„Freundschaft als Lebensweise“. Wie Schwule, die nicht schwul sein wollen, ihr Heil im Islam suchen (Teil 2)

31 Okt

Teil 1

Die Bösen bei Klauda sind die Schwulen,

die sich als akzeptierte Minderheit im Rahmen gegebener Normen etablieren wollen,

die Guten die,

die – auch weil man sie nur um den Preis der Selbstverleugnung dazugehören lässt — den Mechanismus infrage stellen, der die Normen – und damit von ihnen abweichende Minderheiten – erst produziert.

Natürlich ist die Unterscheidung Unsinn. Warum sollte man denen einen Vorwurf machen, die akzeptiert werden und sich etablieren wollen? Warum gilt Identität plötzlich als Selbstverleugnung? Was aber soll man andererseits auch erwarten von einem Autor, der von den

rassistischen Machtverhältnisse(n) in Deutschland“

deliriert,

in denen `Ausländer´… zum Gegenstand beständiger Anklage, Ermahnung und Zurechtweisung geworden

seien? Schwule wiederum sind zwar selbst für Klauda manchmal fast schon Opfer, aber dann wieder eindeutig Täter:

Während schwule Aktivisten innerhalb der Dominanzkultur… bloße Bittsteller bleiben, die um Toleranz und Verständnis werben müssen, übernehmen sie im ausländerpolitischen Diskurs sogleich die Position des `Staatsanwalts´.

Was für ein merkwürdiges Staatsbürgerverständnis Klauda hat! Wenn ich als schwuler Mann mich nicht damit zufrieden gebe, dass mir Jugendliche mit arabischem oder türkischem Migrationshintergrund aus religiösen, kulturellen oder sonstigen Gründen die Nase brechen oder mich wenigstens ungestraft beschimpfen wollen, dann übernehme ich die Position des Staatsanwalts? Klauda seinerseits übernimmt in jedem Fall die Rolle des Verteidigers und zwar des Islams. Indem er die

Frage, was er denn nun wirklich zur Homosexualität sage

kurz und bündig mit

Nichts

beantwortet. Der Grund dafür sei, dass man im Islam „Homosexualität“ gar nicht kenne, das sei schließlich ein westlich-imperialistisch-kolonialistisches Konstrukt. Wer allerdings nicht nach dem Wort sucht, sondern nach dem Inhalt, wird durchaus fündig:

So weiß die islamische Überlieferung zwar gewiss von Sex zwischen Männern. Er gilt als verboten, und traditionell standen darauf theoretisch je nach Rechtsschule unterschiedlich strenge Strafen.

Ganz praktisch jedoch, meint Klauda, habe mann im Orient jahrhundertelang wild durcheinander gevögelt. Dass in den letzten Jahren, z. B. im Iran, im Namen des Islam bereits Tausende von Schwulen hingerichtet wurden, sei allein die Schuld des Westens:

Dagegen bestimmt Klauda z. B. die „Schwulenverfolgung im Iran“ nach der sogenannten Islamischen Revolution „als Teil eines Modernisierungsprozesses…, der dem aus Europa adaptierten Muster einer Verschiebung vom Gesetz zur Norm folgt und die diskursive Produktion einer neuen, als `abweichend´ markierten Sexualität beinhaltet“. Damit wird die vom tonangebenden Teil der hiesigen Schwulenbewegung „in paternalisierender Überheblichkeit“ gepflegte „Auffassung der Geschichte als ein zielgerichteter Fortschrittsprozess, dessen Vorreiter die westlich-liberalen Gesellschaften seien“, verabschiedet, das Problem nach Hause zurückgeholt.

Wie jetzt? Indem ich behaupte, schuld an den Hinrichtungen von Schwulen im islamischen Iran seien die Moderne und der Fortschritt, habe ich das Problem nach Hause zurückgeholt? Was für eine merkwürdige Auffassung von Wissenschaft!

Aber sofern wir es nicht – unwillig, uns „mit der Genealogie der eigenen Gesellschaft auseinanderzusetzen“ – als Ausdruck einer fremden kulturellen Tradition“ missverstehen wollen, kann es uns auch zeigen, was gerade im Abendland so lange möglich war und in letzter Konsequenz immer möglich ist, wo „Menschen nach sexuellen Identitätskategorien sortiert“ werden.

So zeigen uns die Hinrichtungen im Iran, dass der Westen nur darauf wartet, Schwule zu Tausenden zu töten.

Wenn inzwischen auch Berliner Unterschichtsjugendliche mit türkischen, kurdischen oder arabischen Wurzeln gelernt haben, dass als „Schwuler“ zu verachten sei, wer von der vorgegebenen Männlichkeitsnorm abweicht, beweist das, wie sehr sie die hier herrschenden kulturellen Regeln verinnerlicht haben.

Dumm nur, dass Berliner Unterschichtsjugendlichen mit deutschen Wurzeln keineswegs dieses Maß an Verachtung für Schwule zeigen, so dass die hier herrschenden kulturellen Regeln eben doch andere sein müssen als die der von Klauda protegierten Jugendlichen. Aber so richtig Sinn macht der ganze Ansatz ja sowieso nicht. Das Ergebnis steht vorab fest: Deutsche sind böse Rassisten, Ausländer sind Opfer und irgendwie sympathisch. Und obwohl es zuvor noch hieß, Klauda grenze

sich gegen queertheoretische Interpretationen ab

heißt es zum Ende der Renzension über die Berliner Gays & Lesbians aus der Türkei (GLADT), dort werde

manchmal die von Michel Foucault gepriesene „Freundschaft als Lebensweise“ greifbar, wie sie nach Klauda in der traditionellen „islamischen Welt“ eine „Alternative zum westlichen Identitätsmodell darstellt“. Gut möglich, das ist richtig queer.

Oder einigermaßen meschugge. Aber das dürfte ungefähr auf dasselbe rauskommen.

9 Antworten to “„Freundschaft als Lebensweise“. Wie Schwule, die nicht schwul sein wollen, ihr Heil im Islam suchen (Teil 2)”

  1. baerbel 1. November 2008 um 19:20 #

    Kommt der Autor in seinem Buch eigentlich mal auf die Idee, dass diese wundersame „Freundschaft als Lebensweise“ in Islamischen Gesellschaften, die ja immer wieder gerne zum Beweis angeführt wird, der Islam toleriere, ja beinhalte ein hohes Maß an Homosexualität unter Männern, – kommt er eigentlich in nur einer Zeile seines Buches auf die Idee, dass das irgenwie mit der Stellung von Frauen im Islam als eine Art besseres Nutztier zu tun haben könnte? Das deshalb eine Frau eben niemals so viel Liebe verdienen kann, wie ein Mann?

    Wahrscheinlich nicht, dafür wissen diese Leute ja bekanntlich auch einen Ausweg: „…[Eine Referentin erzählte] wie sie [die Burka] für Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft und Religion, zu einer Familie, zu einer umfangreichen Geschichte von Verwandtschaftsbeziehungen steht, dass sie eine Übung in Bescheidenheit und Stolz, einen Schutz vor Scham symbolisiert und dass sie auch als Schleier dient, hinter dem und durch den weibliche Handlungsfähigkeit wirken kann…“ (Judith Butler, hellauf begeistert vom Vortrag)

    Die Burka mit der Unterdrückung von Frauen zu identifizieren ist in dieser Logik nämlich auch zu westlich, wenn nicht gar rassisitisch. Bei der Kultur hört nämlich, wie immer, die „Dekonstruktion“ auf, damit der westliche böse Blick mit seiner Überheblichkeit auch ja nicht die Freude am Karneval der Kulturen trüben möge.

    Und die Passage darüber, was ein Jugendlicher mit Islamischem Hintergrund meint, wenn er „Schwull“ sagt (und entsprechend dort, wo´s „Schwull“ ist, zuschlägt) fehlt mit Sicherheit auch, schließlich ist ja der Westen und die schwule Identität schuld an allem, der Jugendliche als Opfer rassistischer Ausgrenzung darf dementsprechend blöd wie gefährlich sein, der Arme. wenn er jemanden als „Schwull“ tituliert, geht´s ihm weniger darum, ob diese Person nun Sex mit Männern hat, als darum, an einem „unmännlichen“ Opfer seine Männlichkeit un damit seinen Herrschaftsanspruch unter Beweis zu stellen. Um als „schwach“ oder „anders“ identifizierte zu traktieren, brauchte noch keine Gesellschaft ein „westliches Identitätsmodell“ Oder einen „Schwulen Islam-Diskurs“. Ganz abgesehen davon, verrät die Passage

    „So weiß die islamische Überlieferung zwar gewiss von Sex zwischen Männern. Er gilt als verboten, und traditionell standen darauf theoretisch je nach Rechtsschule unterschiedlich strenge Strafen.“

    dass die Islamischen Gesellschaften sich auch ohne westliches Zutun einen Begriff von „Schwul“ gemacht haben, „theoretisch“ und „je nach Rechtsschule“ klingt nach absichlich schlechter Recherche, oder?

    Es wir immer deutlicher, wie dämlich der Ansatz von Klauda ist: Er bringt es tatsächlich fertig, der (westlichen) Moderne und dem Identitätsmodell der Bürgerlichen Gesellschaft die Schuld(!) daran zu geben, dass im Islamischen Bereich angeblich urplötzlich Schwule identifiziert werden können.

    Selbst wenn man davon ausgeht, dass es so gewesen ist, und selbst wenn man als Postmoderner Dekonstrukteur so gar keinen Bock auf Westen hat – Wie abgehoben (Westlich (!)) muss man sein, was für einem (rassistischen?) Größenwahn muss man aufsitzen, um davon ausgehen zu können, der „Westen“ sei Schuld(!) daran, dass Moslems (oder entsprechend belastete) Jagd auf Schwule machen?

    Um nach Schuld fragen zu können, braucht es ein zumindest einigermaßen unschuldiges Opfer (es sei dahingestellt, ob Klauda wirklich von Schuld spricht, aber nichts anderes kann sein Ansatz meinen).
    Indem Klauda die Islamischen Gesellschaften inklusive der islamischen Diaspora dementspechend charakterisiert, gibt er zu, wie wenig er von diesen Menschen als solche hält. Sie sind in seinen Augen offenbar von Haus aus zu blöd, um mit fremden Einflüssen, z.B. Identität und entsprechend mit Schwulen und ähnlichen kolonialen/rassistischen Zumutungen umzugehen und dürfen sich dementsprechend infantil verhalten.

    Dementsprechend sind die natürlich, wie immer, die Opfer die bösen, weil sie sich erdreisten vom Mob gejagt zu werden.

  2. Thommen 3. November 2008 um 01:11 #

    Warum vergessen die DiskutantINNen immer wieder die kulturelle Funktion in den historischen Zusammenhang zu stellen? Es gehört beides betrachtet!

    Auch die Diskriminierung der Homosexualität gehört in den historisch-kulturellen Zusammenhang gesetzt! Das mit der grösseren Liebe unter den Männern als zu den Frauen ist doch Unsinn! Die jeweilige Liebe ist anders, nicht grösser oder kleiner! (Aus Frauensicht wohl nur gross genug, wenn sie eingeschränkt-exklusiv und eben mono-gam ist! Wie bei der Religion.

    Mit dem (vorausgesetzten Analverkehr) macht sich der Mann zur Frau. Denn diskriminiert wird kulturell nur der Passive. Klar ist die islamische Gesellschaft hoch homosozial und homoreotisch und auch homosexuell „aufgeladen“. Aber die Tatsache, dass alles verschwiegen und unter den Tisch gewischt wird, bedeutet nicht, dass es Homosexualität da nicht gibt, oder keine Diskriminierung stattfindet.

    Vergleich: Bis in die 60er Jahre gestattete mann Kindern und Jugendlichen ihre „homosexuelle Phase“ stillschweigend zu. Der öffentliche Auftritt der organisierten Homosexuellen und Schwulen beendete das öffentliche Schweigen. Die Phase, in der allenfalls Homosexuelle noch „steckenblieben“ wurde zu einem „Lebensentwurf“. Heute ist die e.Part. eine staatlich anerkannte Institution. Gleichzeitig fragten sich viele Jungs in ihrer homosexuellen Phase plötzlich: „Bin ich/werde ich denn schwul?“

    Der grosse Irrtum in der ganzen Diskussion ist der folgende: Homosexualität wird mehrheitlich von „nicht homosexuell-orientierten“ oder nicht so lebenden Männern (und Frauen?) ausgeübt. Und zwar „nur“ als lustvolle Sexualpraktik und NICHT im Sinne einer sexuellen Orientierung. (Nicht alles was ausgeübt wird, ist gleich eine Orientierung! Der gleiche Irrtum wie bei der früheren „Verführungs“-Theorie)

    Das genau führt mich auf die Linie der „kleineren Liebe“ zu den Frauen. Frauen wollen immer noch nicht akzeptieren, dass „ihre Liebe“ zu den Männern nicht die Fortsetzung der ideologischen Mutterliebe sein kann und dass Frauen eben NICHT die gesamten Bedürfnisse der Männer abdecken können. Während die Frauenbewegung ihre „Frauenfreundschaften“ schon immer pflegte, gestatten es Frauen ihren Männern nicht, „alternative“ Männerfreundschaften nebenbei zu haben, die über Vereinsmeierei oder Biertrinken hinausgehen. Warum eigentlich?
    Denn diese Ehemänner sind hetero, nicht schwul, aber sie brechen das Bild von der ausschliesslichen Heteronormativität.

    Genauso wie der öffentliche Auftritt der Homosexuellen die heterosexuelle Lebensweise „angegriffen“ hatte, greift die öffentlich diskutierte Homosexualität die monotheistischen Kulturen an. Die öffentlich kultivierte Liebe zu den Göttermännern wird relativiert durch die tatsächliche aber immer noch verheimlichte sexuelle Liebe unter den irdischen Männern. Das Zusammenführen von beidem würde die Heteronormativität zerstören.

    Als Schwuler frage ich mich wirklich, ob die historisch-kulturelle „Entrückung“ der Männerliebe und -Sexualität in Religionen nicht ein Konstrukt des zurückgewichenen Matriarchats ist. Denn die Sexualität hat sich der Patriarch gefälligst immer noch und ausschliesslich bei seiner Frau zu holen. Während er andere Männer anhimmeln darf.

    Wir erleben also eine hochbrisante Sexualpolitik auf allen Ebenen. (Wobei es vordergründig um Sexualpraktiken, hintergründig aber um Macht geht!) Das Patriarchat steht auf dem Matriarchat – aber eben nur-heterosexuell und nur-auf-einem-Bein!

    Mit der zugelassenen Bisexualität würden beide historischen Konstrukte dahinfallen…

  3. Adrian 3. November 2008 um 09:09 #

    Hi, Thommen,

    ich gebe es zu: Mir ist das alles viel zu kompliziert. Es ist mir egal, ob Männer mit Frauen, Frauen mit Frauen, Männer mit Männern, wie auch immer im gegenseitigen Einvernehmen miteinander verkehren. Es ist mir egal, ob Jungen früher ihre „homosexuelle Phase“ zuerkannt wurde, weil es da noch nicht gleich bedeutete, dass sei schwul sein könnten. Es ist mir egal, ob islamische Kulturen homoerotisch aufgeladen sind. Es ist mir egal, ob das alles und das Gegenteil Folgen des Matriarchats, des Westens oder der Entdeckung des Radiums sind. Lassen wir die Leute doch einfach machen was sie selbst für richtig halten. Erkennen wir doch einfach an, dass nicht alle Menschen gleich empfinden. Preisen wir die Liebe und nicht den Hass (etwas pathetisch, aber was solls…)

    Eines muss ich jetzt aber doch noch klarstellen – und das beziehe ich nicht auf Dich Thommen, sondern ich werfe das jetzt einfach mal in die Diskussion (und Entschuldigung wenn es etwas grob klingt, aber es ist erst 9.00 Uhr morgens und ich bin morgens immer muffelig):

    Mir geht das ganze Queer-Gedöns auf den Sack. Ja, ich sage „Sack“, weil es mir vollkommen egal ist, ob ich damit meine Andersartigkeit gegenüber allen, die keinen Sack haben, konstruiere. Diese ganzen Phrasen von wegen, „Geschlecht ist Konstruktion“, „Liebe kennt kein Geschlecht“ halte ich für vollkommen bedeutungslos und ich kann mit ihnen nichts anfangen.

    Ich persönlich liebe keine Geschlechter: Ich liebe nur ein Geschlecht: Männer. Und mit Liebe meine ich: Emotional-erotische Anziehungskraft. Das ist etwas was mir das Geschlecht Frau einfach nicht geben kann. Jeder kann Sex mit allem haben. Auch ich kann mir vorstellen mit einer Frau Sex zu haben. Aber für mich hat das etwas die Relevanz, wie Sex mit einem Staubsauger. Ich meine das nicht herablassend, aber so empfinde ich nun mal. Insofern stehe ich zum Begriff „schwul“, weil er das beschreibt was ich nun mal bin: Ein Mann der Männer liebt – emotional, erotisch, sexuell. Nicht mehr, nicht weniger.

    Wer unbedingt Geschlechter und sexuelle Orientierungen oder was auch immer dekonstruieren will, soll das machen. Aber lasst mich doch da bitte raus.

  4. daniel 11. November 2008 um 15:40 #

    @ adrian: …erst schreibst du davon, dass dir alles egal ist, was wer macht und denkt – und schon schränkst du es wieder ein. lass doch menschen leben, wie sie es wollen – das bedeutet aber auch, anzuerkennen, dass es mehrere geschichten und sozialisationen gibt, nicht nur deine, und nicht nur eine (west) europäische. und es gibt darunter auch geschichten von menschen, die nicht nur „jungen“ und „mädchen“, „frauen“ und „männer“ kennengelernt haben – und das ist doch unser aller gutes recht

    wenn du auf „männer“ stehst, ist das dein ding. du wirst dir erkennungsweisen für „männer“ entwickelt haben – und das wird nicht der sack sein, denn den sieht mensch ja doch erst sehr spät und nicht auf der straße. aber dann frau in einem atemzug mit „staubsuager“ in einen vergleich zu setzen, ist auch herablassend, wenn du es danach als „nicht herablassend gemeint“ kennzeichnest.

  5. Adrian 11. November 2008 um 16:16 #

    „das bedeutet aber auch, anzuerkennen, dass es mehrere geschichten und sozialisationen gibt, nicht nur deine, und nicht nur eine (west) europäische.“

    Das erkenne ich doch an. Was ich aber nicht anerkenne, ist mich nun auch noch wegen der „Es-gibt-keine-Geschlechter-Schiene“ dafür rechtfertigen zu müssen, auf das Geschlecht ohne Busen, ohne Vagina und ohne Y-Chromosom zu stehen.

    „du wirst dir erkennungsweisen für “männer” entwickelt haben“

    Allerdings: Keine Titten, schmaleres Becken, Bartwuchs, stärkere Körperbehaarung, Schwanz und Eier. Das sind nicht irgendwelche subjektiv konstruierten Charakteristika sondern primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale in denen sich Männer von Frauen unterscheiden. Diese resultieren aus unterschiedlichen Chromosomen. Ob dir diese biologischen Mechanismen nun passen oder nicht.

    „aber dann frau in einem atemzug mit “staubsuager” in einen vergleich zu setzen“

    Wenn Du Dir meine Aussage in Ruhe anschauen würdest, wäre Dir aufgefallen, dass ich nicht Frauen, sondern den Sex mit ihnen beurteilt und verglichen habe.

  6. daniel 18. November 2008 um 17:29 #

    oha, ich fühle mich ja wie in den Anfängen moderner Wissenschaft, als tatsächlich Geschlecht nach „Beckenbreite“ und „Bartwuchs“ beurteilt wurde. Dir dürfte schon aufgefallen sein, dass es so einige Menschen mit „Schwanz“ und „Eiern“ gibt, die ein ziemlich breites Becken haben. Andere haben hingegen keinen oder spärlichen Bartwuchs. Auch der „Brustumfang“ ist keinesfalls so unterschiedlich, wie Du es hier als vermeintliches ‚Wissen‘ präsentierst. Und dann gibt es gar Menschen mit Hoden und Eierstöcken oder Hoden und Vagina…

    Und auch mit den Chromosomen hast Du wohl unrecht. Nahezu alle als geschlechtsdeterminierend betrachteten Gene kommen nicht auf den so genannten „Geschlechtschromosomen“, sondern auf Autosomen vor.

    Aber so wie Du bzgl. biologischen Geschlechts mit vollkommen unkritischen, veralteten, zudem nicht einmal in Wissenschaft ersthaft geteilten Halbwahrheiten umgehst, bist Du vielleicht auch in Bezug auf die Debatte um Islam und Homosexualität etwas unkritisch? Gerade für kritisches, linkes Arbeiten ist In-Frage-Stellen unbedingt notwendig und hilft es nicht zu schreiben, dass einer alles zu kompliziert ist, wie Du es oben tust („Mir ist das alles viel zu kompliziert.“).

  7. Adrian 18. November 2008 um 18:00 #

    Wenn Du in Deiner Welt nicht in der Lage bist, Geschlechter zu unterscheiden ist das Dein Ding. In meiner Welt kann man das.

  8. Adrian 18. November 2008 um 18:22 #

    „bist Du vielleicht auch in Bezug auf die Debatte um Islam und Homosexualität etwas unkritisch?“

    Durchaus nicht. Meine Kritik: Wenn in islamischen Kulturen Menschen wegen ihrer Homosexualität verfolgt werden, finde ich das echt doof.

    Ich kann allerdings auch noch kritischer: Im Grunde genommen kann es im Islam gar keine Verfolgung von homosexuellen Menschen geben, da es ja
    a) weder den „Islam“
    b) noch „Homosexualität“
    c) und eigentlich auch keine „Menschen“ gibt.

    Gerade die Etikettierung als „Mensch“ ist eigentlich ein Skandal. Wahllos werden Neugeborene in Krankenhäusern mit der Bezeichnung „Mensch“ versehen und ihnen somit ein Konstrukt übergestülpt, an das sie sich zwecks gesellschaftlicher Konventionen ein Leben lang zu halten haben. Dabei hat das, was man im westlichen Kulturkreis als „Mensch“ bezeichnet, so viele Gemeinsamkeiten mit allen anderen Lebewesen.

    Speziezismus ist Terror!

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