No entry for pigs

12 Mai

Die Begründung des Berliner Eisladenbesitzers, keine miteinander knutschenden Menschen gleichen Geschlechts zu bedienen,

er habe auch türkische und arabische Kunden, die so etwas nicht wollten

rief mir eine Werbung in Erinnerung, die ich kürzlich in meinem Briefkasten fand. Darin wurde seitens der Firma „Muncheese“ versichert, in ihrer Filiale in der Nollendorfstraße – also mitten im Berliner Homo-Kiez – seien alle Produkte ausschließlich ohne Schweinefleisch erhältlich. Nun ist es keineswegs so, dass ich das Angebot von Speisen ohne Schweinefleisch in irgendeiner Weise anrüchig fände. Der eine ist eben Vegetarier, der andere mag lieber Hähnchenfleisch als Schweinefleisch, warum ist mir im Grunde genommen egal. Merkwürdig fand ich lediglich das Versprechen, kein Schweinefleisch zu verkaufen. Da ich nicht annahm, dass es sich hierbei um eine besondere Rücksichtnahme auf die jüdischen Speisegebote handelt, lag es nahe, zu vermuten, dass hier in einer Art vorauseilendem Gehorsam das islamische Speisegebot wenigstens auszugsweise durchgesetzt wird. Immerhin: Alkohol hat man – noch? – im Angebot. Ob Schwule und Lesben, die ihre Zuneigung füreinander bekunden, bedient werden, entzieht sich meiner Kenntnis.

Vermutlich hat das Ganze aber keinen religiösen Hintergrund und „Muncheese“ meint es einfach gut mit seinen Kunden. Schweinefleisch ist schließlich ungesund.

Advertisements

4 Antworten to “No entry for pigs”

  1. Dagny 12. Mai 2009 um 11:34 #

    Mir als Heterosexuellem fällt es manchmal nicht ganz leicht, mich in die von Euch vorgetragenen Probleme hineinzuversetzen. Liegt sicherlich auch daran, dass für mich vieles selbstverständlich ist, was für Euch nicht der Fall ist und daran, dass Adrians politischer Katalog nicht in allen Punkten meine Zustimmung findet. – Bischen Unterschied zwischen Konservativen und Liberalen darf ja auch sein.

    Anyway.

    Wenn die Diskriminierung seitens des Eisverkäufers auf dem Respekt des Privateigentums beruht, sehe ich die Causa unproblematischer an. Ist hier aber nicht der Fall: Es geht um die Auseinandersetzung mit einer Haltung, die die Universalität der Menschenrechte, des Rule of Law und der individuellen Freiheit nicht anerkennt.
    Deshalb ist der Protest gegen die Haltung des Eisverkäufers zu unterstützen.

  2. Adrian 12. Mai 2009 um 11:44 #

    „Bischen Unterschied zwischen Konservativen und Liberalen darf ja auch sein.“

    Und wer von uns beiden ist jetzt was?

  3. Dagny 12. Mai 2009 um 13:33 #

    Hm, bei der Frage, ob Ehe mehr ist als eine kirchliche Frage, bist du der Konservative? Bei anderen Dingen vielleicht ich?

  4. Sergej 12. Mai 2009 um 17:26 #

    Im Lichte der gegenwärtig grassierenden Schweinegrippe-Pandemie können die Muselmannen jetzt aber sagen „Wir haben Euch immer gewarnt!“ 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: