Homosexuelle Orthodoxie

5 Dez

Theologisch konservative Anglikaner in den USA und Kanada haben damit begonnen, eine eigene Kirche zu gründen. In einer Pressekonferenz am 3. Dezember in Wheaton bei Chicago stellten sie eine vorläufige Kirchenverfassung vor.

Im Gegensatz zu anderen Abtrünnigen wollen die Häretiker aber ausdrücklich Teil der Anglikanischen Kirche bleiben:

Die neue Anglikanische Kirche in Nordamerika möchte Teil der Weltkirchengemeinschaft bleiben. Um als Kirchenprovinz anerkannt zu werden, braucht sie die Zustimmung von zwei Dritteln der geistlichen Leiter der weltweit 38 Kirchenprovinzen mit zusammen über 70 Millionen Mitgliedern.

Da es sich bei den Spaltern um Schwulenfeinde handelt, liegt natürlich nichts näher, als sich mit den rückständigsten Teilen der anglikanischen Weltkirche zu verbünden bzw. auf deren Unterstützung zu hoffen:

Die konservativen Amerikaner hoffen auf Unterstützung von Kirchenleitern aus der Dritten Welt, die vor allem wegen der liberalen Haltung der nordamerikanischen Kirchen zur Homosexualität mit einer Spaltung drohen.

Richtig dreist fände ich es, wenn die Ewiggestrigen ernsthaft materielle Unterstützung von ihrer bisherigen Kirche erwarten würden:

Ferner werde es zu Rechtsstreitigkeiten kommen, wenn die „Abtrünnigen“ ihre Immobilien behalten wollten.

Eine Stellungnahme von offizieller Seite zu dem Vorgang ist sowas von liberal, dass es einem fast die Schuhe auszieht:

Kanonikus Charles Robertson, Sprecher der Vorsitzenden Bischöfin der US-Episkopalkirche, Katharine Jefferts Schori, erklärte, man bedauere den Schritt der Konservativen. Innerhalb der Episkopalkirche gebe es Raum für unterschiedliche Auffassungen.

Immerhin stellte Robertson fest:

Die US-Episkopalkirche sowie die anglikanischen Kirchen Kanadas und Mexikos blieben die offizielle, anerkannte Repräsentanz der anglikanischen Kirchengemeinschaft in Nordamerika.

Gut zu wissen für alle konservativen Moralapostel. Denn wenn auch in der abgespaltenen anglikanischen Kirche das passiert, was bei US-Evangelikalen an der Tagesordnung ist, wenn also einer der oberen Anti-Homos plötzlich selbst bei homosexuellen Aktivitäten ertappt wird, steht ihm immer noch die Rückkehr in die gute alte Anglikanische Kirche offen.

Die Tradition, die diese Anglikanische Kirche mit ihrer Liberalisierung bezüglich Homosexualität konstituiert, ist allemal näher an der Lehre des Jesus von Nazareth als alle Hasspredigten der selbsternannten „besseren“ Christen.

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