„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Luk. 18, 27)

23 Mai

Im Vertrauen auf diese Jahreslosung erteilten menschenfreundliche hauptamtliche Christen vorgestern Lebens- und Glaubenshilfe in Bremen:

Am Donnerstag gaben Theologen auf dem Kirchentag einen „Selbstverteidigungskurs gegen Fundamentalismus“. Dabei ging es vor allem um Rezepte für fruchtbare Diskussionen. Gerade Homosexualität sei ein Streitthema, das fast zu einer Kirchenspaltung geführt habe. Pastorin Hanne Köhler aus Flörsheim am Main empfahl: „Ich stelle Fragen wie: Warum fühlst du dich von Homosexuellen bedroht und begründest das mit der Bibel? Du isst doch auch Blutwurst, was laut Apostelgeschichte verboten ist.“ Es sei merkwürdig, das eine zu bekämpfen und mit dem anderen ein Problem zu haben.

Neben der Kenntnis einschlägiger Bibelstellen und ihrer historischen Einordnung lautet die Empfehlung, statt Vorwürfe zu machen, einzuladen zur Freiheit Gottes:

Christen sollten bei Diskussionen ein paar Bibelstellen parat haben. Auch Kenntnisse zum historischen Kontext seien hilfreich. Dem Gegenüber sollte man aber Barmherzigkeit und Verständnis zeigen: „Oft haben fundamentale Christen einfach Angst vor Sex, vor Gott, vor der eigenen Schuld“, sagte Pfarrer Christian Reiser aus Stuttgart: „Und wer Angst hat, braucht Orientierung.“ Wer kein offenes Ohr für kritische Bibelauslegung hat, der traue seinem eigenen Glauben an Gott nicht: „Denn wo Gottes Geist wirkt, da herrscht Freiheit!“

Statt die Diskussion durch die Berufung auf Bibelstellen zu ersetzen, empfehlen diese Theologen die Besinnung auf Gottes Geist, der immer wieder Wunder schafft:

Ein reiner Schlagabtausch mit Bibelstellen sei aber nicht erstrebenswert. Vielmehr sollte man den Geist der Bibel als ganzes sehen und gemeinsam darauf vertrauen, dass bei Gott nichts unmöglich ist.

Wie das aussehen kann, zeigt aktuell die evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten) Berlin-Schöneberg. Im aktuellen Gemeindebrief heißt es über einen von ihr mitveranstalteten Kongress unter dem Titel Kirche 21:

Von den Seminaren stieß eines zum Schriftverständnis auf die größte Resonanz. Am Beispiel der Homosexualität befassten sich die Tagungsteilnehmer mit vermeintlich eindeutigen Bibelversen und der Frage, ob Gemeinde wirklich „offen“ für alle ist. Dabei wurde vielen bewusst, dass ein vordergründiges Verständnis nicht immer den Wortlaut des Bibeltextes trifft, wenn man ihn im Gesamtzusammenhang liest.

Wenn das keine hoffnungsvolle, froh machende Entwicklung ist…

Eine Antwort zu “„Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Luk. 18, 27)”

  1. zuppi 24. Mai 2009 um 19:53 #

    Bischoff Huber hat die o.g. Bibelstelle auch beim Dankesgottesdienst zu 60 Jahren BRD im Berliner Dom vorgetragen.

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