Warum der Papst viel böser als Osama ist

17 Apr

Nun wurde er also schuldig gesprochen: der Papst. Vom Volke. Genauer gesagt, in der niederländischen Fernsehshow „Anwalt des Teufels„. Angeklagt wurde der Papst wegen der Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen, wegen seiner Verantwortung am Tode von Millionen Aids-Opfern in Afrika und wegen der Verbreitung von Antisemitismus. Die „Jury“ der Show entschied folgendermaßen:

Der Pontifex ist demnach wegen seiner Polemik gegen Kondome verantwortlich für den Tod von Millionen Aids-Kranker [sic]. Dieser Schuldspruch erfolgte allerdings nicht einstimmig. Alle Geschworenen waren aber davon überzeugt, dass der Papst Frauen und Homosexuelle diskriminiere. Lediglich im dritten Anklagepunkt, der Verbreitung von Antisemitismus, sprach ihn die fünfköpfige Bürgerjury frei.

Wie intelligent die Bürger in Fragen der Beurteilung von Schuld und Unschuld sind, hat man in der Show übrigens bereits einmal bewiesen. Vor nicht allzu langer Zeit wurde Osama bin Laden angeklagt. Es sollte kaum überraschen dass er, im Gegensatz zum Papst, glimpflich davon kam:

Es sei nicht erwiesen, dass bin Laden Drahtzieher der Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA war

Genau. Denn immerhin gibt es – wie „kritische“ Zeitgenossen wissen – genug offene Fragen zum 11. September. Etwa, warum die ganzen Juden am Tag des Anschlags nicht im World Trade Center waren…

Auch den Vorwurf, bin Laden sei Gründer und Chef des Terrornetzwerkes al-Qaida, wies die TV-Jury als nicht hinreichend bewiesen zurück. Recht gaben sie der Anklage allerdings darin, dass bin Laden „ein Terrorist ist, der den Islam für persönliche Machtambitionen missbraucht“. Der Strafverteidiger hatte in allen drei Punkten auf „unschuldig“ plädiert.

Bin Laden kann noch so häufig erklären, er hasse den Westen, er sei verantwortlich für den Terror der und der Chef von Al-Quaida, es gibt dennoch genug Leute hierzulande, die ihm einfach nicht zuhören wollen. Und auch wenn er aus dem Koran Seite um Seite zitiert, dass es die Pflicht eines jeden rechtgläubigen Moslems ist, die Ungläubigen zu bekämpfen, rüstet sich der gemeine Niederländer lieber für die nächste Demo gegen die Nato.

Doch selbst „kritische“ Zeigenossen müssen eingestehen, dass der Papst dem Osama zumindest in einem Punkt weit voraus ist: In Fragen der Körperästhetik (Zottelbart gegen glatte Kinderwangen) und des Kleidergeschmacks (weißes Tischtuch gegen bunte samtige Gewänder) schlägt unser deutscher Papst die Islamisten um Längen.

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