Stoppt deutsche Hass-Omis!

28 Jan

Auch in der Süddeutschen hat man jetzt das Problem schwulenfeindlicher Gewalt entdeckt. Entgegen aller Realität jedoch hält man auch hier daran fest, dass nicht sein kann, was aus Gründen der Political Correctness nicht sein darf und findet auch gleich noch eine lesbische Kronzeugin dafür, Kathrin Doumler vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD):

Dass sich gerade in so traditionell liberalen Bezirken wie Kreuzberg und Schöneberg die homophoben Gewalttaten häufen, sei traurig – und auch logisch: „Schwule und Lesben sind gerade hier sichtbarer und damit ein leichter Angriffspunkt“, sagt Doumler. Ein pauschales Täterprofil – männlich, jung, Migrationshintergrund – lehnt sie ab. Auch wenn gerade junge Männer mit einem arabisch-patriarchalisch ausgeprägten Wertesystem häufig Probleme mit Homosexualität haben.

Von soviel Verständnis für die Täter, denen offenbar nichts anderes übrig bleibt als Zuzuschlagen angesichts der schieren homosexuellen Masse auf Schönebergs Straßen, können die Opfer nur träumen. Und die ganzen alten deutschen Frauen, die Schwule angreifen, darf man natürlich auch nicht vergessen. Wie naiv muss man eigentlich sein, um einen Posten beim LSVD zu bekommen oder wie abhängig von Staatsknete, um einen solchen bagatellisierenden Unsinn zu erzählen?

MANEO-Projektleiter Bastian Finke ist klüger und nimmt die Opfer in den Blick. Deren Anzahl nämlich ist kaum einem bewußt, was auch daran liegt,

dass es keine offiziellen Zahlen gibt. Homophobe Gewalt taucht in Deutschland außerdem in keiner bundesweiten Kriminalstatistik auf. Anders ist es in den USA: Dort werden Straftaten gegen die sexuelle Orientierung, „Hate Crimes“ genannt, gesondert erfasst.

Ein Untersuchungsergebnis der MANEO-Umfrage unter 17 500 schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern in Deutschland macht mich besonders nachdenklich:

Am häufigsten betroffen sind junge Homosexuelle. In der sensiblen Phase der Pubertät, in der die Jugendlichen durch ihr Coming-out zusätzlich verletzbar sind, führt das oft zu schweren Traumatisierungen. Dazu kommt, dass Opfer vorurteilsmotivierter Hassgewalt stärker leiden: Die Täter greifen sie in ihrer Identität als Schwuler oder Lesbe an. „Das erschüttert den Betroffenen oft sehr viel mehr als ein Raubüberfall,“ sagt Finke. Wie schnell der Einzelne mit dem Gefühl der Ohnmacht fertig wird, hänge auch davon ab, wie das Umfeld reagiere.

Gerade deswegen sind Aufklärung und öffentliche Sensibilisierung so wichtig – und haben nicht zuletzt Erfolg:

Das Beispiel, was jetzt folgt, mag Auslöser für das Projekt gewesen sein, was Birgitta vom Lehn kürzlich in der Welt noch als überflüssigen Beleg für die längst normalisierte Homosexualität denunziert hatte. Ganz im Gegenteil jedoch sind es derartige Projekte, die dringend Not tun, um zu verhindern, dass eine weitere Generation heranwächst, deren heterosexueller Teil es für vollkommen normal hält, Schwule als vogelfrei zu behandeln.

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