Böse, schwule Evolutions-Atheisten

14 Mär

Es beeindruckt mich nicht die Bohne, wenn sich jemand aus dem bibeltreuen Lager der Evangelikalen, für Israel und gegen den Islamismus einsetzt, weil die Motive, die dahinter stecken, nur allzu klar sind. Der Islam wird von solchen Leuten einfach als Konkurrenz gesehen, als falsche Lehre welche versucht, der Menschheit den wahren Gott vorzuenthalten. Und Israel? Ist nicht etwa eine liberale Demokratie, die sich der individuellen Freiheit verpflichtet fühlt, sondern der Staat von Gottes auserwähltem Volk, den man als Evangelikaler unterstützen muss, weil sonst Jesus nicht wiederkehrt, um alsbald alle Juden zu töten, die sich am Tag des Jüngsten Gerichts nicht seiner Lehre anschließen wollen.

Ob der fleißig nach der Wahrheit grabende „Markus“ ebenso krass drauf ist, kann ich nicht sagen. Aber ein wenig evangelikal ist er schon. Und deshalb echauffiert er sich auch über die demnächst anlaufende Kampagne von Atheisten, die auf öffentlichen Verkehrsmitteln für ein Leben ohne Gott werben wollen.

Als Ungläubiger ist mir diese Kampagne übrigens herzlich egal, weil es mich einfach nicht interessiert, ob jemand an Gott glaubt oder nicht, solange – und das sind meine einzigen Einschränkungen – dieser jemand nicht versucht, mit seinem Weltbild in meinem Leben rumzuschnüffeln, den Glauben an religiöse Texte nicht mit Wissenschaft verwechselt oder mir vorwirft, ich wäre kein moralischer Mensch, weil ich nicht an (seinen) Gott glaube.

Dummerweise tun unsere evangelikalen Freunde all diese Dinge ständig. So auch „Markus“, der genau rausgefunden hat, was die bösen Atheisten mit ihrer Buskampagne bezwecken:

Sie werfen dabei Christen vor, unwissenschaftlich und hinter’m Mond zu sein.

Ähm, nun ja, wenn zum Beispiel der Glaube an die Schöpfungslehre den Rang der absoluten Wahrheit annimmt, ist das sehr wohl „unwissenschaftlich“ und „hinter’m Mond“. Das gilt auch für das ständige Hadern mit der Evolutionstheorie:

Sie wollen mit der Erhebung der Evolutionstheorie in den Stand der Tatsachen eine Deutungshoheit für einen Vorgang erhalten, dessen Theorien aus wissenschaftlicher Sicht weder zu beweisen noch zu widerlegen sind.

Ich kann gar nicht sagen, wie es mich schüttelt wenn ich so etwas lese. Niemand muss über die Evolutionslehre Bescheid wissen. Aber warum kann man nicht erst einmal ein Buch über deren Grundlagen in die Hand nehmen, bevor man Aussagen trifft, die so falsch sind, das es falscher schon gar nicht mehr geht? Ich stelle ja auch nicht den Wert der Quantentheorie in Frage. Die Evolutionstheorie ist nicht zu widerlegen? Quatsch, „Markus“! Zeig ihm ein, nur ein einziges Beispiel für „Nichtreduzierbare Komplexität“ und Richard Dawkins wird auch Dich nicht mehr belästigen.

Und dann der Höhepunkt des Ganzen. Nicht nur beklagt sich unser „Markus“, dass die bösen Atheisten alle voll gemein sind zu denen, die an Gott glauben, nein, sie wollen die Christen auch noch davon abbringen Menschen zu helfen. Und insbesondere denjenigen Menschen, die qua Leviticus und was weiß ich, so richtig schön angearscht sind:

Sie wollen Christen verbieten, Homosexuellen zu helfen, weil sie das für rassistisch und sexistisch halten.

Oh man, „Markus“ natürlich findet es niemand „rassistisch“ oder „sexistisch“, wenn Du als Christ Homosexuellen helfen willst. Ich persönlich finde das sehr gut. Und Du kannst mir sogar helfen: Ich bin momentan etwas knapp bei Kasse, da mein homosexueller Lebensstil mich finanziell förmlich aufzehrt. Wie wäre es also mit einer Spende an den armen Adrian? Wäre echt dufte von Dir…

25 Antworten zu “Böse, schwule Evolutions-Atheisten”

  1. Markus 14. März 2009 um 23:17 #

    Schön… Darüber kann ich sogar lächeln. 🙂
    Seltsam nur, dass Dich das so schüttelt …

    Aber nun ja, wir haben unsere Meinungen. Die Frage ist: Ist Deine Weltsicht Beton oder bist Du bereit, darüber nachzudenken?

  2. Adrian 15. März 2009 um 00:41 #

    Ich bin immer bereit nachzudenken.

  3. Markus 15. März 2009 um 13:56 #

    Das ist gut.
    Dann lass doch mal Deine Vorurteile gegenüber Israel-Freunden, Islamgegnern und Evangelikalen (was sind die für Dich eigentlich?) kurz zur Seite (Dein 1.Absatz) und lass uns mal austauschen, wie wir diese Themen sehen. Bereit?

  4. Markus 15. März 2009 um 17:31 #

    Ok: Erste Frage hatte ich schon oben: Was sind Evangelikale für Dich? Und: 2. Was haben sie gegen Homosexuelle?
    Die 1.Frage musst Du machen, die 2. ich:

    Ich will nicht generell für Evangelikale sprechen, daher schreibe ich nur für mich.
    Ich habe nichts gegen Homosexuelle. Ich persönlich habe damit nichts am Hut, weil mein Glaube das nicht her gibt. Und wenn man mich nach meiner Meinung fragt, sage ich das auch. Das ist meine Meinung, Teil meines Glaubens, kein Gesetz.
    Aber: Ich akzeptiere jeden Homosexuellen als Menschen so wie er ist. Ich komme mit Homosexuellen gut aus. Ich masse mir keine Deutungshoheit an. Ich sage, was in der Bibel steht, aber ob mein Gegenüber auch so sieht, ist seine Entscheidung.

    Zum Thema Hilfe für Homosexuelle: Es gibt genug Menschen, die mit ihrem sexuellen Leben – ob homo oder hetero – Probleme haben. Solchen Leuten bieten wir als Christen grundsätzlich Hilfe an. Und natürlich sind wir dann nicht neutral. Aber das wissen die Menschen, die kommen, auch. Aber es geht nicht darum, jemanden umzudrehen, zu verteufeln und sonst was. Es geht darum, zu helfen, zu unterstützen.

    Natürlich gibt es immer Leute, die Dinge übertreiben – auf beiden Seiten. Dann handeln sie falsch. Aber sie stehen dann nicht stellvertretend für alle bzw. für eine Theologie.

    Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt. Wenn Du hier angekommen bist und Dich ärgerst, hol tief Luft und lies den Text nochmal – ohne Brille.

  5. Adrian 15. März 2009 um 17:51 #

    Evangelikale sind Menschen, welche sich auf die Irrtumsfreiheit der Bibel berufen, für sich also postulieren, die Bibel wörtlich zu nehmen.

    Der Großteil der Evangelikalen ist immanent schwulenfeindlich, da sie die Schöpfungslehre heteronormativ interpretieren (Adam/Eva – Mann/Frau – Penis/Vagina – Kopulation zwecks Nachkommenschaft) als sich auch an barbarischen Texten wie Leviticus hochziehen, der für uns Homos bzw. Menschen, die sich homosexuell betätigen, die Todesstrafe vorsehen (18:22, 20:13).

    „Ich sage, was in der Bibel steht, aber ob mein Gegenüber auch so sieht, ist seine Entscheidung.“

    Und welche Geschichte erzählst Du genau? Leviticus? Römer? Sodom und Gomorrha? Oder doch David und Jonathan? Auf welchen Passagen der weiträumig und vielfältig interpretierbaren Bibel beruht denn Deine Meinung über Homosexualität? Oder benutzt Du die Schrift nur selektiv, um Deine Meinung zu bestätigen?

    „Aber es geht nicht darum, jemanden umzudrehen, zu verteufeln und sonst was.“

    Um was geht es dann?

    „Es geht darum, zu helfen, zu unterstützen.“

    Bei was genau?

  6. Markus 15. März 2009 um 18:49 #

    „Evangelikale sind Menschen, welche sich auf die Irrtumsfreiheit der Bibel berufen, für sich also postulieren, die Bibel wörtlich zu nehmen.“

    Das erste ist nicht richtig, das zweite nur bedingt. Wie gesagt, ich schreibe für mich. Die Bibel ist zwar durch Gott „in Auftrag gegeben worden“, aber von Menschen geschrieben. Wie kann sie dann irrtumsfrei sein? So wie Du eine mail/einen Kommentar/einen Brief verschieden verstehen und interpretieren kannst, so geht das auch mit der Bibel. Wann versteht man das Geschriebene am besten? Wenn man denjenigen kennt. Grundlage aller Bibelinterpretation ist eine Beziehung zu Gott.

    Daher ist auch das Zweite nur bedingt korrekt. Wörtlich und wörtlich. Die Bibel ist eine Übersetzung aus dem Griechischen und dem Hebräischen. Daher kann ich sie aufgrund möglicher Übersetzungs- und Übertragungsfehler gar nicht wörtlich nehmen. Aber: Wenn es Gott wirklich gibt und er wirklich so ist, wie die Bibel es sagt, dann sollte ich versuchen, das was die Bibel sagt, sehr ernst zu nehmen. Daher versuche ich schon so zu leben, wie die Bibel es sagt.
    Und da wir als Christen keine Einsiedler sind, sondern in der Gesellschaft leben, versuchen wir auch, unsere Einstellungen und unsere Meinungen zu verbreiten – so wie andere auch.

    „Der Großteil der Evangelikalen ist immanent schwulenfeindlich, da sie die Schöpfungslehre heteronormativ interpretieren (Adam/Eva – Mann/Frau – Penis/Vagina – Kopulation zwecks Nachkommenschaft) als sich auch an barbarischen Texten wie Leviticus hochziehen, der für uns Homos bzw. Menschen, die sich homosexuell betätigen, die Todesstrafe vorsehen (18:22, 20:13).“

    Ehrlich – das höre ich zum ersten Mal und ich bin nicht „unbeleckt“. Gott hat eine klare Lebensordnung vorgegeben, in der Mann und Frau zusammenleben sollen.
    Insofern entspricht die Homosexualität nicht Gottes Ordnung. Aber wer dafür die Todesstrafe fordert, hat das Neue Testament nicht verstanden, weil Jesus all das für uns auf sich genommen hat.
    Und schwulenfeindlich ist nicht korrekt – jedenfalls nicht für mich (s. letzter Komm.) Wir Menschen achten alle nicht die Ordnungen Gottes, wie wir sollten – ob Christen, Schwule oder sonst wer. Insofern brauchen wir alle – wenn wir vor Gott bestehen wollen – Vergebung. Wenn sich da der eine über den anderen erhebt, ist das Käse.

    „Auf welchen Passagen der weiträumig und vielfältig interpretierbaren Bibel beruht denn Deine Meinung über Homosexualität? Oder benutzt Du die Schrift nur selektiv, um Deine Meinung zu bestätigen?“

    Meine Meinung über Homosexualität ist nicht in einer Bibelstelle erschöpft. Es gibt 1-2 Stellen in Römer und im 1.Korinther, aber viel mehr zählt für mich die „positive“ – also nicht verbietende – Seite, das ist die oben schon erwähnte Schöpfungsordnung. Die von Dir erwähnten Stellen + Geschichten aus dem AT sehe ich nicht als passend für diese Fragen. David und Jonathan waren m.E. nicht homosexuell. Liebe unter Männern hat nicht per se eine sexuelle Komponente.

    “Aber es geht nicht darum, jemanden umzudrehen, zu verteufeln und sonst was.” Um was geht es dann?
    “Es geht darum, zu helfen, zu unterstützen.” Bei was genau?

    Wie gesagt: Menschen, die in einer Not sind, zu helfen.

    Aber jetzt mal eine Gegenfrage: Wieso tangiert Dich das so stark? Wenn Du kein Christ bist, dann kann Dir das doch am A…. vorbeigehen. Oder?

    In Deinem Post schreibst Du am Anfang: „Es beeindruckt mich nicht die Bohne, …“. Es scheint aber doch etwas anders zu sein.
    Hast Du persönlich schlechte Erfahrungen gemacht?

  7. Adrian 15. März 2009 um 20:04 #

    „Wir Menschen achten alle nicht die Ordnungen Gottes, wie wir sollten – ob Christen, Schwule oder sonst wer.“

    Warum sollten wir auch? Wenn sich die Menschheit nicht mal darauf einigen kann, was die „Ordnung Gottes“ ist, bzw. wer oder was Gott ist.

    Insofern brauchen wir alle – wenn wir vor Gott bestehen wollen – Vergebung.“

    Und ich habe kein Interesse, vor Gott zu bestehen.

    „Wieso tangiert Dich das so stark? Wenn Du kein Christ bist, dann kann Dir das doch am A…. vorbeigehen. Oder?“

    Weil es eben auch Christen sind, die Homosexuelle verdammen, sie verächtlich machen, Lügen über sie verbreiten, dafür sorgen, dass sie sich wie ein Stück Scheiße vorkommen und „Therapien“ für sie anbieten, die man als nichts anderes als Anleitung zum Selbstmord bezeichnen kann.

    „Hast Du persönlich schlechte Erfahrungen gemacht?“

    Jeder Schwule hat das. Direkt oder indirekt.

  8. prediger 16. März 2009 um 00:34 #

    bei den „schlechten erfahrungen“ könnte man z.b. die schwulen auflisten, denen „hilfsbereite“ menschen künstliche drüsen eingepflanzt haben, an denen dutzende gestorben sind.
    die schwulen, die, um ihnen zu „helfen“, mit elektroschocks und brechmitteln malträtiert und traumatisiert wurden.
    die schwulen, die man mit verhaltens-, aversions- und sonstwas für therapien in den wahnsinn getrieben hat.

    und eben leider auch schwule, denen „hilfsbereite“ menschen eingeredet haben, mit gebeten, gesprächen und gutem willen sei diese „psychische entwicklungsstörung“ schon irgendwie in den griff zu bekommen.

    es gibt mehr als genügend beispiele von zerstörten körpern und seelen, ruinierten scheinehen, depressionen und selbstmorden dieser menschen, denen andere ihre freundliche „hilfe“ angedeihen ließen.

    irgendwann sollte mit dieser art der hilfe ein für allemal schluss sein.

  9. prediger 16. März 2009 um 01:29 #

    und zur evolutionstheorie:

    stünde im alten testament irgendwas wie „und der herr sandte seine engel, dass sie alle dinge gen boden drückten auf immerdar“, dann hätten wir es heute mit leuten zu tun, die die schwerkraft für „nicht bewiesen“ erklärten und die gesetze der klassischen mechanik für eine „meinungsfrage“ hielten.

    jeder hat das recht, wissenschaft nicht zu verstehen oder diese art des erkenntnisgewinns ganz oder in teilen zu ignorieren. für diese ignoranz aber denselben respekt zu erwarten wie für eine abweichende, aber gut begründete ansicht zu irgendeiner wirklichen meinungsfrage, das halte ich für völlig unangemessen.

  10. Markus 16. März 2009 um 13:49 #

    Warum sollten wir auch? Wenn sich die Menschheit nicht mal darauf einigen kann, was die “Ordnung Gottes” ist, bzw. wer oder was Gott ist.
    Und ich habe kein Interesse, vor Gott zu bestehen.

    Wenn Du Dich der Ordnung Gottes nicht unterordnen willst, ist das Deine persönliche Entscheidung. Nur sei Dir bewusst, dass es eine wichtige Entscheidung ist…

    Weil es eben auch Christen sind, die Homosexuelle verdammen, sie verächtlich machen, Lügen über sie verbreiten, dafür sorgen, dass sie sich wie ein Stück Scheiße vorkommen und “Therapien” für sie anbieten, die man als nichts anderes als Anleitung zum Selbstmord bezeichnen kann.

    Jeder Schwule hat das. Direkt oder indirekt.

    Ok. Ich denke, ich habe deutlich gemacht, was ich denke und meine. Dass Du das anders siehst – ok, war zu erwarten, aber ich weiß, dass es viele andere gibt, die so denken wie ich – sprich nicht übel über Homosexuelle, wie Du hier schilderst.

    Ich denke, dass man schnell dahin kommt, Feindbilder aufzubauen. Manche Christen haben anscheinend Homosexuelle als Feindbilder, manche Homosexuelle haben Christen/Evangelikale als solche. Ich könnte ein paar Sachen schreiben, z.B. über Volker Beck, aber ich will nicht in die Kerbe hauen. Ich will keine Feindbilder.

    Ich sags ganz deutlich: Ich komme mit den meisten Homosexuellen gut aus und mag sie leiden oder nicht – wie andere Menschen auch. Homosexualität an sich ist für mich nicht akzeptabel. Aber das muss jeder selber entscheiden.

    Was hast Du für positive Erfahrungen mit Christen gemacht?

  11. Adrian 16. März 2009 um 15:39 #

    „Homosexualität an sich ist für mich nicht akzeptabel.“

    Und man kann es drehen und wenden wie man will. Wenn der Grund dafür Dein Glauben ist, ist das armseelig, wenn Dein Glaube nur Vorwand für das Vorurteil ist, ebenso.

    „Was hast Du für positive Erfahrungen mit Christen gemacht?“

    Ne ganze Menge.

  12. Markus 16. März 2009 um 17:01 #

    Und man kann es drehen und wenden wie man will. Wenn der Grund dafür Dein Glauben ist, ist das armseelig, wenn Dein Glaube nur Vorwand für das Vorurteil ist, ebenso.

    Ok, das war missverständlich. Die Betonung lag auf „für mich“ – soll heißen, für mich ist das nix.
    Und der Grund ist mein Glaube, kein Vorwand. Ich akzeptiere Dich und habe keine Vorurteile.

    “Was hast Du für positive Erfahrungen mit Christen gemacht?”

    Ne ganze Menge.

    Das ist doch gut. Wieso hast Du dann so ein negatives Bild?

  13. Adrian 16. März 2009 um 17:21 #

    „Wieso hast Du dann so ein negatives Bild?“

    Über wen ich ein negatives Bild habe, steht doch eindeutig im Beitrag. U.a. sind mir Menschen suspekt, die Homosexuellen helfen wollen.

  14. Markus 16. März 2009 um 17:28 #

    Wenn sie Hilfe suchen, wieso sollte man ihnen nicht helfen?

    • Adrian 16. März 2009 um 17:32 #

      Weil ihr nicht helfen wollt, sondern missionieren.

  15. Markus 16. März 2009 um 17:34 #

    Also doch Feindbild. Schade.

  16. Adrian 16. März 2009 um 17:37 #

    Von mir aus. Damit kann ich leben. Solange Du mit nicht sagst wie ihr homosexuellen Menschen genau helft, sondern darum herumschleichst, muss ich davon ausgehen, dass ihr Homosexuellen so helft, wie es die Evangelikalen zumeist tun.

  17. Markus 16. März 2009 um 17:51 #

    Ich schleiche kein bisschen rum. Ich selber bin in einer solchen Situation noch nicht gewesen, aber ich kenne Leute, die das tun.
    Die helfen Homosexuellen, die – wie ich schon weiter oben sagte – Probleme mit ihrer Ausrichtung haben. Solchen Leuten werden Gespräche und – wenn sie möchten – auch weitergehende Hilfe wie Gespräche mit ausgebildeten Therapeuten angeboten.
    Was ist daran grundsätzlich falsch? Abgesehen von wenigen Leuten, die das vielleicht mit den falschen Motiven betreiben, ist das eine gute Sache. Du kannst nicht alle in einen Topf werfen.

    Wenn Du willst, das Homosexualität etwas ist, das akzeptiert wird, dann solltest Du auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die mit ihrer sexuellen Ausrichtung Probleme haben.

  18. Adrian 16. März 2009 um 17:55 #

    „Die helfen Homosexuellen, die – wie ich schon weiter oben sagte – Probleme mit ihrer Ausrichtung haben. Solchen Leuten werden Gespräche und – wenn sie möchten – auch weitergehende Hilfe wie Gespräche mit ausgebildeten Therapeuten angeboten.“

    Was für Gespräche, was für Therapien, ausgebildet wo und durch wen?

    „Wenn Du willst, das Homosexualität etwas ist, das akzeptiert wird, dann solltest Du auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die mit ihrer sexuellen Ausrichtung Probleme haben.“

    Der Satz macht keinen Sinn.

  19. Markus 16. März 2009 um 18:09 #

    Was für Gespräche, was für Therapien, ausgebildet wo und durch wen?

    Das kann ich Dir nicht sagen. Muss es deshalb schlecht sein? Die HS können sich doch aussuchen, zu wem sie gehen. Das sind doch erwachsene Menschen, oder? Wenn es ihnen nicht hilft, können sie immer noch jemand anderen aufsuchen.

    Der Satz macht keinen Sinn.

    Wieso nicht? Gibt es keine HS, die Probleme mit ihrer Ausrichtung haben?

  20. Adrian 16. März 2009 um 18:22 #

    Man kann es sich auch zu einfach machen: „Wenn es ihnen nicht hilft…“ Es gibt nun mal „Therapien“ die hochgradig schädlich sind.

    „Wieso nicht? Gibt es keine HS, die Probleme mit ihrer Ausrichtung haben?“

    Das habe ich nicht gesagt.

  21. Gabriel 16. März 2009 um 20:47 #

    Sehr geehrter Herr Wahrheitgraben,

    Sie reden um den heißen Brei herum. Wenn ich Sie richtig verstehe, propagieren Sie Hilfe für Homosexuelle, die mit ihrer Homosexualität Probleme haben, durch Homosexuelle nicht akzeptierende Menschen, deren Fachkompetenz Sie nicht kennen. Kurz gesagt: Hokuspokus. Denn die einzige tatsächliche Hilfe für Homosexuelle, die mit ihrer Homosexualität Probleme haben, besteht darin, sie darin zu unterstützen, ihre Homosexualität anzunehmen. Eben das machen Evangelikale in der Regel nicht. Stattdessen versprechen sie den Homosexuellen, diese könnten „Veränderung“ erfahren und zwar hin zur Heterosexualität. Eben das aber ist nicht möglich. Wer das Gegenteil behauptet, lügt oder hat keine Ahnung. Das nenne ich unmoralisch. Wie man dies als gläubiger Christ vor Gott verantworten kann, ist mir unbegreiflich.

  22. Markus 17. März 2009 um 15:04 #

    @Gabriel + Adrian:
    Ich propagiere keine Hilfe für Homosexuelle. Ich persönlich habe damit nichts zu tun und ich bin der Meinung, dass sich jeder HS selber aussuchen sollte, welche Therapie – wenn er denn er eine braucht und will – er besuchen will. Da sollte ihm NIEMAND Vorschriften machen, oder? Deshalb sollten auch HS, die das wollen, zu Christen gehen dürfen, ohne dass sich jemand darüber aufregt.
    Wenn Christen als Therapeuten Hilfe anbieten, sollte das nicht automatisch verwerflich sein, nur weil es Christen sind. Der Vorwurf, es gehe sowieso nur um Mission, ist eine Verschwörungstheorie und empirisch nicht zu belegen

    Anscheinend wird hier das Stichwort „Hilfe“ überwiegend als Missions-, Umdreh- oder sonstiger Versuch verstanden, den HS zu bedrängen, ein schlechtes Gewissen einzureden oder ihn sonstwie negativ im Sinne der HS zu beeinflussen. Das habe ich nie gesagt, geschweige denn gemeint. Wie wäre denn die andere Konstellation: Ein hs Therapeut hilft einem Christen. Würde da irgendjemand ein Geschrei machen?

    Mein Ansatz geht mehr dahin, dass in beiden Kreisen Vorbehalte bis Feindbilder vorhanden sind. Das beruht m.E. auf Vorurteilen, Missverständnissen und Falschinformationen, die dazu führen, dass sich beide Lager sehr misstrauisch gegenüber stehen bzw. sich sogar gegenseitig in die Pfanne hauen.

    HS wollen die Freiheit haben, ihre Sexualität so zu leben, wie sie es wollen und sie wollen akzeptiert werden. Ok. Das kann aber nicht heißen, dass es niemanden geben darf, der anderer Meinung ist – von Diskriminierung und Sexismus natürlich abgesehen.

    Christen wollen ihren Glauben leben, davon reden und ebenfalls akzeptiert werden, ohne dass sie dafür diskriminiert oder benachteiligt werden. Natürlich wissen sie, dass es auch Leute gibt, die eine andere Meinung haben.

    Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft, in der wir Religions- und Meinungsfreiheit haben. Jeder sollte daher den anderen stehen lassen und ihn nicht verdammen. Von Ausnahmen auf die Regel zu schließen, ist falsch.

  23. prediger 17. März 2009 um 16:03 #

    schwulen, die probleme mit ihrer „ausrichtung“ (süßes wort) haben, helfen echte freunde, eine coming-out-gruppe, guter sex und die liebe eines mannes. alles andere ist verlogene scheiße, mit der sich die angeblichen helfer vor allem selber therapieren.

    es ist eine schande, wie das wort „hilfe“ in diesem zusammenhang von menschen pervertiert wird, die sich selber auf hohe moralische standards berufen.

    du, markus, kritisierst, dass hier ein „feindbild“ besteht. wie würdest du einen menschen nennen, der deine schönsten und innerlichsten empfindungen aufgrund umstrittener auslegungen uralter texte und ohne jedes weitere argument als unmoralisch und gefährlich bezeichnet? der deine liebe als etwas zu vermeidendes und im zweifelsfall therapiewürdiges beleidigt? der dazu beiträgt, die verachtung deiner mitmenschen, die dir ohnehin schon das leben schwer macht, noch weiter zu schüren?

    man muss nicht paranoid sein, um da ein feindbild zu entwickeln. freundschaft und faires miteinander sind jedenfalls was anderes.

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