30 Aug

Der Olympiasieg des offen schwulen Wasserspringers Matthew Mitcham aus Australien hat viele Homos weltweit begeistert und aus Mitcham selbst ein neues Role Model gemacht. Gerade junge Schwule dürften sich durch das Beispiel des Sportlers ermutigt fühlen, sehen sie doch an ihm, dass neben Politik, Showgeschäft und Friseurläden, Schwule eben auch im Umfeld des Sportes existieren und dort auch erfolgreich sein können. So weit, so gut.

Die Mitcham-Story hat jedoch auch aufgezeigt, wie weit Schwule noch von einer echten Akzeptanz durch die Mehrheitsgesellschaft entfernt sind, dass das Leben von Homos und Heteros mit zweierlei Maß gemessen wird und dass nicht wenige Heteros und Homos konsequent aneinander vorbeireden, wenn sie dieselben Dinge meinen.

Beginnen wir ganz am Anfang: Mitcham wurde im Mai diesen Jahres von der großen australischen Tageszeitung Sydney Morning Herald in einem Interview geoutet. Genauer gesagt, ist „geoutet“ eigentlich nicht ganz richtig, denn Mitcham beantwortete die Frage der Interviewerin, ob er denn überhaupt und mit wem er denn zusammenlebe, ganz einfach, ehrlich und so normal selbstverständlich wie man es sich nur wünschen kann:

“I hadn’t planned to do it at all,” Mitcham says today. “It was just a question” — which he answered by saying he lived with his partner of two years, Lachlan — “and it went from there.”

Das war die Geburtsstunde des ersten offen schwul lebenden Sportlers bei Olympischen Spielen überhaupt. Und genau so normal und unbefangen wie Mitcham sich gegenüber dem Herald gab, trat er nach seinem Sieg in Peking auch vor die Kameras. Anwesend waren seine Mutter und sein Freund:

Danach kam der Stein ins Rollen. Ursächlich verantwortlich für eine hitzige Debatte unter australischen und vor allem amerikanischen Schwulen war die Übertragung der Siegerehrung durch den amerikanischen Sender NBC, und nur der Siegerehrung.

Hätte die NBC etwas tiefer graben sollen und erwähnen, dass wir es bei dem Olympiasieger im 10 Meter-Turmspringen mit einem Sportler zu tun haben, der nach Depressionen und Burnout-Syndrom seinem Sport den Rücken kehrte, sich aber ihn kurz vor Olympia wieder zuwandte, ins australische Olympiateam geholt, in Peking von seiner Mutter und seinem Freund unterstützt wurde und schlussendlich in seiner Disziplin einen Sieg davontrug, der eigentlich den Chinesen vorbehalten war? Ist das etwa keine Story?

Oder anders gefragt: Ist Mitchams sexuelle Orientierung hierbei von Bedeutung? Ja, meinten nicht wenige Blogger aus den USA und beschuldigten NBC, diesen wichtigen Aspekt absichtlich unter den Tisch fallen gelassen zu haben:

It was disappointing to see NBC not mention anything about Matthew Mitcham’s sexuality. The biggest reason for me is a journalistic reason: It’s a big story. The only openly gay male athlete in Beijing pulled off one of the great upsets at the Olympics in a spectacular fashion. If he had had cancer, or if his parents had been killed in a car crash when he was 2, or if he had just proposed to his girlfriend, they would have mentioned it. But they never showed him hugging his boyfriend, never mentioned it. They referred to “personal problems,” but I’m afraid they decided Matthew’s sexuality was off limits. A real shame.

Und in der Tat. Es ist eine großartige, eine außergewöhnliche Geschichte. Was hat sich NBC also dabei gedacht, dieser keine weitere Beachtung zu schenken?

Vielleicht war die Mitcham-Story der NBC einfach nicht interessant genug. Immerhin ist es ein amerikanischer Sender und Mitcham ist Australier, der in einer Sportart gewonnen hat, die die Amis einfach nicht so sehr interessiert. Das klingt plausibel und obwohl ich ursprünglich keinerlei Interesse hatte, NBC wegen einer Doppelmoral bezüglich der Berichterstattung über das Privatleben von Sportlern anzuklagen, bin ich nach langer Überlegung zu dem Schluss gekommen, dass dies womöglich doch Sinn macht. Ein Indiz für die Richtigkeit dieser Entscheidung gab ein Sprecher der NBC selbst, der auf die Vorwürfe der Doppelmoral folgendermaßen antwortete:

“In virtually every case, we don’t discuss an athlete’s sexual orientation.”

Und damit wären wir beim Kern der Debatte angelangt. Der Sprecher der NBC ist, wie so viele Heteros, wahrscheinlich ebenso wenig homophob wie die NBC selbst. Was er und seinesgleichen allerdings nicht begreifen ist, dass sie an das Leben hetero- und homosexueller Menschen verschiedene Maßstäbe ansetzen. Schwule und Lesben haben von der NBC eine Anerkennung unserer aller Normalität verlangt und erwartet, dass auf die Partnerschaft Mitchams ebenso eingegangen wird, wie die NBC auf die anderer Sportler eingegangen ist. Stattdessen zieht sich die NBC auf die Argumentation zurück, dass sie über die sexuelle Orientierung der Athleten grundsätzlich nicht berichte. Das eine Lüge zu nennen wäre falsch, denn eine Lüge unterstellt Absicht und die NBC ist sich offensichtlich nicht einmal bewusst, dass jedes Mal wenn sie über das Privatleben von Athleten berichten, sie sich eben über die sexuelle Orientierung dieser auslassen. Kann sich irgendjemand vorstellen, die NBC oder jedes andere Medium, würde über einen möglichen Heiratsantrag von Michael Phelps an seine Freundin nicht berichten mit der Begründung, man beschäftige sich grundsätzlich nicht mit der sexuellen Orientierung der Sportler?

Ein Kommentator auf dem Blog afterelton.com bemerkt dazu:

[…] it was homophobic. Or more accurately heterosexism. The response was that they „do not discuss sexual orientation“ proves it — they are not aware that every time they show a wife or girlfriend they ARE showing sexual orientation. It’s like those idiots who say „Hey, when is straight pride day?“ — it’s every fucking day!

Exakt! Immer wieder wird Schwulen und Lesben vorgeworfen, wir würden unsere Sexualität unnötigerweise in die Öffentichkeit tragen, obwohl doch die meisten nichts anderes wollen als so behandelt zu werden wie jeder Hetero auch. Es ist mühselig den gutwilligen und auch den nicht so gutwilligen unter ihnen immer wieder zu erklären, dass sie es sind, die unsere Beziehungen sexualisieren, wenn sie bei einem Kuss, einer Umarmung oder der Vorstellung des Lebensgefährten permanent auf unsere sexuelle Orientierung und aufs Schlafzimmer fokussieren. Auch wir haben uns hier schon mehrfach über diesen Umstand beklagt, aber irgendwie bekommt man das in die Köpfe einiger Heteros einfach nicht hinein. Man schaue sich nur Kommentare über Mitcham und die NBC aus der „Herald Sun“ an:

Why is it of interest when a person is gay. Nobody makes a big deal about straight people. It wouldn’t have taken a brainiac to figure out he was gay, but who cares?

How ridiculous. Why should his relationship status be mentioned either way.

why does the fact that he is gay have to be mentioned at all, i don’t wear my hetrosexuality like a tshirt. gays fought for so long for public acceptance, ok we accept you now stop shoving your sexuality in our faces.

Heteros nehmen ihre sexuelle Orientierung, ihre Beziehungen, ihre Partnerschaften als so gegeben hin, dass sie es einfach nicht merken, dass sie tagtäglich nichts anderes tun als das, was sie den Homos immer vorwerfen.

Matthew Mitcham hat im obigen Video gezeigt, wie Normalität aussieht. Doch solange es Heteros gibt, die darin nur eine Zurschaustellung von Homosexualität sehen und nicht einmal merken, dass sie mit zweierlei Maß messen, kann von Akzeptanz keine Rede sein.

Und die NBC? Die hat sich inzwischen breitschlagen lassen.

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14 Antworten to “Seminar Nummer 6: Warum Homos und Heteros konsequent aneinander vorbeireden”

  1. DDH 30. August 2008 um 21:58 #

    More Matthew Mitcham!

  2. Adrian 31. August 2008 um 00:38 #

    So cute 🙂

  3. DocTimo 31. August 2008 um 10:10 #

    OMG… He is heartstoppingly cute.

  4. Wolfram 31. August 2008 um 19:10 #

    Moment mal. Ich mag ja begriffsstutzig sein, aber „normal“ wäre für mich, wenn gerade NICHT darauf abgehoben wird, ob ein Sportler homosexuell ist oder nicht. Weil es ja gerade KEIN Qualitätsmerkmal sein soll, ob nun positiv oder negativ, daß jemand homo- oder heterosexuell ist.
    „Normal“ ist für mich dann auch, daß es keinen Unterschied im Ton macht, ob man sagt, „seine Eltern und seine Freundin“ oder „seine Eltern und sein Freund“ (freuten sich mit ihm), „ihre Eltern und ihr Freund“ oder „ihre Eltern und ihre Freundin“ (freuten sich mit ihr).

    Die Tatsache, daß jemand homosexuell ist, besonders hervorzuheben (und das meint hier: hervorzuheben in einem Zusammenhang, wo sie keine Bedeutung haben sollte), ist eine Form von Diskriminierung, und wer will schon diskriminieren?

  5. rotegraefin 31. August 2008 um 19:20 #

    Upps,
    leider kann ich kein Englisch sondern nur Deutsch. So möchte ich auch nicht auf die Homo/Hetero Diskussion eingehen, sondern auf die Bilder die wir uns machen und mit denen wir täglich leben müssen und unter denen wir auch leiden und wie wir damit besser umgehen können.
    Der Komplex der Vorurteile ist sehr groß und ich behaupte jeder Mensch leidet erst einmal darunter, anders zu sein als die Anderen. Anders zu sein, als meine Eltern Familie etc von mir erwarten. Dann ist es ja noch der nächste Schritt mit diesem Anderssein auch eine bestimmte Isolierung in Kauf zu nehmen und mich davon nicht unterkriegen zu lassen. Es ist eine Frage der Beziehungen und der Selbstachtung.
    Jede Beziehung ist gekennzeichnet durch die Wechselwirkungen von
    Augenblick und Dauer
    Verschiedenheit und Gleichheit
    Befriedigung und Versagung
    Stimulierung und Stabilisierung
    Nähe und Distanz
    So habe ich mit meinem Namen „Gräfin“ über die Hälfte meines Lebens Schwierigkeiten gehabt. Erst weil er mich regelmäßig als etwas besonderes herausstellte, von dem ich wusste, dass ich das gar nicht war. Dann als ich in meinem Beruf den Teil einfach wegließ und mich nur mit dem Vornamen oder mit Frau anreden ließ und jetzt, als ich es mir zum Selbsterfahrungstraining machte, darauf zu bestehen, dass ich bitte in einer Gruppe von Sozialisten mit ganzem Namen angesprochen werden möchte. Die Vorurteile sind in dieser Gruppe so stark, dass sie mich lieber ausgeschlossen haben, als über ihren Hass und ihre Wut zu sprechen, der seit 90 Jahren immer noch in den Köpfen dieser Leute virulent ist.

    So machen sich die „normalen“ Heteros auch nicht klar, dass die Definition der Christen über die Dreieinigkeit wie ich sie noch als Kind gelernt habe:“Die Liebe zwischen Gott Vater und Gott Sohn ist so groß, dass daraus eine eigene Person wird.“
    Damals habe ich kein Wort davon kapiert. Heute habe ich folgende Erklärung dafür:http://rotegraefin.wordpress.com/sundenfall-und-geburt-christi-einmal-anders-gesehen/
    Wer dem anderen irgendetwas neidet, muss es meist verdrängen und oder abwerten. Dieser Prozess verursacht Schuldgefühle. Ab dem Moment wo darüber gesprochen wird, wie hier können diese Gefühle erkannt und eliminiert werden. Das Private ist immer das Politische. Und Ihr lebt mit Eurem Leben und Eurem so sein eine ursprünglich irrige Glaubensentscheidung von frauenfeindlichen und gefühlsfeindlichen Personen. Das was abgelehnt wird, nämlich die Liebe findet immer ihren Weg, genauso wie das Wasser und der Wind. Wir haben uns immer wieder neu für die Liebe zum Tod oder für die Liebe zum Leben zu entscheiden. Aber die Liebe überwindet jeden Tod und das ist das Entscheidende von allem. Es kommt immer wieder darauf an, wie viel wir gelernt und wie viel wir geliebt haben.

  6. Sergej 31. August 2008 um 20:59 #

    And so handsome…

  7. Adrian 1. September 2008 um 10:26 #

    @ Wolfram

    „aber ’normal‘ wäre für mich, wenn gerade NICHT darauf abgehoben wird, ob ein Sportler homosexuell ist oder nicht

    Korrekt.

    „‚Normal‘ ist für mich dann auch, daß es keinen Unterschied im Ton macht, ob man sagt, “seine Eltern und seine Freundin” oder “seine Eltern und sein Freund” (freuten sich mit ihm), “ihre Eltern und ihr Freund” oder “ihre Eltern und ihre Freundin” (freuten sich mit ihr).“

    Korrekt.

    Wenn aber seitens eines Senders kolportiert wird, sie zeigen den Freund nicht, weil sie nicht über die sexuelle Orientierung berichten, ist das a) eine Sexualisierung der Beziehung die bei Heteros nie jemand machen würde und b) eine (unbewusste) Doppelmoral

  8. dennis 3. September 2008 um 04:52 #

    lieber adrian,
    versteh ich das richtig?
    ..wenn ich also in einem bericht NICHT über (nennen wir ihn mal „peter“) peters verhältnis zu irgendwem schreibe(vielleicht weil es in diesem kontext unwichtig ist),dann sexualisiere ich im gleichen moment dessen beziehung?

    also ich weiß ja nicht…

    nix für ungut,aba die argumentation is ja schon n bißchen komisch..
    vielleicht verstehe ich es ja auch nicht richtig,möglich..
    doppelmoral ist für mich eher nachvollziebar..

    eins wollte ich hier noch loswerden..ich finde es nicht angebracht,wie hier teilweise reggae ppl dargestellt werden.ganz klar,es gibt viele leute/artists aus dieser szene,die homosexualität nicht gutheissen.
    das ist aber nicht gleichbedeutend mit „hass“…
    obwohl manchmal es so rüberkommen mag,ES IST NICHT SO!!

    als beispiel: „bun dem“ heisst NICHT „zündet sie an“..
    es heißt „lasst sie mit dem göttlichen feuer in berührung kommen“
    das „göttliche feuer“ bedeutet bei rastafarians „weisheit im sinne der bibel“

    nunja,zur bibel kann jeder stehen wie er will,in unseren breitengraden(und unter vielen reggae fans übrigens auch) spielt die bibel eine ja eher untergeordnete bis gar keine rolle.ich bezeichne mich auch als gläubigen menschen und war im meinem leben 5mal in der kirche und die bibel interessiert mich äusserst wenig…

    ..ich kenne auch ne menge leute,die z.b. gern auf nen beenie man konzert gehen ohne in irgendeiner weise auch nur den anflug von schwulenhass zu haben oder gar zu entwickeln.
    im allerschlimmsten fall können sie mit homosexualität nix anfangen.
    na und?

    menschen haben nunmal nicht immer die gleiche meinung,oder?

    es gibt in der gay community bestimmt auch ne menge leute,die mit „heten“ nix anfangen können,oder nicht?

    noch n beispiel:es gibt den jamaikanischen reggae artist frankie paul,von dessen homosexualität jeder in der weltweiten reggae szene weiss und dennoch geniesst er ein hohes ansehen bei nahezu jedem reggae dj/sound.stone love soundsystem aus jamaika (eins der führenden-und damit meinungsmachenden- soundsystems weltweit) spielen ständig songs von ihm UND von beenie man,sizzla etc…..ihr seht,nix wird so heiss gegessen wie es gekocht wird..;o)

    leute,mal ernsthaft..setzt euch bitte mal mit den kulturen auseinander,so wie es ne menge reggae ppl in d/ch/aut bereits schon tun.dann finden wir auch nen gemeinsamen nenner.wenn ich allerdings artikel wie den über „sizzla“ hier lese,dann fällt es mir schwer,nicht genauso „hintergrundlos“ zu debattieren..und das kann doch nicht im sinne unseres zusammenlebens sein..so entfernen wir uns doch nur voneinander.

    ich bin nicht schwul und dennoch stehe ich ein für eine freie und liberale welt.leben und leben lassen..

    solche artikel wie der angesprochene sind doch nur „öl ins feuer giessen“.

    ich gebe zu,es gibt nen haufen schwachsinn,der gesungen wird..aber glaubt mir bitte: wir,die „reggae leute/fans/djs“ sind zu sehr grossen teilen bei weitem nicht so homophob wie oftmals dargestellt..

    ich will nix beschönigen,wenn ich von einem artist „kill all the white man“ höre,dann finde ich das auch nicht gut.dennoch stehe ich darüber,weil es für mich einfach nur eine meinung ist und ich kann sie in relation setzten.wie gesagt..leben und leben lassen..

    meine toleranz toleriert intoleranz in diesem fall..
    ich denke,der artist ist in seinen denkstrukturen eben noch nicht so weit und vielleicht gelingt es ihm ja in zukunft irgendwann über seinen tellerrand hinaus zu schauen.wenn ich den artist mal persönlich treffe,dann sag ich ihm auch meine gegenteilige meinung,aber ich würde niemals einen bericht schreiben im sinne von „nazi sänger ruft zu zu mord an weißen auf..“ das ist in höchstem maße kontraproduktiv und bringt einfach keinen fortschritt.

    das heißt nicht,man soll zu allem ja und amen sagen.es kommt einfach auf die form der kommunikation an.

    ich werde hier nicht so oft posten,weil hier nunmal zu grossen teilen nicht meine interessensgebiete wiederspiegelt werden.
    ich möchte euch allen nur ans herz legen,daß in einem vernünftigen dialog
    immer beide seiten gesehen und verstanden werden sollten..
    ich verspreche euch,die mehrheit von „uns“(zumindest die ältere generation) ist an einem konstruktiven dialog mit „euch“ ernsthaft gelegen.

    !!!

    liebe grüsse
    mit hoffen auf eine bessere zukunft und zusammenleben FÜR UNS ALLE!!

    dennis
    (reggae fan seit 15 jahren)

  9. Adrian 3. September 2008 um 12:51 #

    @ dennis
    „lieber adrian,
    versteh ich das richtig?“

    Nein, Du hast es absolut falsch verstanden.

    „im allerschlimmsten fall können sie mit homosexualität nix anfangen.
    na und?“

    Hat das irgendeiner von ihnen verlangt?

    „es gibt in der gay community bestimmt auch ne menge leute,die mit ‚heten‘ nix anfangen können,oder nicht?“

    Es gibt sicher einige, die prinzipiell nicht mit „Heten“ verkehren. Meiner Meinung nach haben die allerdings ein prinzipielles Problem mit ihrer Weltsicht.

    „setzt euch bitte mal mit den kulturen auseinander“

    Was mich betrifft, tue ich das und bin zu dem Schluss gekommen, dass viele Kulturen irgendwie seltsam sind. (Rastafaris, Orthodoxes Judentum, Islam, Evangelikale Christen, Kannibalen, Hinduismus, Buddhismus, attac, Kommunismus, Sozialismus, Ethnopluralismus, Nationalismus, Grüne)

    „wir,die “reggae leute/fans/djs” sind zu sehr grossen teilen bei weitem nicht so homophob wie oftmals dargestellt..“

    Was ja wörtlich genommen bedeutet, dass ihr immer noch ausreichend homophob seid.

    „ich will nix beschönigen,wenn ich von einem artist “kill all the white man” höre,dann finde ich das auch nicht gut.dennoch stehe ich darüber,weil es für mich einfach nur eine meinung ist und ich kann sie in relation setzten.wie gesagt..leben und leben lassen..“

    Wobei „kill“ und „leben lassen“ allerdings Gegensätze sind.

    „ich denke,der artist ist in seinen denkstrukturen eben noch nicht so weit“

    Wer zum Töten aufruft hat einen grundsätzlichen Schaden in seinem Denkapparat.

    „aber ich würde niemals einen bericht schreiben im sinne von “nazi sänger ruft zu zu mord an weißen auf..”“

    Das kommt auch nicht eben häufig vor.

    „ich möchte euch allen nur ans herz legen,daß in einem vernünftigen dialog
    immer beide seiten gesehen und verstanden werden sollten..“

    Ich will gar keinen Dialog mit Leuten die mir das „göttliche Feuer“ angedeihen wollen. Ich will, dass die in Therapie gehen.

    „ich verspreche euch,die mehrheit von “uns”(zumindest die ältere generation) ist an einem konstruktiven dialog mit “euch” ernsthaft gelegen.“

    Und worum soll es da gehen?

    Adrian
    (schwul seit 1996)

  10. dennis 4. September 2008 um 20:34 #

    klar adrian,
    is auch ne lösung..einfach ma die schotten dicht machen..

    ..musste dich nich nich wundern,daß es ist wie es ist..

    auf der einen seite haste probleme mit der „weltsicht“ verschiedener leute,
    auf der anderen seite:

    „Ich will gar keinen Dialog mit Leuten die mir das “göttliche Feuer” angedeihen wollen. Ich will, dass die in Therapie gehen.“

    ..und genau da haben die homophoben leute n problem mit deiner weltsicht..und jetzt? pari,oder was? lassen wir es am besten wie es ist,wa..

    „Und worum soll es da gehen?“
    ..um gegenseiteiges verstehen,da es ja offensichtlich daran mangelt..

    aba da du offensichtlich nich daran interessiert bist…klinke ich mich hier jetzt aus.

    ..ach,ich seh auch gerade,hier is man ja generell nich so an einem austausch und verstehen verschiedender meinungen interessiert,wenn ich mir die blogs so durchlese..

    viel spass noch hier..

  11. Wolfram 6. September 2008 um 22:38 #

    „Ich will gar keinen Dialog mit Leuten die mir das “göttliche Feuer” angedeihen wollen. Ich will, dass die in Therapie gehen.“

    Schön – es lebe die Intoleranz?
    So nicht. Wer tolerant behandelt werden will, muß auch selbst andere Lebens- und Denkweisen tolerieren. Alles andere steht bestenfalls auf dem Niveau des rotchinesischen Regimes.

    Zu deiner Antwort auf meinen obigen Kommentar (von der ich nicht weiß, ob sie vollständig ist): zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es automatisch Thematisierung der homosexuellen Orientation, wenn der Freund eines Sportlers (oder die Freundin einer Sportlerin) gezeigt wird. Vom rein technischen Standpunkt her völlig normal… Minderheitenverhalten fällt nun mal immer auf.
    Es bleibt also lediglich zu fragen (jedenfalls für mich, weil ich hier nicht mehr weiß), ob auch sonst Angehörige ausgeblendet werden oder nur hier, wo man „befürchtet“, ein Thema abseits des Sports „aufzumachen“.
    Man könnte sich ja auch auf den Standpunkt stellen, zur Sportberichterstattung gehört nur, was in der Kampfbahn geschieht, und nicht wer auf den Rängen steht – erst recht nicht, was der Sportler außerhalb des Wettkampfs tut.
    Das zumindest ist meine Ansicht…

  12. Damien 8. September 2008 um 18:45 #

    @Wolfram: Und wenn die andere Lebensweise daran besteht, mich totzuschlagen, muss ich die Deiner Meinung nach dann auch tolerieren? Oder entspricht dann nicht eher diese Intoleranz dem Niveau des rotchinesischen Regimes?

  13. Wolfram 11. September 2008 um 20:23 #

    Gesetzt den Fall, du schlägst andere tot, denen deine Lebensweise nicht gefällt, wüßte ich nicht, warum du was dagegen haben solltest, wenn dich einer totschlägt, dem deine Lebensweise nicht gefällt.
    Meines Wissens hat das rotchinesische Regime keine Journalisten totgeschlagen, es hat „nur“ zensiert; und es ging hier um Ansichten, oder habe ich was verpaßt?

    Ich bleibe dabei: wer intolerant mit den Ansichten anderer umgeht, hat keinen Anspruch darauf, daß seine eigenen Ansichten Toleranz finden. Und muß sich, wenn er andere „in Therapie“ schicken will, dann eben auch damit abfinden, wenn er selbst für therapiebedürftig gehalten wird.
    Noch mal anders gesagt, zum Nachdenken: der Kommentar von Adrian am 3. September steht in Sachen Toleranz ungefähr auf dem Niveau des §175 StGB zur Kaiserzeit… nur triffts ja hier andre…

  14. Adrian 11. September 2008 um 21:40 #

    Lieber Wolfram, ich denke es ist ein vollkommen normaler und für das Fortbestehen der Gesellschaft äußerst nützlicher Vorschlag, Menschen, die zum Hass gegen andere Menschen aufrufen in Therapie zu schicken. Meinetwegen kann man das auch Anti-Aggressionstraining bezeichnen oder „Seminar zur Förderung der sozialen Kompetenz“.

    Die Gleichsetzung von Hassmusikern mit denen, die sich dagegen wehren versteh ich nicht. Es ist wohl ein typischer Auswuchs postmodernen Relativismus, der keine Moral und keinen Anstand mehr kennt.

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