Die Unschuld der Huren

21 Apr

„Eigentümlich frei“, jenes sich als „libertär“ verkaufende Blättchen, darf man mittlerweile ruhigen Gewissens als rechtskonservative Schmierenpostille bezeichnen. In ihrem Kampf gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen des deutschen und internationalen Schwulentums hat sich ef seit jeher hervorgetan. Kein Wunder also, dass auch angesichts des Marburger Kongresses aus allen Rohren gefeuert wird, um die Welt darauf aufmerksam zu machen, dass der Schwule dabei ist, die Freiheit der ganzen Welt unter dem Mantel der Political Correctness zu ersticken.

Diese Mal bedient man sich dafür einer Pressemitteilung der Initiative „Für Freiheit und Selbstbestimmung“, einer mit so illustren Blättchen wie der „Jungen Freiheit“ und stramm Reaktionären wir Norbert Geis und Gabriele Kuby kungelnden Bewegung, bekannt dafür, es mit Redlichkeit, Humanität und Moral nicht allzu ernst zu nehmen.

Die Pressemitteilung beginnt von Seiten der ef mit den Worten:

[Die folgende Pressemitteilung des christlichen Informationsforums Modrum.de gibt nicht unbedingt die Meinung der ef-Redaktion wieder und wird hier leicht gekürzt dokumentiert:]

„Nicht unbedingt“ heißt in diesem Fall natürlich „unbedingt“, denn ef ist immer dabei, „Kritikern“ des homosexuellen Lebensstils ein Forum zu bieten. Eine abgedruckte Pressemitteilung des LSVD, wird man bei der ef jedenfalls vergeblich suchen.

Doch kommen wir zum eigentlichen Text:

Mehr als 370 Bürger und Persönlichkeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen sich mit einer gemeinsamen Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ für die Freiheit der Rede, der Wissenschaft und der Therapie ein. Sie wenden sich damit gegen Bestrebungen, die Redefreiheit und den wissenschaftlichen Diskurs beim „6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ vom 20. bis 24. Mai 2009 in Marburg zu beschneiden.

Hehre Worte, die aber von einer völligen Kenntnislosigkeit des Sachverhalts zeugen. Denn die Kritik an den eingeladenen Homo-Heilern und die Forderung, diese auszuladen, hat mit Beschränkung der Redefreiheit nichts zu tun. Das Recht eines jeden, auf einer privat organisierten Konferenz zu sprechen, gibt es nicht.

Der ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Ernst-Wolfgang Böckenförde, erklärte zu dieser Initiative: „Ob die in der Erklärung der Initiative vertretenen Thesen und Behauptungen zutreffen, kann ich selbst nicht beurteilen. Es ist aber in einer freiheitlichen Ordnung, die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit gewährleistet, unerträglich, eine Auseinandersetzung darüber zu behindern und einige Personen mit einem Redeverbot belegen zu wollen.“

Und noch einmal: Die Ausladung bestimmter Personen hat mit einem Redeverbot nichts zu tun. Und ginge es um Kreationisten, die an einer Konferenz von Evolutionsbiologen sprechen wollten, würde das auch jeder einsehen. In diesem Fall aber geht es um „Kritik“ an der „homosexuellen Lebensweise“. Und bei diesem Thema juckt den stolzen Heteros naturgemäß der Finger am Abzug und sie können gar nicht genug darüber räsonnieren, wie der Schwue versucht, die ganze Welt zu versklaven:

Erneut versuchen Vertreter der Lesben- und Schwulenverbände zusammen mit Bündnis 90/ Die Grünen, die Rede-, Wissenschafts- und Therapiefreiheit zu beschränken.

Lüge!

Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) attackiert in einem Offenen Brief vom 26. März 2009 an den Oberbürgermeister der Stadt Marburg und die Universitätsleitung den „6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“, der vom 20. bis 24. Mai 2009 in Marburg stattfinden wird.

Ein völlig legitimer Vorgang!

Veranstalter ist die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge e. V. (www.akademieps.de). Die Beiträge von Markus Hoffmann, „Wuestenstrom e.V.“, und Dr. Christl Ruth Vonholdt, „Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG)“, die dort als Experten über die Identitätsentwicklung von Mann und Frau referieren werden, sollen verhindert werden.

Und?

Solche Aktionen stellen einen Angriff auf fundamentale Freiheitsrechte dar, die in der Verfassung garantiert sind. Wieder wird versucht, die Freiheit der Versammlung, der Rede, des wissenschaftlichen Diskurses und der Wahl der Therapie zu beschneiden.

Blödsinn!

Doch die Aktivisten für den Nonsens haben noch weitere Schmankerln auf Lager:

1. Niemand bestreitet die Würde von Menschen mit homosexueller Orientierung und ihre persönliche Freiheit, eine homosexuelle Lebensweise zu praktizieren.

Was natürlich Quatsch ist, denn natürlich gibt es eine Fülle von Bestrebungen, uns  Homos die Würde zu nehmen und unsere Freiheit einzuschränken, so zu leben, wie wir empfinden. Aber wie soll man Redlichkeit von Leuten erwarten, welche ernsthaft von der Praktizierung einer „homosexuellen Lebensweise“ sprechen?

Es gibt aber Menschen, die unter ihrer sexuellen Orientierung leiden und therapeutische Hilfe suchen. Das müsste Grund genug sein, jenen, die sich kritisch mit Fragen homosexueller Lebensweisen befassen wollen oder therapeutische Hilfe suchen, diese Möglichkeit auch anzubieten.

Es gibt natürlich Menschen, die unter ihrer sexuellen Orientierung leiden, was allerdings ausschließlich an denen liegt, die sich „kritisch mit Fragen homosexueller Lebensweisen befassen“. Einer „Kritik“ , die natürlich keine Kritik ist, sondern eine pauschale Verdammung, so wie es auch die Kritik an heterosexuellen Lebensweisen wäre.

2. Es ist ein Widerspruch, wenn durch die Gender-Mainstreaming-Bewegung propagiert wird, der Mensch könne und solle sein Geschlecht und seine sexuelle Orientierung (homo-, bi- oder transsexuell) frei wählen, andererseits aber die Möglichkeit zur Veränderung von der Homosexualität zur Heterosexualität geleugnet wird und konkrete therapeutische Angebote für Menschen, die eben dies anstreben, unterdrückt werden.

Wie unwissend kann man eigentlich sein? Zum tausendsten Mal: Gender Mainstreaming propagiert nicht, dass man sein Geschlecht und seine sexuelle Orientierung frei wählen solle. Und es ist auch keinesfalls so, dass Transsexualität eine sexuelle Orientierung darstellt. Wo haben solche Leute ihr „Wissen“ her? Von einem Uni-Seminar in Gender Studies?

International ausgewiesene Wissenschaftler und klinische Therapeuten (u. a. Prof. Dr. Robert Spitzer, Columbia Universität, und die in der Organisation NARTH vertretenen Therapeuten) bezeugen mit ihrer Arbeit, dass Veränderung einer homosexuellen Neigung möglich ist.

NARTH ist international als eine Vereinigung von Scharlatanen anerkannt, die weder von Psychologie und Psychatrie noch von Wissenschaft oder gesundem Menschenverstand eine Ahnung haben. Was nun Spitzer angeht: Seine Studien zur Veränderbarkeit homosexueller Orientierung waren ein Witz, ein Witz, den er heute am liebsten vergessen würde. Lediglich voreingenommene Schwulenfeinde zitieren seine Studie noch. Allen anderen ist dies zu peinlich.

Niemand will einen Menschen zu einem solchen therapeutischen Weg drängen. Dass aber die Lesben- und Schwulenverbände die Möglichkeit eines solchen Therapieangebots, ja sogar die wissenschaftliche Information und Auseinandersetzung unterdrücken wollen, ist eine Missachtung der Wissenschaftsfreiheit, der Meinungsfreiheit, des Leidens der betroffenen Menschen und ihres Rechts auf Selbstbestimmung.

Lesben- und Schwulenverbände weisen im Gegenteil regelmäßig auf die Gefahren hin, die ein solches „Therapieangebot“ für den Betroffenen zu Folge haben könnten. Und diese Gefahren sind, im Gegenteil zu Studien der Veränderbarkeit, gut belegt.

3. Wir protestieren dagegen, dass der LSVD mit unbewiesenen Behauptungen und verleumderischen Mitteln gegen „Wuestenstrom e.V.“ und das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft vorgeht und sie medial diskreditiert. Durch Einschüchterung wird ein Klima der Angst erzeugt.

Aufklärung können nur diejenigen  für Diskreditierung halten, die Dreck am Stecken haben. Und sowohl Wüstenstrom als auch das DIJG stinken vor Dreck. Aber nur sie und die ef halten diesen Gestank für ein sündhaft teures Parfüm.

Eine Antwort zu “Die Unschuld der Huren”

  1. lalibertine 22. April 2009 um 18:20 #

    Dieselbe Pressemitteilung habe ich gestern bei den Evangelikalen von idea entdeckt. Da zieht es einem schon die Schuhe aus. Angesichts dessen, dass das verklemmte Fundipack mehrheitlich selbst eines guten Sexualtherapeuten bedürfte, entbehrt es aber nicht einer gewissen Ironie, dass diese Leute Homosexualität als etwas therapiebedürftiges darstellen.

    Bei eifrei wundert mich gar nichts mehr, die haben schon vor langer Zeit den letzten Rest ihres Verstandes in der rechten Brühe ertränkt.

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