Arme, kleine Heten – Ausweitung der Kampfzone

2 Dez

Dass es vereinzelte Homos gibt, die angesichts der demokratischen Entscheidung in Kalifornien, Schwulen und Lesben ein Recht zu verwehren, dass Heteros wie selbstverständlich in Anspruch nehmen, in ihrem Aktionismus ein wenig über die Stränge schlagen, sollte nicht verwundern, denn Homos sind auch nur Menschen und es gibt kein Zentralkomitee, das vorschreibt, wie Schwule zu denken und zu handeln haben. Michelle Malkin – ihres Zeichens konservative Bloggerin, die mit jedem Mann ins Bett steigen kann ohne befürchten zu müssen, dafür auf der Straße zusammengeschlagen zu werden und die anscheinend nur deshalb gegen die Islamisierung ist, weil sie diese als Konkurrenz zu ihrem eigenen Gedankengut betrachtet – berichtet nun schon seit geraumer Zeit von den Untaten der homosexuellen Banden in den USA. Zum Beispiel dieser hier:

Gay marriage activists who lost at the ballot box in California are now lashing out at businesses that supported the ban — and their anger reaches way beyond the borders of Golden State.

In Austin, a gay community Web site has published an “Austin Anti-Gay Blacklist” that encourages consumers not to spend money at companies that financially supported California’s recent Proposition 8 ballot initiative that rescinded gays’ right to marry inside the state.

Richtig so. Wer Proposition Hate unterstützt hat, sollte dafür nicht auch noch belohnt werden.

Some gay rights activists say any business that supported Proposition 8 should be boycotted.

“We strongly believe that one of the best ways for the gay community to be heard is by speaking with our wallets,” said Austin resident Warren Clark, whose warrenandderrick.com Web site published the “blacklist” of Yes on 8 donors.

“Blacklisted” by the gay rights Web site are Austin attorneys and tech companies, investment fund managers and doctors, real estate developers and even the Los Angeles Dodgers. Former Dodgers infielder and Austin resident Jeff Kent gave $15,000 to the Yes on 8 campaign.

Mag sein, dass ein Begriff wie „schwarze Liste“ ungute Assoziationen weckt, aber dennoch, kann ich mich nur wiederholen: Ein finanzieller Boykott von Firmen und Institutionen, die es für nötig halten, die heterosexuelle Orientierung und Liebe als höherwertig herauszustellen und Homos deshalb die Ehe zu verweigern, ist nur gerecht. Und wenn die stolzen Heteros deswegen eingeschnappt sind – wen juckt’s?

“It’s a shame,” said Austin real estate developer Michael Knepp when a reporter told him he was on the list for his $10,000 donation to the Yes on 8 campaign.

“Everyone has a responsibility to support the issues they feel strongly about,” Knepp said. “If someone else was offended by that, I apologize, but we just feel very strongly about how (gay marriage) could affect our society – so we made a donation.”

Distanzieren möchte ich mich allerdings vom Boykott von Dell Computers, einer Firma, die nur deswegen auf die Liste gelangte, weil ein einzelner Mitarbeiter eine persönliche Zuwendung für das Eheverbot Schwuler und Lesben gespendet hatte. Man sollte schon in der Lage sein, zwischen Firmenpolitik und Personen zu unterscheiden:

Dell usually gets good marks from gay, lesbian, bisexual and transgender groups. It is a supporter of the gay rights group Human Rights Campaign as well as other national and local gay organizations.

“This was an employee who made a personal donation and employers are listed because of California’s reporting laws,” Hilton said. “But this doesn’t reflect the company’s position at all.”

Michelle Malkin ist augenscheinlich so fassungslos ob aller Boykotte, dass sie – wie wohltuend – nichts mehr dazu sagen kann. Ganz anders als der gute Heplev, der – man erinnere sich – es bereits als eine Zumutung empfunden hatte, lesen zu müssen, Ludwig II. von Bayern könnte homosexuell gewesen sein. Angesichts der Boykottkampagnen setzt Heplev noch eins drauf:

Die Homo-Wut auf eine demokratische Entscheidung zieht weitere Kreise. Nachdem Mormonen-Tempel und alle möglichen anderen Organisationen (nicht nur) in Kalifornien mit Feuereifer bedacht wurden, schlägt eine Homosexuellen-Organisation in Texas jetzt mächtig zu und gibt sich nicht damit zufrieden einzelne Spender für die Werbekampagne gegen die Homoehe öffentlich zu machen und auf schwarze Listen zu setzen. Auch die Firmen, für die sie arbeiten (und die in der Regeln sogar eine ganz andere Homo-Politik fahren als die Spender) werden auf die Boykott-Listen gesetzt, so u.a. auch Dell Computer.

Im Gegensatz zu mir, hält Heplev eine demokratische Entscheidung, die einer Gruppe von Menschen Rechte vorenthält, offenbar für in Ordnung. Nun gut. Aber es reicht natürlich nicht, Homos zu kritisieren, weil sie sich – ob mit berechtigten Mitteln oder nicht – dagegen wehren, von den Heteros mal wieder verarscht zu werden. Nein, als guter Konservativer mit Sympathien für Michelle Malkin, kann man die Aktionen der Homos nur mit der größten anzunehmenden Bedrohung vergleichen, die es auf Erden gibt:

Die Maßlosigkeit dieser schwulen Rachsucht kann man eigentlich nur mit der der Sippenhaft-Mordforderungen von islamistischen Hetzern vergleichen.

Bravo, Heplev, das hast Du gut gemacht! Fehlt eigentlich nur noch, dass Du beim nächsten Bericht auf Deine schwulen Freunde verweist, die das genau so sehen. Hat Michelle Malkin eigentlich welche?

Ach und noch etwas, Heplev. Ganz so originell, wie Du meinst, ist Dein Gedankengang dann doch nicht. Dass Schwule mehr oder weniger wie Islamisten sind, hat vor Dir schon mal einer festgestellt.

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16 Antworten to “Arme, kleine Heten – Ausweitung der Kampfzone”

  1. TheGayDissenter 2. Dezember 2008 um 22:26 #

    Liegt nicht ein großes Problem, und damit der zentrale Irrtum, des heplev darin, dass er von einem fragwürdigen Demokratiebegriff ausgeht?

    ‚Demokratie‘ konnte noch nie einfach nur mit ‚Herrschaft der Mehrheit‘ (die sich zudem in Kalifornien nicht zu Wort gemeldet hat), übersetzt werden. Vielmehr wird man heute unter Demokratie eine gleichberechtigte, also eine mit gleichen Rechten ausgestattete Teilhabe an dem Staatswesen und dessen gesellschaftlicher Entwicklung verstehen müssen. Diese Gleichberechtigung ist nicht disponibel und nicht willkürlichen Zufallsmehrsheitsentscheidungen zugänglich. Das Demokratieverständnis von heplev entspricht eher einer Gleichsetzung von Demokratie und Korruption: Du versprichst mir etwas und ich stimme dafür in einer bestimmten Art und Weise ab.

    Auf Wikipedia findet sich zur Erklärung, was eine Demokratie ist, der Satz:

    „Im Idealfall sollte jeder Teilnehmer wissen und verstehen, was er entscheidet.“

    An dieser Voraussetzung dürfte es in Kalifornien fehlen und schon deshalb war die Abstimmung über Prop 8 nicht demokratisch.

  2. Adrian 3. Dezember 2008 um 14:39 #

    Ich glaube, das Problem von heplev reicht tiefer…

  3. Adrian 3. Dezember 2008 um 15:07 #

    Nachdem ich einen Kommentar von heplev gelesen habe, muss ich ergänzen. Sein Problem reicht ganz tief:

    http://heplev.wordpress.com/2008/11/30/wochenend-schaschlik-34/#comment-508

    „In einer Demokratie wie den USA haben die Schwulen alle Möglichkeiten für ihre Lebensform zu werben.“

    Was soll man dazu sagen?

    „Wer homosexuell leben will, bitteschön. Aber auch diese Lebensform und ihre Vertreter müssen sich kritische Fragen gefallen lassen. Die in meinem Erleben weit weniger heftig sind als das, was viele Verbands-Homosexuelle Christen an den Kopf werfen.“

    Klar, stolze Heteros haben eine ganz andere Sicht darauf, was Schwulen von Christen an den Kopf geworfen wird. Zumal von evangelikalen Christen – die ja nur helfen wollen:

    „Eine Gruppe von Christen, die Leuten helfen wollen, die mit ihrer homosexuellen Neigung unglücklich sind, wird von allen Seiten angegriffen. Selbst ein christlicher Kongress hat diese Leute dieses Jahr auf Druck von außen aus dem Programm genommen. (Den Homo-Gruppen und -Promis war das nicht genug, nein da musste Monate lang nachgekartet werden und weiter gehende Forderungen wurden gestellt. Abgesehen von den “Stempeln”, die da verteilt wurden.)
    Was haben diese Leute verbrochen? Sie stellen in Frage, dass eine homosexuelle Prägung unveränderbar ist. Sie haben ein Angebot, das denen helfen soll, die mit ihrer Neigung (oder Prägung oder wie immer man das nennen will) nicht glücklich sind. Die Reaktion aus der Homo-Szene (und ihren Unterstützern): Das darf nicht sein, das ist Scharlatanerie, Homosexuelle werden als geisteskrank dargestellt. Das ist schlicht eine heuchlerische Lüge. Die Leute sind nicht hingegangen und haben Veranstaltungen gestört, keine Plakate “Homosexualität ist falsch” hoch gehalten, keine Beschimpfungen von Homo-VErtretern veranstaltet. Sie haben allerdings eine ganze Reihe von Menschen “umgedreht”, die sich “umdrehen” lassen wollten. Und hier ist der wichtige Punkt: Diese Leute WOLLTEN sich “umdrehen” lassen. Sie sind mit ihrem Leben wieder zufrieden.“

    Das Problem von heplev ist, dass er keine Ahnung hat, wovon er spricht und sich seine Meinung zur Homosexualität offenbar von seinen evangelikalen Kollegen plus der Malkin holt.

  4. heplev 3. Dezember 2008 um 15:51 #

    Wer austeilt, sollte auch einstecken können.
    Ansonsten fühle ich mich in meinen Aussagen durch diesen Eintrag voll und ganz bestätigt.
    Und von Vorurteilen seid ihr hier ja nun gar nicht geplagt, nicht wahr?

  5. Adrian 3. Dezember 2008 um 16:00 #

    „Ansonsten fühle ich mich in meinen Aussagen durch diesen Eintrag voll und ganz bestätigt.“

    Das freut mich für Dich. Ich hatte es auch nicht anders erwartet.

    „Und von Vorurteilen seid ihr hier ja nun gar nicht geplagt, nicht wahr?“

    Welche Vorurteile meinst Du?

  6. Adrian 3. Dezember 2008 um 16:26 #

    Noch was heplev. Wie darf man denn diesen Satz verstehen?

    „Homosexuelle oder Trekkies oder Krischnas oder was weiß ich wer sollen für ihre Lebensentwürfe werben dürfen, aber ich nicht, nur weil ich der Meinung bin, dass Homosexuelle einen Lebensentwurf haben, der sich für sie nach dem Tod (!) nachteilig auswirken wird?“

  7. friebie 4. Dezember 2008 um 13:40 #

    @Adrian
    Dein zweiter Kommentar: Das hast du schön gesagt!
    Und zu heplev…also irgendwie find ichs auch lustig.

  8. TheGayDissenter 4. Dezember 2008 um 22:01 #

    @ Adrian:

    Ich habe nun den Kommentar 508 auch durchgelesen und mir wurde klar, warum der dortige Post mit „Schaschlik“ überschrieben ist. Es ist einfach nur zusammengesetztes Zeug. Textbausteine, die, disparat zusammengefügt, beeindrucken sollen. Tun sie aber nicht und mit Freude habe ich festgestellt, dass einer meiner Namensvetter dort den wesentlichsten Irrungen entgegen getreten ist.

  9. Adrian 4. Dezember 2008 um 22:12 #

    @ TGD
    Ja, ich wollte Dich schon fragen, ob Du das warst, bis ich gelesen habe, dass dieser Stefan eine Freundin hat.

  10. Adrian 5. Dezember 2008 um 12:22 #

    Andererseits haben wir ja alle Freundinnen (und das ist kein queerer Witz, denn ich meine weibliche Freundinnen)

  11. TheGayDissenter 5. Dezember 2008 um 20:55 #

    @ Adrian:

    Das Thema Freundinnen wäre durchaus mal zu vertiefen. Die standardmäßige ‚beste Freundin‘ habe ich jedenfalls nicht zu bieten.

  12. Adrian 6. Dezember 2008 um 00:28 #

    @ TGD
    Meine ist in Afrika.

  13. TheGayDissenter 6. Dezember 2008 um 08:50 #

    @ Adrian:

    In Afrika!?!

  14. Adrian 6. Dezember 2008 um 09:52 #

    Ja, kaum zu glauben, aber wahr. Sie ist Freilandzoologin für Insekten und momentan auf Tournee.

  15. TheGayDissenter 7. Dezember 2008 um 22:28 #

    Wenn’s der Wissenschaft dient.

  16. Adrian 8. Dezember 2008 um 17:21 #

    Irgendeiner Wissenschaft wird’s schon dienen 😉

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