Chicagos schwule Schule

23 Sep

Die Community von Chicago diskutiert momentan über Sinn und Unsinn eines Pojektes, welches es in gleicher Form bereits in New York City gibt: Eine Schule speziell für Homos, Bisexuelle und Transgender (LGBT). Die Befürworter einer solchen Schulform weisen daraufhin, dass eine solche Einrichtung den betreffenden Schülern helfen würde, den in konventionellen Schulen üblichen Anfeindungen zu entgehen:

Three-quarters of students surveyed across America said that in the 2004-2005 school year they heard derogatory remarks such as “faggot” or “dyke” frequently or often at school, and nearly nine out of ten reported hearing “that’s so gay” or “you’re so gay” – meaning stupid or worthless – frequently or often.

Natürlich bleibt es nicht nur bei verbaler Gewalt. Denn ein Homo an der Schule, muss auch schon mal damit rechnen, eines auf die Schnauze zu bekommen:

Nearly one-in-five students reported they had been physically assaulted because of their sexual orientation and over a tenth because of their gender expression.

Dass dies alles sich nicht gerade förderlich auf die schulischen Leistungen auswirkt kann man sich denken:

LGBT students were five times more likely to report having skipped school in the last month because of safety concerns than the general population of students.

All das soll nun die Schule für LGBTs verhindern und ein Umfeld schaffen, indem sich die Schüler frei von verbaler und physischer Gewalt auf den Ernst des Lebens vorbereiten können. Betont wird dabei, dass die Schule natürlich niemanden abweisen wird, der nicht schwul, lesbisch, bi, oder ein Transgender ist, dass man also keinen Eignungstest in dieser Richtung vorweisen muss:

“[We want] to continue to provide a college-prep campus for students who are often overlooked. Gay, lesbian and transgender students are often overlooked in our district. And this is a school for all students,”

Doch nicht alle halten das Projekt für sinnvoll. Abgesehen von den üblichen Verdächtigen, die sicherlich schon wieder die Hände über den Kopf zusammenschlagen angesichts dieser anmaßenden „Sonderrechte“ für Homos, geben einige auch zu bedenken, dass eine Schule speziell für LGBTs, den Blick auf das wirkliche Problem verstellt:

[…] Andy Thayer, of the Gay Liberation Network, voiced what he sees as the downside of the school. Thayer told the hearing it could give students a false sense of security and ill prepare them for the real world.

He also said that he was concerned that the school would allow Chicago Public School administrators to ignore their responsibility for making sure gay and lesbian students throughout the whole school system are being treated respectfully.

“My fear is that the rest of the system will be let off the hook,” Thayer said. “The notion that the Pride Campus is a silver bullet to set aside all needs of [lesbian, gay, bisexual and transgender] youth is mistaken.”

Dieser Gedanke ist so falsch nicht. Denn man mache sich nichts vor. Nicht alle LGBTs Chicagos werden am schwulen Schulprojekt partizipieren können bzw. wollen und sei es, weil sie noch ungeoutet sind und sich mit dem Besuch dieser besonderen Schule nicht „entblößen“ wollen. Und macht es nicht tatsächlich mehr Sinn, als Reaktion auf homophobes Mobbing an Schulen die Täter zu belangen, anstatt die Opfer zu separieren?

Sicherlich. Aber solange gewisse Kreise die Sorgen und Nöte von Homos nicht für voll nehmen, muss man eben die Dinge selbst in die Hand nehmen und auch mal die Flucht nach vorne antreten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: