Hoch die internationale Solidarität!

21 Nov

Während in Nepal die Zeichen auf Entdiskriminierung stehen, sieht es im osteuropäischen Bulgarien eher finster aus:

Zwar berät das Parlament des Staates gerade über die Einführung einer zivilen Partnerschaft, will diese aber nur zwischen Mann und Frau zulassen. Homosexuellen Paaren bliebe somit weiterhin jedwede staatliche Anerkennung versagt.

Mitverantwortlich für die Aufrechterhaltung der Diskriminierung dürfte die katholische Kirche Bulgariens sein, wie Radio Vatikan stolz vermeldet:

Die katholische und die orthodoxe Kirche des Landes haben den Gesetzesentwurf über eine Anerkennung von Homo-Ehen kritisiert. Die Ehe sei ein Geschenk für eine Frau und für einen Mann. Mit der geplanten Homo-Ehe würde man aber dieses Geschenk zerstören, so die Vertreter beider christlichen Kirchen. Eine parlamentarische Kommission hatte bereits im vergangenen Sommer der Regierung Bulgariens empfohlen, das Familiengesetz zu ändern, um auch Homosexuellen eine staatlich geschützte Lebensgemeinschaft zu ermöglichen. Dieser Schritt kam überraschend, da weder die Regierungspartei noch die Opposition sich öffentlich für die Homo-Ehe ausgesprochen hatten. Im vergangenen Juni wurde anlässlich einer Gay-Pride-Parade in Sofia von allen Kirchen des Landes angekündigt, gegen jede Art der Liberalisierung für Schwule und Lesben vorzugehen.

Eine ähnliche Entwicklung wie in Bulgarien deutet sich in Griechenland an. Dort, schreibt der LSVD, hatte das Parlament

kürzlich über eine Gesetzesvorlage der griechischen Regierung debattiert, in der es um eine Reform des Familienrechts und die Einführung der eingetragenen Partnerschaft geht. Diese soll allerdings nur heterosexuellen Paaren vorbehalten sein.

Da das Gesetz bisher noch nicht in Kraft getreten ist, bittet der griechische Lesben- und Schwulenverband OLKE um Unterstützung. Gemeinsam mit Ermis, der schwullesbischen Gemeinschaft im LSVD, hat der LSVD ein Protestschreiben an die griechische Botschaft in Berlin gerichtet. Wer sich dem Protest anschließen möchte, schreibt an die griechische Botschaft und protestiert gegen das Vorhaben der Regierung. Hier gibt’s ein Musterschreiben, an dem man sich orientieren kann.

Eine Antwort zu “Hoch die internationale Solidarität!”

  1. Bernieboy80 23. November 2008 um 12:20 #

    … „Die Ehe sei ein Geschenk für eine Frau und für einen Mann. Mit der geplanten Homo-Ehe würde man aber dieses Geschenk zerstören“ …

    Die Aussage der katholischen (und in diesem Fall auch der orthodoxen) Kirche ist also: ein Geschenk wird zerstört, wenn jemand anderes genau dasselbe bekommt. Diese (Un-)Logik will mir nicht in den Kopf.

    Im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest heißt dies also: um (Selbst)zerstörungen der Präsente vorzubeugen, nur noch Unikate verschenken 😉

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