Landwirte mit Dachschaden

29 Apr

Ich persönlich glaube nicht, dass der landwirtschaftliche Lebensstil gottgewollt ist. Gott hat die Natur vor dem Menschen gemacht und es lag sicher nicht in seiner Absicht, dass der Mensch seine Schöpfung durch Anpflanzungen und Züchtung verändert. Und dass das Leben eines Landwirtes mit vielen gesundheitlichen Risiken behaftet ist, beweist nicht nur die Schweinegrippe. Aus diesen Gründen ist es für mich vollkommen unverständlich, wie ein dem landwirtschaftlichen Lebensstil frönender Mensch wie der Schweizer Kantonsrat Michael Welz für diesen seinen Lebensstil Propaganda machen darf. Und dass auch noch staatlich gefördert:

Zum Eclat [sic] kams gestern im Kantonsrat direkt vor der Kaffeepause. Landwirt Michael Welz (Oberembrach), Sprecher der religiös-konservativen EDU, baute in seiner Fraktionserklärung alle Vorurteile gegen Schwule ein. Homosexualität sei nicht gottgewollt und «mit vielen gesundheitlichen Risiken behaftet». Wenn mit der Euro-Pride 09 in den nächsten Wochen schwul-lesbische Festivitäten unterstützt würden, sei das ein Propagandafeldzug «zur Beeinflussung unserer Jugend und Gesellschaft».

Die Stadt Zürich werde fünf Wochen lang zu einer Werbeplattform für den homosexuellen Lebensstil umfunktioniert und wende sich damit «vom Segen Gottes ab», sagte Kantonsrat Welz. Völlig unverantwortlich sei deshalb, dass mit der Unterstützung durch Zürich Tourismus, der SBB und der Stadt Zürich «staatliche Sponsorengelder» in diesen verwerflichen Anlass flössen. «Gott schenke Befreiung aus der Homosexualität», rief er vor konsternierten Zuhörern in den Saal.

Glücklicherweise kann man Geschenke umtauschen.

6 Antworten zu “Landwirte mit Dachschaden”

  1. lalibertine 29. April 2009 um 21:30 #

    „Homosexualität sei nicht gottgewollt und «mit vielen gesundheitlichen Risiken behaftet»“

    Tja, dumm ist nur, dass der Lebensstil heterosexueller Frauen (zumindestens was AIDS, HPV und Co. angeht) deutlich risikoreicher ist als der lesbischer Frauen….Und was will und Gott jetzt damit sagen? *confused*

  2. Adrian 29. April 2009 um 21:46 #

    „Und was will und Gott jetzt damit sagen?“

    Dass er Lesben voll geil findet 😉

  3. lalibertine 29. April 2009 um 21:59 #

    Womit zweifelsfrei bewiesen wäre, dass Gott ein Mann ist. Halleluja, eine Sternstunde der Theologie!

  4. Adrian 29. April 2009 um 22:07 #

    Ich hab’s nicht so mit Theologie. Vielleicht ist Gott ja auch eine lesbische Frau. Oder „er“ ist alles zusammen. Und dass „er“ vor Gott bezieht sich auf die Grammatik: der Gott.

  5. lalibertine 29. April 2009 um 22:15 #

    Da müssen wir doch glatt demnächst nach Marburg fahren und die Evangelikalen fragen, wie das jetzt so ist mit dem Gott. Die sind bestimmt begeistert von den Alternativen „Mann mit Faible für Lesbenpornos“/“lesbische Frau“. Wird garantiert eine konstruktive Diskussion.

  6. Adrian 30. April 2009 um 00:31 #

    Okay, ich fahre mit.

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