Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal …

28 Apr

Stefan Heck, Marburg-Biedenkopfer Bundestagskandidat der CDU hat sich zu dem für Mai in seiner Heimatstadt geplanten Evangelikalenkongreß zu Wort gemeldet. Heck zeigt dabei eine erschreckende Unverfrorenheit, sich zu Themen zu äußern, von denen er nach eigenen Angaben gar keine Ahnung hat:

Ich kann die Inhalte des Kongresses und die Beiträge der Teilnehmer nicht beurteilen.

Das hält ihn allerdings nicht davon ab, sich umso deutlicher zu positionieren:

Ich habe den Eindruck, dass hier interessierte rotgrüne Kreise versuchen, die christlichen Kirchen als radikale Fundamentalisten darzustellen.

Offenbar kann Heck auch die Herkunft der Teilnehmer nicht beurteilen, diese nämlich kommen eben aus dem fundamentalistischen Spektrum und keineswegs unspezifisch aus „den christlichen Kirchen“. Ob sein Vorwurf auch für seine Parteikollegin von der Leyen gilt, deren Ministerium im letzten Jahr anläßlich des Christivals erklärte,

die Bundesregierung vertrete weder die Auffassung, „dass Homosexualität einer Therapie bedarf, noch dass Homosexualität einer Therapie zugänglich ist“. Homosexualität werde seit über 20 Jahren von der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler aus Psychiatrie, Psychotherapie und Psychologie nicht als psychische Erkrankung angesehen. Wenn sogenannte „Konversionstherapien“ von Organisationen angeboten würden, könnten unterschiedliche, meist religiöse oder weltanschauliche Motive eine Rolle spielen, die sich einem wissenschaftlichen Ansatz entzögen.

entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich ist der heftige Ton der Erklärung schlicht auf den Wahlkampf zurückzuführen. Kurios mutet trotzdem der Abschlußsatz von Hecks Erklärung an:

Als Bundestagsabgeordneter will ich mich dafür einsetzen, dass der weltoffene und tolerante Geist der Universitätsstadt Marburg nicht durch blinde Ideologie
gefährdet wird.

Dabei wäre eben das ein guter Grund, sich den Protesten gegen die Überlassung von Räumen an die christlichen Fundamentalisten anzuschließen. Denn was, wenn nicht Ideologie, bringt einen im 21. Jahrhundert dazu, Homosexualität als heilbar zu bezeichnen?

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