Eidgenössische Geschmackspolizei

10 Dez

Auch in der Schweiz ist frau von der stetigen Homosexualisierung genervt:

In den wilden 70er-Jahren, in denen mit Revoluzzer-Elan Grenzen ramponiert wurden, gab es eine Subkultur, auf die sich heute sehnsuchtsvolle Blicke richten. Denn in dieser Subkultur wurde unter anderem probiert und kultiviert, was inzwischen bis zum Überdruss in der Normalowelt angekommen ist: die Inszenierung und Darstellung zum Beispiel von Homosexualität. Das war lange bevor diese infolge des Aids-Schocks aus Präventionsgründen enttabuisiert und im Zuge der politischen Korrektheit Gegenstand von Gender-Seminaren wurde.

Wer da warum Überdruss empfindet, braucht offenbar keine nähere Erklärung, das gesunde Volksempfinden versteht sich und seinesgleichen ohne viele Worte. Ein „Gender-Seminar“ von innen gesehen hat Barbara Basting vermutlich auch noch nicht, sonst wüsste sie, dass man dort in der Lage ist, trefflich die Benachteiligung der Frau zu skandalisieren, ohne über Homosexualität auch nur nachzudenken. Schon gar kein Platz ist in solcher Hetze für die Paradoxie, dass Homosexualität zwar irgendwie enttabuisiert wurde, die Situation schwuler Jugendlicher aber weiterhin keineswegs so paradiesisch ist wie die von Hetero-Jungs. Was andererseits soll man erwarten von einer Journalistin, die die Welt des Jet-Sets oder ihre eigene Zunft mit der Welt verwechselt und daher auf folgenden Befund kommt:

Damals war auch noch nicht die halbe Welt metrosexuell.

Und heute? Ist die eine Hälfte schwul, die andere gegendert. Weshalb schwule Künstler gefälligst ihre gesellschaftliche Nützlichkeit demonstrieren sollten, statt ewig das zu fotografieren, was ihnen gefällt:

Walter Pfeiffer steht für eine pointiert subjektive Fotografie, die seit Jahrzehnten eigene Obsessionen umkreist. Er steht für eine Bildsprache, die in den 70er-Jahren innovativ und wegweisend war, weil sie neue Möglichkeiten ausgelotet hat. Aber er steht, das muss man nach dem Besuch in Winterthur sagen, auch für die Erschöpfung, ja Selbstkarikatur eines bildnerischen Idioms, in dem die fotografierten Subjekte nur noch als Projektion eigener Wünsche vorkommen.

Auch Schwule haben schließlich regelmäßig ihre Fruchtbarkeit unter Beweis zu stellen und damit Frauen wie Barbara Basting glücklich zu machen statt sich ihnen auf allen Ebenen zu verweigern. Obwohl: Was, wenn es Frauen gäbe, denen auch Pfeiffers neue Fotos schlicht gefallen? Kommt dann die Geschmackspolizei und greift durch? Seit wann können Frauen überhaupt individuell entscheiden, welche Kunst ihnen gefällt? Da sei Frau Basting vor.

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2 Antworten to “Eidgenössische Geschmackspolizei”

  1. Thommen 13. Dezember 2008 um 16:25 #

    Wir sollten endlich sehen, dass Frauen nicht unbedingt „Verbündete“ von Homosexuellen sind. Ihre „grenzenlose Toleranz“ und ihre „positiven Vorurteile“ sind Fassaden, hinter denen sich die gnadenlosen heterroristischen Interessen verbergen! 😉

  2. DDH 14. Dezember 2008 um 18:10 #

    Dabei laufen sogar in der Berner SVP bekennende Homosexuelle rum – und wohlgemerkt als Exponenten des Blocher-Flügels!

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