Doppelte Moral ist nicht nur in Rom zu Hause

19 Mrz

Die taz berichtet über Mustafa Ceric, das religiöse Oberhaupt der bosnischen Moslems:

Der in ganz Europa mit vielen Preisen überhäufte Ceric gilt als ein weltgewandter, vielsprachiger Theologe, der gerne zum Dialog der Religionen eingeladen wird. Ceric stellt sich als ein Vertreter eines „europäischen Islam“ dar, der die Demokratie und die Menschenrechte achtet, und der es gerne hört, wenn er zur glitzernden Führungsgestalt der europäischen Muslime hochstilisiert wird.

Doch wie auch bei anderen Vertretern des „euopäischen Islams“ bestehen Zweifel an der Integrität des Mannes:

Seine Kritiker werfen ihm seither vor, die kleine Gruppe der saudi-arabisch gelenkten Islamisten, die Wahhabiten, in Bosnien gewähren zu lassen oder sie zumindest nicht energisch genug zu bekämpfen.

Auch andere Indizien deuten daraufhin, dass Cerics Europa nicht viel mit dem Europa zu tun hätte, wie wir es kennen:

Ceric politisiert die Religion und will die Politik religiös ausrichten.

Im Einzelnen:

Ceric versucht eine „Reislamisierung“ der in den Städten zumeist laizistischen Muslime Bosniens zu forcieren. Er ließ demonstrativ Moscheen in religiös gemischte Stadtviertel Sarajevos setzen, propagierte nicht nur Religionsunterricht in den Schulen, sondern brachte die Stadtverwaltung dazu, religiöse Unterweisungen schon in den Kindergärten Sarajevos einzuführen.

Letztes Jahr wurde der auch bei muslimischen Kindern populäre „Santa Claus“ abgeschafft. Und als letzten Herbst eine Ausstellung über Homosexualität eröffnet wurde, setzte er die Bevölkerung mit „Argumenten“, Homosexuelle würden ihre Kinder schänden, erfolgreich in Angst und Schrecken. Schlägertrupps der Wahhabiten und Fußballanhänger schlugen nach der Veranstaltung auf die versammelten Aktivisten der Zivilgesellschaft ein.

Was Ceric jedoch nicht daran hinderte, Partei für tatsächliche Kinderschänder zu ergreifen. So solidarisierte er sich mit

einem Imam in einem Dorf, der kleine Mädchen sexuell belästigt hatte. Ceric fuhr im Februar in das Dorf, um ein 10-jähriges Mädchen zu „vernehmen“. Und stellte sich demonstrativ schützend vor den Imam. Was ihm den Verdacht eintrug, dieser Imam sei nur die Spitze eines Eisberges.

Und mich nur entfernt an Ereignisse in der katholischen Kirche erinnert, die bis heute keine Gelegenheit ausläßt, Schwulen das Leben schwer zu machen und lange Zeit pädophile Mitarbeiter gleichzeitig deckte.

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