Der Ekel vor der Liebe – relaunched

30 Mai

Anmerkung: Folgender Beitrag ist ein „Relaunch“ meines Textes Der Ekel vor der Liebe. Auf dem Lesertreffen von GayWest letzten Samstag, haben wir recht ausführlich über Gabriele Kuby, Marburg und den Text diskutiert. Unter anderem wurde mir geraten, Argumentation mehr von Meinungen zu trennen. Dieser Anspruch ist zwar auch in dieser Version nicht erfüllt, dennoch habe ich mich bemüht, die schärfsten Formulierungen des Originaltextes zu streichen; Formulierungen die mir bei der nochmaligen Durchsicht des Originals als übertrieben und für die argumentative Auseinandersetzung als unpassenend erscheinen, und zwar auch in Bezug auf das Fazit der „Liebe“, welche ich den Aktionen von Frau Kuby entgegenzustellen, für angebracht halte.

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Ist die Meinungfreiheit bedroht, wenn Schwule und Lesben gegen Referenten des Marburger Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge demonstrieren, die behaupten, Homosexualität könne „geheilt“ werden? Gabriele Kuby befürchtet genau das.

In ihrem neuesten Beitrag, „Sexueller Totalitarismus“ geht sie erneut harsch mit Kritikern des Marburger Kongresses ins Gericht:

Vom 20. – 24. Mai 2009 findet an der Universität Marburg ein Kongress der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) statt zum Thema „Identität – der rote Faden in meinem Leben“ […]

Geht es nach dem Willen der Homolobby und ihrer Verbündeten, dann darf dieser Kongress nicht stattfinden. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) forderte am 26. März 2009 in einem Offenen Brief die Entfernung missliebiger Redner aus dem Programm, nämlich von Dr. Christl Ruth Vonholdt, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG), und von Markus Hoffmann, Leiter von Wuestenstrom e. V.. Die eine ist Ärztin und wissenschaftliche Expertin auf dem Gebiet der Homosexualität, der andere leitet eine Beratungsorganisation für Fragen des Missbrauchs, der Pädophilie, Sucht und Homosexualität. Beides sind Qualifikationen, die sie für die organisierten Homosexuellen zur Zielscheibe von Diffamierung, Mobbing, Diskriminierung bis hin zur Berufsbehinderung machen.

Dabei sind sowohl die Expertisen von Dr. Christl Vonholdt als auch die von Markus Hoffmann mehr als dürftig. Beide sind eng verbunden mit Vereinigungen, die „Kritik“ an der Homosexualität zu ihrem Daseinszweck erhoben haben. Beide behaupten, ebenso wie Kuby, Homosexualität könne und sollte geheilt werden, im Interesse der Schwulen selbst, aber auch zum Vorteil der gesamten Gesellschaft. Belege für ihre Thesen haben sowohl Frau Vonholdt als auch Herr Hoffmann nicht. Letzterer behauptet allerdings, selbst ein „geheilter“ Schwuler zu sein.

Diesmal regt sich Widerstand durch die Initiative „Für Freiheit und Selbstbestimmung – gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände“. Mit dieser Erklärung traten am 20. April viele namhafte Persönlichkeiten an die Öffentlichkeit und riefen dazu auf, sich der Einschränkung von Grundfreiheiten entgegenzustellen. Inzwischen haben sich einige Tausend Bürger dieser Erklärung angeschlossen.

Über diese Erklärung habe ich bereits hier geschrieben.

Sie wollen nicht zulassen, dass ausgerechnet in Deutschland zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des zweiten totalitären Systems die Freiheit der Meinung, der Rede, der Wissenschaft, der Wahl des Therapieziels und der Religion eingeschränkt werden soll, um die sogenannte „heterosexistische Hegemonie“ zu zerschlagen.

Kritik an den Positionen von Kuby und Co. schränkt allerdings weder die Freiheit der Meinung, noch die der Rede und auch nicht die der Religion ein. Die Propagierung der Heilungsmöglichkeiten von Homosexualität als „Wissenschaft“ ist unlauter. Was nun die „Wahl des Therapieziels“ angeht, muss man darauf hinweisen, dass es keineswegs unethisch ist, den Patienten dieses „Ziel“ vorzuenthalten, sondern im Gegenteil unethisch, ihnen zu verschweigen, dass die Veränderbarkeit von Homosexualität ein nicht realisierbares Versprechen ist, dessen versuchte und zum Scheitern verurteilte Umsetzung einen Menschen langfristig zerstört. Was auch der Grund ist, warum außerhalb religiös-fundamentalistischer Kreise kein Therapeut ein solches Angebot macht.

Wie konnte es dazu kommen, dass es gefährlich ist und in manchen Ländern schon strafrechtliche Verfolgung nach sich zieht, wenn jemand die Auffassung vertritt, dass praktizierte Homosexualität (und alle anderen Abweichungen von der Heterosexualität)
– einen Gebrauch des Körpers darstellt, der seinem Design nicht entspricht (gesunder Menschenverstand),

Jeder Schwule, jede Lesbe, zumindest die „praktizierenden“ unter ihnen, werden darin übereinstimmen, dass das „Design“ des menschlichen Körpers der homosexuellen Praxis nicht im Geringsten abträglich ist. Andernfalls wären sexuelle Handlungen unter Homosexuellen schlicht unmöglich.

– eine Missachtung des Schöpfungsplanes Gottes ist (Lev 18,22; Lev 20,13; Röm 1; 1 Kor 6,9f) (Christen)

Ein Schöpfungsplan Gottes, der darauf zurückgreift, homosexuellen Verkehr mit dem Tode zu bestrafen (Lev 20,13), ist zutiefst widerlich und fordert von allen moralischen Menschen Widerstand gegen einen solchen Gott heraus. Das wäre die „ungläubige“ Position. Und gemäß der christlichen, muss man darauf verweisen, dass das theologische Verständnis des Christentums sich durchaus nicht in der selektiv wörtlichen Auslegung der Bibel erschöpft.

– dem kategorischen Imperativ Kants widerspricht: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ (Ethik)

Und worin, bitte schön, läge denn das ethische Problem, wenn „praktizierte Homosexualität“ ein „allgemeines Gesetz“ wäre?

– ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko birgt (Sozialwissenschaft und Medizin)

Das „psychische Risiko“ der Homosexualität hat im wesentlichen mit der Ablehnung zu tun, welche Schwule und Lesben durch die Mehrheitsgesellschaft erfahren. Darüberhinaus lässt sich konstatieren, dass Homosexualität und auch deren „Praxis“ an sich, noch kein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt.

– ihre Ursache in einer Störung der Geschlechtsidentität hat (Tiefenpsychologie)

Eine Tatsache, die durch nichts zu belegen ist.

– von manchen Betroffenen die Blockierung heterosexueller Anziehung leidvoll erfahren wird (Aussagen Betroffener)

Was – ich erwähnte es bereits – kein Wunder ist, wenn man sich bewusst macht, mit welchem Wust an Vorurteilen, Beleidigungen, Diskriminierung und Gewalt Homosexuelle tagtäglich zu kämpfen haben.

– veränderbar ist (empirische Erfahrung)

Eine Empirie, die schlichtweg nicht existiert. Es gibt weder Fachzeitschriften, noch Bulletins oder Expertisen, welche diese These stützen.

– eine politische Agenda ist, die keinen Beitrag zur Lösung der Zukunftsprobleme leistet, sondern diese vergrößert (demografische Krise)?

Dass Homosexualität eine politische Agenda ist, daran glauben neben fundamentalistischen „Kritikern“ des „schwulen Lebensstils“, lediglich noch radikal „queer“ bewegte Kreise; eine Minderheit unter den Schwulen – laut, nervig, aber ungefährlich. Und auch die Akzeptanz von Homosexualität ist weniger ein politisches als vielmehr ein gesellschaftliches Programm. Was nun die „demografische Krise“ angeht, so wäre die Kuby gut beraten, sich dafür an ihre heterosexuellen Kollegen zu wenden, denn es ist nun mal deren „göttlicher Auftrag“, fruchtbar zu sein und sich zu mehren. Dieses heterosexuelle „Versagen“ kann man nicht auch noch den Schwulen in die Schuhe schieben.

Doch zurück zu der eingangs von Frau Kuby gestellten Frage: Wie konnte es dazu kommen?

Wer fünfzig Jahre oder älter ist, ist Zeitzeuge der sexuellen Revolution, die 1968 begonnen hat und noch keineswegs an ihrem Ende ist. Speerspitze dieser Revolution sind die radikalfeministischen und homosexuellen NGOs, die entscheidenden Einfluss auf die UN und EU gewonnen haben.

Genau genommen hat die sexuelle Revolution mit dem Beginn der Etablierung liberaler Demokratien begonnen, welche das Recht des Einzelnen vor die Erfordernisse des Volkskollektivs gestellt hat.

Auf dem Wege der Gesetzgebung, durch die schulische Sexualerziehung und die ständige Überflutung mit sexuellen Bildern aller Art durch die Medien wurde die Auffassung durchgesetzt: Alles ist erlaubt, was Lust bereitet, nur eine Einschränkung soll es geben: Niemand darf zu etwas gezwungen werden, was er nicht will.

Man kann ja durchaus kontrovers über den Grad der „Sexualisierung“ der Gesellschaft streiten, es stellt sich aber die Frage, was ausgerechnet das mit Homosexualität und dem Leben schwuler und lesbischer Menschen zu tun hat?

Diese Auffassung der Sexualität zerstört das moralische Fundament der Familie. Die Familie wird aber im Grundgesetz aus gutem Grund unter „den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“ gestellt, denn die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass die Sexualität Ausdruck treuer Liebe zwischen Mann und Frau und für die Zeugung von Kindern offen ist.

Selbst wenn man dieser kulturpessimistischen Position zustimmt: Inwiefern beeinträchtigt Homosexualität den Ausdruck treuer Liebe zwischen Mann und Frau, nebst der Zeugung von Kindern? Oder noch konkreter: Inwiefern verhindert mein homosexuelles Liebesleben, die Zeugung von Nachwuchs durch meine heterosexuellen Nachbarn?

Die Änderung begann mit der Abschaffung des § 175 durch die Strafrechtsreform von 1969. In der Tat hat der zivile Staat in den Schlafzimmern nichts zu suchen und nicht darüber zu wachen, welche Beziehungen Erwachsene miteinander eingehen. Aus dem gleichen Grund geht es bei der „Organisation des gemeinsamen Zusammenlebens erwachsener Personen um Verhältnisse, die den Staat grundsätzlich nichts angehen.“

Man erinnere sich, dass nach Kubys Leseart zwar der Staat nichts in den Schlafzimmern zu suchen habe, ein nach Blut verlangender Gott aber offensichtlich schon (Lev 20,13). Wo genau liegt da der Unterschied?

Mit der „Homo-Ehe“ privilegiert der Staat die nur selten dauerhaften Beziehungen Gleichgeschlechtlicher vor anderen nicht-ehelichen Beziehungen.

Und was bedeutet das? Dass es die Pflicht des Staates sei, auch alle anderen nichtehelichen Beziehungen zu privilegieren? Heterosexuelle Paare, die „privilegiert“ sein wollen, haben doch eine klar umrissene Möglichkeit: die Heirat. Gleichgeschlechtlichen Paaren wird dies bis heute untersagt, da die Homo-Ehe nichts weiter ist als eine traurige Kopie der Ehe, mit vielen Pflichten und wenig Rechten. Was nun die wenig dauerhaften Homo-Beziehungen betrifft, sei an dieser Stelle daran erinnert, dass die Hälfte aller Ehen in Deutschland geschieden wird. „Dauerhafte Beziehungen“ sehen anders aus.

Der Dammbruch für die kulturrevolutionäre „Umpolung“ der gesellschaftlichen Einstellung zur Homosexualität geschah 1973 durch die Entscheidung der American Psychiatric Association (APA), die Homosexualität von der Liste der psychischen Störungen zu streichen. Bis dahin galt Homosexualität allgemein als eine Störung der Geschlechtsidentität. Die Streichung war nicht das Ergebnis wissenschaftlicher Wahrheitsfindung, sondern sie geschah unter dem Druck der Gay Liberation Front, die innerhalb der APA aggressiv und manipulativ operierten.

Der „aggressive“ und „manipulative“ Einfluss der Gay Liberation Front, war – wenn überhaupt – eine Reaktion auf Umpolungsversuche an homosexuellen Probanden, die man mit Fug und Recht als Folter bezeichnen kann. Unter anderem kamen dabei Elektroschocktherapien, Hirnmanipulationen und Hormonspritzen zum Einsatz. Die These Kubys, eine weltweit anerkannte Vereinigung von Psychiatern hätte die Homosexualität nur auf Druck einer kleinen Minderheit aus der Liste psychischer Störungen gestrichen, und dass in einer noch zutiefst homophoben Zeit, ist mehr als fragwürdig und entbehrt jeder Grundlage.

Von da an konzentrierte sich die GLBT-Bewegung (gay, lesbian, bi, trans) auf die Hebel der Macht in der UNO und der EU. In Artikel 13 des Vertrages über die Europäische Union wurde zum ersten Mal in der Geschichte des internationalen Rechts das Prinzip der Anti-Diskriminierung auf der Basis der sexuellen Orientierung aufgenommen.

Damit wurde eine kritische Haltung zur Homosexualität, aus welchen Gründen auch immer, auf eine Ebene gestellt mit „Rassismus, Xenophobie und Antisemitismus“.

Und zwar mit Recht.

Dies ist eine propagandistische Verfälschung, denn bei Homosexualität geht es um eine ethische Bewertung von Verhalten, also welchen Gebrauch der Mensch von seiner Willensfreiheit im Bereich der Sexualität macht. Bei den anderen drei Haltungen geht es um die Diskriminierung von Menschen aufgrund eines Merkmals, das unveränderbar ist.

Diese Analyse überzeugt aus drei Gründen nicht: Erstens ist Homosexualität nicht willentlich veränderbar. Zweitens ist es ebenso legitim, die Willensfreiheit im Bereich menschlicher Sexualität zu akzeptieren und als Recht zu schützen. Im Allgemeinen fällt das unter die Kategorie „individuelle Freiheit“. Diese nicht anzuerkennen würde nämlich, drittens, bedeuten, auch die Religionsfreiheit einzuschränken zu können, da Religion naturgemäß eben nicht unveränderbar ist und, folgt man der Ausführung Kubys, damit ebenfalls keinen entsprechenden Schutz genießen dürfte.

Neue, diffamierende Begriffe wurden geprägt und in Kanada, England und Skandinavien bereits zu Straftatbeständen erhoben: „Homophobie“ und „Hassrede“. Diese sollen nach dem häufig bekundeten Willen des Europäischen Parlaments „ausgemerzt“ und „äußerst effizient geahndet“ werden. (Siehe z. B. Entschließung des Europäischen Parlaments vom 16. 01. 2006) Der Präsident von Brasilien, Luiz Lula, nennt Homophobie „die perverseste Krankheit, die den menschlichen Geist je befallen hat.“ (LifeSiteNews, 09.06.2008)

Meiner Meinung nach, verdienen weder Homophobie noch Hassrede – abgesehen vom Aufruf zu Gewalttaten – eine justiziablen Bestrafung. „Ausgemerzt“ und „äußerst effizient geahndet“ gehören beide aber trotzdem, und zwar durch das Bekenntnis der Gesellschaft, dass Homophobie – mag sie auch legal sein – moralisch aufs äußerste verwerflich ist; als nicht hinnehmbar in einer menschlichen, zivilisierten Gesellschaft.

Die Homosexuellenbewegung arbeitet mit begrifflicher Falschmünzerei.

1. Der Begriff Homophobie unterstellt, dass bereits jede kritische und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität auf einer neurotischen Angst vor Homosexuellen beruhe. Das ist falsch.

Frau Kuby sollte wissen, dass der Begriff „Homophobie“ kein klinischer Begriff ist, sondern mittlerweile eine Bedeutungserweiterung erfahren hat, die insofern definiert ist, Homosexuelle mit anderen Maßstäben zu messen als Heterosexuelle. Für homosexuelle Menschen macht es schlicht und einfach keinen Unterschied ob man sie einfach nur verachtet, oder sich „kritisch“ und „differenziert“ mit ihrem Leben auseinandersetzt. Beides beruht, im Endeffekt, auf der selben ablehnenden Haltung.

2. Ebenso ist es falsch, wenn Gegnern der Homosexualisierung unserer Gesellschaft als Motiv Hass unterstellt wird und alle oben genannten Argumente als „Hassrede“ interpretiert werden. Der Begriff eignet sich zur Ausübung von Gesinnungsterror.

Das ist einerseits richtig, geht im Kontext aber zu weit. Denn gegen die  „Homosexualisierung unserer Gesellschaft“ zu sein bedeutet – abgesehen davon, dass man sich damit an die Grenze zur Verschwörungstheorie begibt – im Grunde nichts anderes, als gegen Homosexuelle zu sein. Denn warum sonst sollte man eine „Homosexualisierung“ fürchten?

Die Durchsetzung der „Homo-Ehe“ gelang mit einer weiteren Umformulierung der Grundrechte. Während in der „Europäischen Konvention der Menschenrechte“ in Art. 12 Männern und Frauen das Recht auf Ehe garantiert wird, ist in Art. 9 der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ nicht mehr gesagt, wer ein „Recht auf Ehe und die Gründung einer Familie“ hat, „Männer und Frauen“ sind eliminiert.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Gesetze einer Gesellschaft ändern, da diese eben nicht statisch ist, sondern sich weiterentwickelt. Das alleine ist noch kein Problem.

Ein weiterer Meilenstein war die UN-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995. Dort erreichten die Radikalfeministinnen, in deren Hand der Kongress war, dass in den Dokumenten das Wort „sex“ (engl.: Geschlecht) zur Bezeichnung der Zweigeschlechtlichkeit durch das Wort „gender“ ersetzt wurde. Eine strategische Weichenstellung, denn die Gender-Ideologie behauptet, dass es so viele „Geschlechter“ wie sexuelle Präferenzen gebe und es ein Menschenrecht sei, sein Geschlecht zu wählen und seine sexuelle Orientierung.

Und was, bitte schön, wäre so schlimm daran, sich sein Geschlecht oder seine sexuelle Orientierung wählen zu können?

Die Homosexuellenbewegung legitimiert ihren globalen Kampf gegen die Wertordnung fast aller religiös-kultureller Traditionen der Menschheit mit der Behauptung der Diskriminierung. Sind es Zeichen der Diskriminierung von einer Bevölkerungsgruppe, wenn diese große Paraden abhalten darf, Gesetze erlassen werden, welche die Gleichstellung erzwingen, wenn ihre hedonistische Auffassung über die Geschlechtlichkeit der nächsten Generation in den Pflichtfächern Sexual(isierungs)kunde und zeitgeistkonformer Ethik gelehrt wird?

Natürlich nicht. Daraus folgt jedoch nicht zwangsläufig

Wer in Wahrheit diskriminiert wird, sind nicht die Homosexuellen, sondern jene, die das sittliche Fundament erhalten wollen, auf dem allein die Gesellschaft, die Familie und das Christentum bestehen können.

Welches „sittliche Fundament“ ist hiermit gemeint? Doch nicht etwa Leviticus 20, 13? Und von welcher Gesellschaft, welcher Familie und welchem Christentum ist hier eigentlich die Rede?

Sie werden mundtot gemacht und faktisch mit Berufsverbot belegt.

Sie werden kritisiert und an ihren Aussagen gemessen.

Therapeuten, die Klienten mit „ego-dystoner“ Homosexualität helfen, die tieferen Ursachen ihrer unerwünschten Neigung zu erkennen und zu überwinden, müssen dies im Verborgenen tun, weil ihnen sonst die Entziehung der Zulassung droht.

Was man nur hoffen kann, denn die Schädlichkeit derartiger Therapien wurde bereits durch fachliche Expertisen belegt.

Handfeste Sanktionen drohen Politikern, Medienschaffenden, Lehrern, Professoren und jedem anderen, der daran festhält, dass der Mensch als Mann und Frau geschaffen und zur ehelichen Einheit und Weitergabe des Lebens berufen ist.

„Handfeste Sanktionen“ – was auch immer das konkret bedeutet – gibt es höchstens dann, wenn die eigene Meinung zur Zweigeschlechtlichkeit des Menschen, der Ehe und der Weitergabe des Lebens mit eienr Verächtlichmachung homosexueller Menschen einhergeht. Und damit sollte man auch rechnen müssen.

So fordert der AStA der Uni Köln die Absetzung der Philosophin Prof. Edith Düsing, weil sie die Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ unterzeichnet hat.

Es ist zumindest erfreulich zu sehen, dass wenigstens ein AStA in Deutschland seine den Studenten abgezweigten Zwangsgebühren für eine sinnvolle Aktion verwendet.

Zum Kampf gegen den Marburger-Kongress hat sich ein Aktionsbündnis „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“, bestehend aus mittlerweile über 60 Gruppen formiert: alle Arten von Schwulen, Lesben, Queeren, Antifa-Gruppen, dazu eine Marburger DGB-Ortsgruppe, Grüne und – man staune – die Katholische Fachschaft der Universität Marburg.

Auch die hierbei vertretenen Antifa-Gruppen kann man nur zu dem Entschluss beglückwünschen.

Im Visier dieses Bündnisses sind auch Prof. Barbara Gerl-Falkovitz und Roland Werner, Leiter des Marburger „Christus Treffs“. Auf dem Flugblatt, mit dem das Aktionsbündnis zur Demonstration am Tag nach Kongressbeginn aufruft, geziert mit einem Totenkopf und zwei englischen Polizisten beim Zungenkuss, steht in schöner Offenheit: „Unser Protest richtet sich auch nicht nur gegen ein, zwei oder drei Workshops oder Referent_innen auf dem Kongress, sondern vielmehr gegen die homophobe und religiös-fundamentalistische Ausrichtung der evangelikalen Bewegung. Deshalb werden wir den Kongress verhindern.“

Und nun also doch, so kurz vor dem Ende, kommt man noch in die Verlegenheit, Frau Kuby zustimmen zu müssen. Zumindest beinahe:

Damit wurde in der Nacht zum 11. Mai 2009 begonnen. Kongressgegner beschmierten Häuser, Schilder und Schaukästen evangelikaler Einrichtungen mit Parolen und beschädigten sie. Die CDU Fraktion im Marburger Stadtparlament widersetzt sich dem Angriff auf die freiheitlichen Grundrechte. Man kann nur hoffen, dass sich die Stadt Marburg, ihr Oberbürgermeister und der Rektor der Universität von der Mahnrede der Stadtverordneten Ani Röhrkohl (www.medrum.de, 17. 05. 2009) bewegen lassen, alles zu tun, um den totalitären Attacken der Homobewegung Einhalt zu gebieten.

Ist es in diesem Land nicht möglich, sich konstruktiv mit den Thesen der Kuby und ihrer Kollegen auseinanderzusetzen, ohne dass man in typisch kindisch-zerstörerischen Aktionismus verfällt? Man muss  nicht Beschmieren und Beschädigen, um den im Kern menschenverachtenden Positionen von Kuby und Co Paroli zu bieten. Ihre Position ist unlauter und steht auf tönernen Füßen. Ihrem offensichtlichen Ekel vor uns und unserem Leben sollte man nicht mit gleicher Münze begegenen, sondern diesem entgegensetzen, was wir zu bieten haben: Liebe.

Eine Antwort zu “Der Ekel vor der Liebe – relaunched”

  1. Steven 30. Mai 2009 um 22:28 #

    „Inzwischen haben sich einige Tausend Bürger dieser Erklärung angeschlossen.“

    Das Box Turtle Bulletin empfahl gestern, keine Behauptung der Schwulenhasser ungeprüft zu übernehmen.

    http://www.boxturtlebulletin.com/2009/05/29/11729

    Das gilt auch und insbesondere für Kuby. Schaut man sich die Unterzeichnerliste an, ist leicht zu erkennen, dass vielleicht ein paar hundert, aber keinesfalls einige Tausend Bürger für den in der sogenannten Erklärung verzapften Mist ihren Namen hergegeben haben.

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