Schwule Privilegien und der Zölibat

18 Mär

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass wir von neuen Privilegien für Homosexuelle hören. Mal ist es die Bevorzugung bei Adoptionen, mal der Skandal, dass ebensoviele Homo- wie Heterowitze existieren, obwohl doch viel weniger Homos als Heteros die Erde bevölkern. Und jetzt das: Ein österreichischer Priester, der sich als praktizierender Heterosexueller geoutet hatte, ist von seinem Amt als Dechant entbunden worden. Die Berichterstattung über den Fall hat die Welt der skurilen Formulierungen in jedem Fall um eine Variante bereichert:

Pfarrer Friedl habe sich öffentlich und von sich aus zur Beziehung zu seiner Beziehung bekannt.

Ähnlich verdruckst drücken sich sonst eigentlich nur Homos aus, wenn sie ständig von „ihrer Beziehung“ sprechen, damit keiner merken soll, dass sie homo sind. In Wirklichkeit allerdings geht es den Schwulen längst viel besser, wie dieser Kommentator zu dem Artikel bemerkt:

Schwul müßte er sein ,der Pfarrer Friedl, dann würde er in diese Kirche besser passen und Rom müßte sich SEINER nicht schämen.

Natürlich ist das Unsinn. Ein bekennender Hetero-Priester wird nur dann von seinem Amt entbunden, wenn er seine Sexualität auch praktiziert und zwar so, dass es die Öffentlichkeit mitbekommt. Ein homosexueller Priesteramtskandidat muss hingegen damit rechnen, allein aufgrund seiner homosexuellen Orientierung nicht geweiht oder zur Ausbildung zugelassen zu werden, unabhängig davon, ob er Sex auch praktiziert.

Aber weil manche Leute die Realität einfach nicht interessiert, darf im oben zitierten Kommentar auch das hier nicht fehlen:

Ein Kardinal der mit kleinen Buben herum macht……da passiert nichts. Aber bei einem Pfarrer der Tag für Tag mit den Problemen der Menschen befaßt ist, da ist ein Verhältnis mit einer Frau ein „Wahnsinn“!

Fehlt nur noch die Beschwerde, die Kirche benachteilige heterosexuelle Pädophile gegenüber homosexuellen Pädophilen. Vielleicht so?

Obwohl sich in den katholischen Gemeinden vor Ort weitaus mehr heterosexuelle Pädophile als homosexuelle engagieren, werden Mädchen in vielen Gemeinden immer noch nicht als Meßdiener zugelassen. Ein typisches Beispiel für die Zurücksetzung des Normalen gegenüber dem Perversen.

Die Lesben könnten sich dieser Beschwerde praktischerweise gleich anschließen. Aber die dürfen ja nicht einmal Priester werden.

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