Wie ein mutiger heterosexueller Löwe auszog, die bösen schwulen Kaninchen zu besiegen

31 Mai

Immer wieder lustig: Wenn wir über schwulenfeindliche Bestrebungen des Islam berichten, kommen Linke daher und kriegen einen Herzkasper, weil wir so „undifferenziert“, „rassistisch“ und „islamophob“ sind. Man sollte doch lieber, so der Ratschlag, schwulenfeindliche Christen aufs Korn nehmen; denn im Gegensatz zu denen, haben Moslems grundsätzlich gar nicht wirklich was gegen Schwule, und wenn dann nur, weil wir Westler ihnen das beigebracht haben bzw. weil viele Moslems in Neukölln die Schule abbrechen.

Wendet man sich allerdings den Christen zu, jammert die Rechte herum, wir würden den Islam nicht genug kritisieren:

Der Blog [GayWest] scheint sich augenscheinlich auch als islamkritisch zu geben. Okay, hinter der Anonymität der Blogosphäre fällt dies leichter. Wie es auf Seiten der Homo-Lobby offiziös so üblich ist, wird nämlich lieber auf diejenigen eingetreten, die eh schon am Boden sind (Christen), während wahre Bedrohungen für bunte Homobestrebungen, wie der Islam z.B., unterwürfig ausgeblendet werden.

So unterwürfig, wie bspw. hier, hier und hier. Immer wieder faszinierend auch, dass unsere Kritiker, die Beiträge offenbar gar nicht gelesen haben:

Der Begriff “Homphobie” ist insofern nicht mit Antisemitismus oder Rassismus gleichzusetzen, als dass Homosexuelle eben keine Ethnie bilden, in die man hineingeboren wird. Weder wird man als Homosexueller geboren, noch muss man ewig einer sein – ob man entsprechende Angebote zur Überwindung (ganz ohne Wertung) nutzt, bleibt einem jedoch selbst überlassen.

Und was will uns „calito89“ jetzt damit sagen? Dass Homophobie okay ist, weil Schwule ja keine Ethnie bilden und überhaupt nicht als Schwule geboren werden? Woher will er letzteres überhaupt wissen? Und wer sagt uns eigentlich, dass Heteros ihr ganzes Leben Heteros bleiben müssen? Werden Christen als Christen geboren? Und was folgt daraus? Haben Hetero-Männer Mutterkomplexe, weil sie ihr ganzes Leben danach streben, wenigstens mit dem Pullermann in den weiblichen Bauch zurückkehren zu dürfen? Und wieso ist das Fernsehprogramm am Samstag abend eigentlich so schlecht?

Fragen über Fragen…

Indem man aber eine wie auch immer motivierte kritische Betrachtung der Homosexualität mit Rassismus gleichsetzt, erstickt man jegliche offene Debatte im Voraus (wie es kürzlich in Marburg ja der Fall war). Daher rührt der sehr treffliche Begriff des Gesinnungstotalitarismus, auch: Gesinnungsdiktatur.

Von mir aus kann „calito89“ Homosexualität kritisieren, solange er will. Es gibt eben viele Menschen deren Hobby es ist, in den Schlafzimmern anderer Menschen rumzuschnüffeln. Wem das sexuelle Befridigung verschafft, bitte – man ist ja liberal. Vielleicht sollte man neben der Schnüffelei in femden Betten, seine Nase aber auch gelegentlich dem Wind der Realität aussetzen. Dann würde man nämlich beginnen zu verstehen, dass wir es ganz gewiss nicht darauf anlegen, Debatten im Voraus zu ersticken. Im Gegenteil debattieren wir ja eifrig mit, was unseren Marburger Freunden aber nun erst Recht nicht behagt, weil wir es nämlich wagen, den „Kritikern der Homosexualität“ nicht die Füsse zu küssen, sondern eine gegenteilige Meinung zu vertreten. So was allerdings mögen selbstgerechte „Christen“ nun gleich gar gar nicht.

Und selbstgerecht ist „calito89“ ohne Zweifel:

Deshalb gehört heutzutage definitiv schon Mut dazu, sich im Meinungsterror des linken Miefs frei zur klassischen Familie, zur natürlichen Fortpflanzung und zur Achtung der Geschlechterunterschiede zu bekennen.

Abgesehen davon, dass es witzig ist, wieder mal als „Linker“ tituliert zu werden, gehört wirklich Mut zu alldem. Ich selbst erlebe die unmenschlichen Repressionen jeden Tag, denn auch ich stehe zur klassischen Familie, ja komme gar selbst aus einer. Gegen „natürliche Fortpflanzung“ habe ich auch nichts einzuwenden, ja arbeite sogar am Aufbau einer Untergrundorganisation mit, deren Ziel es sein wird, alle wegen natürlicher Fortpflanzung Inhaftierten zu befreien. Dazu gehört Mut! Was nun die Achtung der Geschlechtsunterschiede angeht; auch da bin ich sofort dabei. Meine Präferenzen sind da nämlich streng binär, und es kommen mir nur Leute ins Bett, die eindeutig männlichen Geschlechts sind.

Vielleicht schafft es „calito89“ ja irgendwann, diese Sachlage bei kommender Kritik an GayWest und der „Homo-Lobby“ zu berücksichtigen.

Eine Antwort zu “Wie ein mutiger heterosexueller Löwe auszog, die bösen schwulen Kaninchen zu besiegen”

  1. anti 1. Juni 2009 um 13:06 #

    Schöner Beitrag. Und herzlichen Glückwunsch dazu, dass du auch mal wieder als Linker tituliert wirst. Ich für meinen Teil finde es immer ermüdend, nur als Rechter zu gelten, daher ist das doch immer eine willkommene Abwechslung.
    Ansonsten finde ich aber eigentlich, dass du dir den Beitrag insofern hättest sparen können, als dass ein offensichtlich sexuell frustrierter 20 Jähriger Pimpf, der es für mutig hält heterosexuellen Sex zu propagieren – was viel über seine Lebensumstände aussagt – die Mühe nun wirklich nicht wert gewesen wäre. Aber immerhin, nett las es sich.

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