Antirassistische Kundgebung ohne Teilnehmer: Typisch USA

7 Sep

So stellt sich der Deutsche seinen Ami vor kennt man ihn, den Ami: Rassistisch, unpolitisch oder – je nach Herkunft der eigenen Vorurteile – von den Schwulen beherrscht. Dabei hätte alles so schön werden können, letzten Sonntag in New York. Doch die angekündigte „Straight Pride“ fiel mangels Teilnehmern aus. Straight Pride?

Das Reggae-Labe TCOOO wollte mit der Veranstaltung „Heterosexuellen die Chance geben, zusammen zu kommen und ihren Stolz auf ihre Sexualität auszudrücken, indem sie Reggae-Musik und die Familie in Liebe und Eintracht feiert.“ Besonders wurde kritisiert, dass Lieder, in denen zur Gewalt gegen Schwule aufgerufen wird, verboten werden würden.

Sie wissen schon: Heterosexualität ist Antirassismus. Die Schwulen lassen diese Lieder ausschließlich deshalb verbieten, weil sie von Schwarzen gesungen werden:

In einer Pressemitteilung vom 19. August wird darauf hingewiesen, warum Heterosexuelle erscheinen sollten: „Stapler, ein Künstler unter Vertrag bei TCOOO und der Mann hinter dem Song „Hit Them Hard“, glaubt, dass die Homo-Szene Reggae angreift, weil 99 Prozent der Künstler Afro-Amerikaner sind.“

und nicht etwa, weil diese „Künstler“ zur Gewalt gegen Schwule aufrufen:

Im Lied „Hit Them Hard“ warden die Hörer dazu aufgefordert, Schwule zu verprügeln („Jah Jah gonna hit them hard/ All the men who visit men backyard“). Das Label erklärte aber, der Song sei nicht schwulenfeindlich sondern „pro Familie“.

Im Grunde genommen wirbt das Lied nämlich nur dafür, dass die dekadenten Homos sich endlich wieder auf ihre wahre Natur besinnen und von vorne vögeln, wie es sich gehört. Zur Not wird eben mit einem Tritt von hinten nachgeholfen. Wer wird denn da gleich von Gewalt sprechen?

Beruhigend immerhin, dass kein Hetero es nötig hatte, sich für so einen Blödsinn auf die Straße zu begeben. Alles andere wäre aber auch einigermaßen lächerlich gewesen: Schließlich ist die Gesellschaft im Großen und Ganzen immer noch ausreichend heteronormativ strukturiert, so dass Heten wahrlich nicht darauf angewiesen sind, sich als unterdrückte Mehrheit zu inszenieren.

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