Von Schleifen, Knoten, Pinguinen und Schwänen

26 Feb

Die Verbürgerlichung der lesbischwulen Szene schreitet voran. Passé die rote Aids-Solidaritätsschleife, passé der rosa Winkel, passé die Regenbogenflagge. Von jetzt an ist der Weiße Knoten in – zumindest im bösen homophoben Hollywood:

Es war das Symbol, das die meisten Hollywood-Stars bei der Verleihung der Oscars tragen: Einen weißen Knoten – das neue Zeichen für alle, die auch bei der Ehe gleiche Rechte für Lesben und Schwule wollen. […]

Dass ein weißer Knoten das Symbol für das Recht zu heiraten wird, ist einfach zu erklären: Auf Englisch bedeutet „tie the knot“ soviel wie „den Bund fürs Leben schließen“, die Farbe weiß soll dabei eine Hochzeit symbolisieren.

Ein schönes Symbol. Aber, wird Adrian sich endlich herablassen, dieses Zeichen der Liebe auch zu tragen, etwas, was er bei Aids-Schleife, Regenbogenbutton und Rosa Winkel stets abgelehnt hat?

Keineswegs, denn er arbeitet bereits an einem neuen Symbol. Einem Symbol, so revolutionär, avantgardistisch und kreativ, dass einem nur die Spucke wegbleiben kann:

Wie aufmerksame Leser dieses Blogs mitbekommen haben, mag Adrian Pinguine, und insbesondere die putzigen Zügel- bzw. Kehlstreifenpinguine (Pygoscelis antarctica). Diese sind nämlich nicht nur unglaublich knuffig und süß, sondern zuweilen auch schwul. Ideale Symboltierchen also, die man nur noch mit einem anderen Exemplar der Klasse Aves zu kombinieren braucht: dem Trauerschwan (Cygnus atratus). Wie die deutsche Wikipedia berichtet, lebt eine nicht unbeträchtliche Zahl männlicher Trauerschwänen in streng monogamer homosexueller Verbindung, die nur unterbrochen wird, durch einen kurzen Paarungsakt mit dem weiblichen  Geschlecht. Diesem werden dann die Eier geklaut und beide „Männer“ ziehen die Kücken groß, die auf Grund der geballten männlichen Stärke zumeist bessere Überlebenscancen haben, als die Nachkommen konventioneller „Hetero“-Paare.

Wäre der Trauerschwan also nicht ideal, um Romantik und Liebe zu symbolisieren und gleichzeitig das Selbstbild der Heteros ins Wanken zu bringen, sie seien von Natur aus überlegen? Und das mit dem kurzen heterosexuellen Intermezzo und der Ausbeutung der Frau zwecks Heranschaffung des Nachwuchses, muss man als Mensch ja nicht gleich eins zu eins übernehmen…

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