Raumorientierte Jugendzentren für heterosexuelle Volksgenossen ohne Aids

23 Nov

Nationale Sozialisten, immer empört, wenn es gegen das böse Finanzkapital, die Juden, die Globalisierung und den Abbau des Sozialstaates geht, leben in ihrer eigenen kleinen Welt raumorientierter Intelligenz. Ihr Leben läuft in festen Bahnen des heimischen Reviers, das gegen Fremde verteidigt wird und in der alles was von Außen kommt, erst einmal auf Kompatibilität mit völkischer Anschauung abgeklopft werden muss. Mit Ferkeleien wie Homosexualität erntet man in den Kameradschaften dieser Welt wenig Sympathien und das obwohl es zur guten Tradition internationaler Sozialisten gehört, genau dies zu behaupten.

Ihre Provinzialität, ihren Mief und ihre durch die Globalisierung unangetastete Bildung beweisen Berliner Nationalisten in ihrem Blättchen, mit dem beschaulichen Namen „Berliner Bote„. Eine Sektion befasst sich mit der in Berlin heimischen Subkultur schwuler Lebensweisen. Der kurze Beitrag liest sich ob seiner kindlichen Naivität äußerst amüsant, was schon mit dem Titel losgeht:

Zentren für Schwule und Lesben gibt es in Sand am Meer1

Nun sollte es nicht überraschen, dass im Zuge der Sprachverwirrung in Deutschland, hervorgerufen, durch allerlei böse Anglizismen usw., die völkische Rechte sich wieder auf den Ursprung der deutschen Sprache besinnt. Dass der Ausdruck „in Sand am Meer“ allerdings zu diesem Ursprung gehört, war mir neu. Man lernt eben nie aus. Und lernen kann man vom Berliner Boten allerhand. Wussten Sie z. B., dass in Berlins Zentren für Schwule und Lesben, Schwule und Lesben verkehren? Man sollte es nicht glauben:

In Schöneberg, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg und Mitte sind sie zu finden, Zentren für Schwule in Berlin. Es gibt sogar Stadtführer, die auf derartige Plätze, Straßen und Lokalitäten verweisen.

Ja, ist das denn die Möglichkeit! Stadtviertel in denen Homos verkehren? In Berlin? Im Jahre 2008? Und das steht sogar in Reiseführern? Was kommt als nächstes? Ein schwuler Bürgermeister?

Von Außen sehen die Restaurants, Bars und Kneipen recht normal aus. Höchstens die Regenbogenfahne weißt [sic!] den Eingeweihten daraufhin, dass es sich um eine Lokalität für Schwule handelt. Doch was verbirgt sich hinter der Fassade?

Das ist die Frage, die alle Heteros, unabhängig politischer Anschauung, seit Jahrhunderten bewegt. Was machen die Schwulen eigentlich den ganzen Tag, oder besser, die ganze Nacht, wenn die normalen Bürger längst schlafen oder Nachwuchs für das Volk zeugen?

Doch was verbirgt sich hinter der Fassade? Teilweise sind einfache Restaurants mit „Darkrooms“ ausgestattet. Während im Vorraum noch gespeist wird, treffen sich im Hinterzimmer die ekelhaftesten Gestalten um ihre Sexpraktiken auszuleben. Ein widerliches Schauspiel, das keine Grenzen kennt. Genaue Ausführungen ersparen wir uns hier.

Och nö, wieso denn? Jetzt wo wir alle richtig neugierig geworden sind, ziehen die Volksgenossen das Schwänzchen ein? Das ist so gemein! Ich will wissen, was in diesen „Dunkelräumen“ passiert:

Man kann aber sagen, dass die Geschlechtspartner wahllos gewechselt werden und somit übertragen sich Krankheiten rasend schnell.

Das mag so sein, Volksgenossen. Das habe ich auch schon mal gehört. Es gibt da sogar diese Krankheit, die ausschließlich Schwule und die da aus Afrika befällt. Wie heißt die doch gleich? Ehts? Ja genau, Ehts! Aber, na ja, auch wenn das zutrifft, sind doch bestimmt nicht alle Schwulen so schlimm und manche wirken sogar ganz normal, oder?

Sicher kennt manch einer einen Schwulen und meint, dass dieser doch ganz normal wäre, doch das entspricht vielleicht nicht ganz der Wahrheit. Wer einmal, in einer Kneipe für Homosexuelle gewesen ist, wird wissen, worüber wir schreiben.

Ich sehe sie vor mir, die Redaktion des Berliner Boten, zitternd vor Angst und Anspannung, wie sie mit einem Reiseführer, in der Ecke der nächstbesten Schwulenkneipe sitzt, während Kamerad Heinrich dazu auserkoren wurde, einen Blick in den örtlichen Darkroom zu werfen. Eine Mission, die so gefährlich ist, das sie mindestens mit dem Eisernen Kreuz belohnt werden muss.

Der sexuelle Trieb steht in allen Lebenslagen im Vordergrund, je öfters, je besser!

„Je öfters, je besser“?

Mal von der Bessenheit abgesehen, können Schwule und Lesben, keine Kinder zeugen, d.h. von der Natur sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht vorgesehen.

Man muss eigentlich nicht extra betonen, dass Schwule sehr wohl Kinder zeugen können – Lesben allerdings nicht, das stimmt, dieser Punkt geht an die Volksgenossen. Und natürlich sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften sehr wohl „von der Natur“ vorgesehen, andernfalls gäbe es diese ja nicht.

Dadurch, dass keine Nachkommen aus gleichgeschlechtlichem Sex entstehen können,

Was nun wieder stimmt

tragen Schwule und Lesben nichts zum Volkswachstum bei, was wiederum dafür sorgt, dass wir alle unter anderem deren Renten mitfinanzieren müssen, zumindest im derzeitigen BRD-System.

Abgesehen davon, dass Schwule und Lesben ebenso die Rente von allen anderen mitfinanzieren müssen – auch die der Volksgenossen vom Berliner Boten -, scheinen die rechten Spacken gar nicht so blöd zu sein, wie es ihr Weltbild und ihr Deutsch nahelegt: „Zumindest im derzeitigen BRD-System“. Höre ich da die Erkenntnis heraus, dass ein umlagefinanziertes Rentensystem kein Naturzustand sein muss?

Und nun zur Frage aller Fragen:

Da fragt man sich doch, was hier verkehrt läuft, wenn für Homosexuelle sogar eigene Zentren geschaffen werden.

Darf ich raten? Also, hmmm, schwierig. Könnte es was mit den Juden zu tun haben, die Deutschland knechten wollen? Oder mit Josef Ackermann, der Deutschland in den finaziellen Ruin treiben und ehrlich arbeitende, deutsche Familienväter ausnehmen will? Nein wartet, ich hab’s: Das Ziel ist die Ausrottung des deutschen Volkes. Hab ich recht, hab ich recht?

Es handelt sich hierbei um einen weiteren Schritt zur Ausrottung des deutschen Volkes. Wenn man mal darüber nachdenkt, wird es sonnenklar.

Ja, klar, sonnenklar! Das ist so logisch, eine andere Möglichkeit gibt es gar nicht. Das wir da nicht schon früher drauf gekommen sind.

Schwule, Lesben und Migranten haben ihre eigene Lobby in der BRD und können sich in eigenen Jugendzentren, Lokalitäten und Ähnlichem treffen und vom Rest der Bevölkerung abschotten. Man ist halt gern unter sich!

Äh, moment mal, irgend etwas stimmt hier nicht! Wohin geht das denn jetzt? Sollte von rechter Seite nun etwa ein Plädoyer für Integration Schwuler, Lesben und Migranten in die Mehrheitsgesellschaft folgen? Keineswegs. Wir nähern uns lediglich dem Casus knacktus des gesamtem völkischen Beitrags zur Schwulenfrage. Es geht nicht primär um Homos. Sondern um eine urdeutsche Befindlichkeit: den Neid. Um das Gefühl, um etwas betrogen worden zu sein:

Aber wenn nach Unterstützung für ein nationales Jugendzentrum gefragt wird, dann hat man gleich den Staatsschutz auf dem Hals.

Eine Tragödie, geradezu griechischen Ausmaßes. Alle haben ihre Jugendzentren: Die Migranten, die Schwulen, die Lesben, die internationalen Sozialisten… nur unsere raumorientierten Volkswirtschaftler haben keines. Man muss den Kopf schütteln angesichts dieser himmelschreienden Ungerechtigkeit. Ist es angesichts fehlender nationaler Jugendzentren verwunderlich, dass in den Köpfen dieser jungen Leute Hass entsteht, wo andernfalls Liebe blühen könnte?

Dieses BRD-System steht für Untreue, keinerlei Ehre oder Patriotismus und Verdummung. Liebe Volksgenossen, erkennen Sie die Fehler des Systems und deren Nutznießer.

Ja, so ist das mit diesem BRD-System: Nix mit Ehre, nix mit Patriotismus, nix mit Verdummung. Mit den Jungs (und Madels?) des Berliner Boten an der Macht, wird das alles ganz anders werden…

————————-

[1] Update (24.11.2008) Die raumorientierten Volkswirtschaftler des Berliner Boten, haben ihre Überschrift jetzt dem herrschenden Deutsch angepasst. Von nun an gibt es „Zentren für Schwule und Lesben wie Sand am Meer“. Zumindest für Berlin trifft dies allerdings nicht zu, da es hier weitaus mehr Sand gibt.[back]

3 Antworten zu “Raumorientierte Jugendzentren für heterosexuelle Volksgenossen ohne Aids”

  1. Thommen 23. November 2008 um 21:46 #

    Ich behaupte ja schon länger, dass Nationalismus, Blut und Ehre ein Produkt der heterosexuellen Familie und deren Fortpflanzung ist! 😛

    Drum muss jede Generation wieder neu „therapiert“ werden, die aus Kleinfamilien und Provinzialität heraus kommt.

  2. Andreas 24. November 2008 um 18:18 #

    Erfreulicherweise ermittelt bereits der Staatsschutz gegen den Verfasser bzw. Veröffentlicher dieses gräßlichen Artikels!!

  3. Cathi 3. Oktober 2009 um 20:38 #

    Was geht denn bitte hier ab?
    Was solls schon?
    Schwule, Lesben. Homosexuelle sind im Grunde nicht anders als alle anderen?
    Was bildet ihr euch ein, zu sagen, Homos seien schlechter und tragen zur Ausrottung bei?
    Manche Heteros haben 10 Kinder, also beschwert euch nicht, und wer, wenn nicht die Homosexuellen haben Kinder zu denen sie noch eine Verbindung haben und eine liebevolle Beziehung besitzen.
    Homosexuelle lasse sich nicht so oft scheiden wie Heteros, und das trägt doch auch zur Population bei, oder etwa nicht?
    Woher nehmt ihr das Recht, uns zu beschimpfen und uns schlecht zu machen, wo ihr doch keinen Deut besser seid???
    Seid lieber still und verzapft nicht solchen Unsinn!!
    Ihr wisst doch gar nicht von was ihr redet, wenn ihr sagt, JEDER homosexuelle Mensch ist pervers und vögelt in der Gegend herum, wie ein Sexsüchtiger! Denn das ist eindeutig nicht die Wahrheit, sicher wird es solche auch geben, aber diese gibt es auch bei Heterosexuellen.
    Macht nichts schlecht, wenn ihr nicht wisst, wovon ihr sprecht!

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