Kampflesben als Vorbild – Am Rad drehen mit Mölzer

15 Mai

Andreas Mölzer bekleidet irgendein wichtiges Amt in der österreichischen FPÖ. Das alleine ist schon peinlich genug. Noch peinlicher wird es allerdings, wenn Mölzer den Mund aufmacht. Andererseits ist es schon fast wieder amüsant:

Standard: In einem Grundlagenpapier der FPÖ für den EU-Wahlkampf werden die anderen Spitzenkandidaten desavouiert. Die Grüne Ulrike Lunacek etwa als „Kampflesbe“ . Was verstehen Sie darunter?

Achtung, es wird lustig:

Mölzer: In diese Unterlage ist offenbar eine jeweils einseitige Stärken-Schwächen-Analyse der Mitbewerber hineingeraten, die nur zum internen Gebrauch bestimmt war. Für mich persönlich ist Frau Lunacek bekennende Lesbe – und das vertritt sie auch kämpferisch.

Lesbe + kämpferisch = Kampflesbe. Eine ganz einfache Additionsaufgabe. Und so was Simples verstehen weder die Presse noch Frau Lunacek?

Standard: Der Ausdruck „Kampflesbe“ gilt eindeutig als Schimpfwort für eine homosexuelle Frau, der man Renitenz unterstellt.

Mölzer: Das würde ich so nicht qualifizieren.

Natürlich nicht. Denn eigentlich spricht aus dem Ausdruck „Kampflesbe“ nur die Bewunderung für eine engagierte Frau mit alternativem Lebensstil. Etwas also, das in der FPÖ seit eh und jeh geschätzt wird.

Standard: Haben Sie generell etwas gegen Lesben und Schwule?

Wo denken Sie  hin? Eindeutig nicht. Aber…

Mölzer: Solange jemand etwas privat, in seinem Intimleben, macht, geht mich das nichts an. Aber ich habe etwas dagegen, wenn Homosexualität zu einem gesamtgesellschaftlichen Vorbild hochstilisiert wird. Das geschieht auch jetzt beim Life Ball, der uns ins Haus steht.

Solange jemand etwas privat, in seinem Intimleben, macht, geht mich das nichts an.“ Wenn ich für das Hören bzw. Lesen dieses Satzes jedes Mal einen Cent bekommen würde, könnte ich mir meinen persönlichen Callboy leisten. Denn dieser Satz aus dem Munde von Mölzer und Kameraden stimmt einfach nichts. Natürlich geht ihn das nichts an. Aber warum dann dieses Herumschnüffeln in fremden Betten und die Diskreditierung jener, die nicht dem entsprechen, was Mölzer selbst in seienm Schlafzimmer so alles treibt?

Und überhaupt: Ich bin auch dagegen, dass Heterosexualität zum „Lifestyle“ heroisiert wird, so wie im Fernsehen, in den Zeitungen, im Theater, im Kino, auf den Straßen, in der Politik oder überhaupt überall und beständig geschieht. Aber was will man machen? Das ist nun mal gesellschaftliche Realität. Und ein Depp aus der Ostmark regt sich über eine Handvoll Homos auf? Was für ein Jammerlappen!

Eine Antwort zu “Kampflesben als Vorbild – Am Rad drehen mit Mölzer”

  1. Kim 15. Mai 2009 um 21:58 #

    *facepalm* *fremdschäm* Das hat mir heute schon den Vormittag vermiest.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: