Sei dumm, sei prollig, sei Berlin

24 Okt

Kampagnen gegen Homophobie sind manchmal sinnvoll, manchmal aber auch nicht. Ein Schweizer Verein zeigt, wie man es richtig macht.

Der sich in Berlin demnächst zusammenfindende „Runde Tisch“ gegen Homophobie weist dagegen einen schwerwiegenden Mangel auf. Dort nämlich

müssen relevante Organisationen der schwul-lesbischen Community außen vor bleiben.

Weder der Verein Mann-O-Meter noch der Berliner CSD e.V. wurden vom Integrationsbeauftragten Günter Piening und der Gleichstellungsstelle des Senats eingeladen.

„Geradezu absurd ist es, dass auch das Schwule Überfalltelefon Maneo nicht eingeladen wurde“, kritisierte der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD): „Wie will man die geplante ‚Bestandsaufnahme von homophoben Vorkommnissen in Berlin‘ vornehmen, wenn die einzige Institution, die schwulenfeindliche Vorkommnisse registriert, nicht dabei ist?“

Ausdrücklich nicht kann ich angesichts dieser Berliner Dummheit folgendem queer.de-Kommentator zustimmen:

Auf der riesigen öden Freifläche unter dem Fernsehturm, die manche mit dem Alexanderplatz verwechseln, soll jetzt – per „Parkordnung“! – der Alkoholkonsum verboten werden. (Außer natürlich im Außenbereich der Gaststätten, wo er schön teuer ist – Berlin ist ja eine soziale Stadt, gesegnet mit einer rot-roten Regierung.) Ausdrücklich geht es darum, saufende Jugendliche zu VERTREIBEN, mehr nicht. Womöglich fühlte sich nicht zuletzt der Herr des an die Betonwüste grenzenden Roten Rathauses gestört. Was erklären würde, weshalb er nicht dazu kommt, sich bspw. um Homoangelegenheiten zu kümmern.

Dabei wäre es gut, wenn man sich in der Hauptstadt des Prekariats mal um beides kümmern würde: Um Homophobie und den saufenden Jugendlichen unterm Fernsehturm. Denn es ist wahrlich kein Vergnügen, an den mit Mitteln der sozialen Stadt durchgefütterten grölenden Kids vorbeizuspazieren und sich dabei als Mitglied der Ausbeuterklasse anpöbeln zu lassen, weil man – im Gegensatz zu diesen Jugendlichen – schon mal was vom Nutzen der Körperpflege gehört hat.

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