Evangelikale Postmoderne

24 Mai

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) hat

erstmals ihre politischen Grundüberzeugungen im Zusammenhang veröffentlicht

und will damit

über die gesellschaftlichen Ziele der Bewegung informieren.

Die gesellschaftlichen Ziele der Bewegung würden bisher nicht immer sofort verstanden:

Manche aktuelle Kritik an den ‚Evangelikalen‘ in den Medien, die einseitig einzelne Aspekte unseres gesellschaftlichen Engagements aus dem Zusammenhang reißen und damit falsch interpretieren,

so DEA-Generalsekretär Hartmut Steeb, der offenbar den Unterschied zwischen Singular und Plural noch nicht beherrscht,

erfordern eine umfassendere Stellungnahme dessen, was uns wichtig ist.

Was dann allerdings umfassend zum Thema Homosexualität erklärt wird,  läßt sich kaum anders als widersprüchlich interpretieren:

Christen werden aufgerufen, Vertreter mit einer anderen geschlechtlichen Orientierung mit Respekt und Würde zu begegnen. Praktizierte Homosexualität wird allerdings als unvereinbar mit der biblischen Ethik angesehen.

Wie soll ich jemand mit Respekt begegnen, wenn ich ihn zugleich darauf verpflichten will, im Namen Gottes keusch zu leben? Wo bitte steht in der Bibel überhaupt etwas von einem Zwangs-Zölibat? Und dann das hier obendrauf:

In ihrer Stellungnahme spricht sich die Evangelische Allianz zudem gegen Diskriminierung aufgrund von ethnischer Herkunft, Religion, Geschlecht oder geschlechtlicher Orientierung, gegen Abtreibung und die Tötung von menschlichen Embryonen und aktive Sterbehilfe aus.

Wie kann man sich zugleich gegen die Diskriminierung aufgrund der geschlechtlichen Orientierung aussprechen und sie nur einen Satz zuvor selber praktizieren? Ist das jetzt evangelikale Dialektik oder definiert die DEA „Diskriminierung“ ganz postmodern individuell?

2 Antworten zu “Evangelikale Postmoderne”

  1. Holger Ehrlich 24. Mai 2009 um 14:55 #

    Ein schönes Beispiel dafür, dass Leute sich beim Reden nicht selbst zuhören. Da passiert es dann schon mal, dass man sich beim Auffüllen des eigenen Textes mit leeren Worthülsen selbst widerspricht.

  2. Phaidros 24. Mai 2009 um 16:45 #

    Versucht es mal mit „formal thought disorder“ als Erklärung.

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