Menschen, Frauen, Homos, Burkas – Heidi auf Mission

3 Jun

Ich hatte bislang keine Ahnung, was der Sinn des Bundesentwicklungsministeriums ist. Wie gut allerdings, dass es uns die zuständige Ministerin, Heidemarie Wieczorek-Zeul, in einem Interview mit der Hirschfeld-Eddy-Stiftung erklärt:

„Es ist unerträglich, dass Homosexualität in über 80 Staaten noch strafrechtlich verfolgt wird. Natürlich ist das ein Thema. Gerade auch deshalb bemühen wir uns um Förderung gesellschaftlicher Veränderungen in unseren Partnerländern, um so mitzuhelfen, Frauen- und Menschenrechte zu verwirklichen.“

Nachdem die Frau Ministerin klar gestellt hat, dass Frauen keine Menschen sind, konkretisiert sie, wie man denn nun den Menschen und Frauen vor Ort beibringen kann, dass Homosexuelle auch nur Menschen bzw. Frauen sind:

„Wir führen mit unseren Partnerländern immer auch einen politischen Dialog über die Situation der Menschenrechte im Land. Und ich kann Ihnen versichern, dass wir kein Blatt vor den Mund nehmen wenn es darum geht, Menschenrechtsverletzungen offen anzusprechen, wie z.B. die Diskriminierung von Frauen, die Diskriminierung von religiösen Minderheiten oder die Diskriminierung oder Verfolgung von Homosexuellen.“

„Kein Blatt vor den Mund“. Ich sehe die Diktatoren dieser Welt geradezu vor mir, wie sie sich in die Hose machen vor Angst, wenn Heidemarie mit ihrem politischen Dialog beginnt. Wie hat man sich einen solchen überhaupt vorzustellen? Vermutlich so:

Heidemarie: Sehr geehrter König Abdullah von Saudi-Arabien. Im Namen meiner Partei und der Bundesrepublik Deutschland, finde ich das Verhalten Ihrer Regierung gegenüber Menschen und Frauen mit homosexuellen Tendenzen bedenklich.

Abdullah: Wir sind tief betrübt über die Respektlosigkeit einer Vertreterin der Bundesrepublik Deutschland – einem Land das wir auf Grund seiner Geschichte mehr lieben als alle anderen Länder dieser Welt -, dass diese Vertreterin so wenig Respekt vor unserer Kultur hat.

Heidemarie: Majestät, ich und die Bundesrepublik Deutschland haben große Respekt vor Ihrem Land und seiner reichen Kultur und Tradition. Aber es geht uns um die Menschen- und Frauenrechte.

Abdullah: Es beleidigt uns zutiefst und betrübt uns sehr, dass die Bundesrepublik Deutschland unsere Souveränität und die Achtung unserer Menschlichkeit in Frage stellt. Unsere Religion, unsere Kultur verbietet Grausamkeiten.

Heidemarie: Majestät, die Inhaftierung von Homosexuellen, Menschen und Frauen ist nicht akzeptabel.

Abdullah: Wir bestrafen keine Homosexuellen. Doch der Islam schreibt vor, dass homosexueller Verkehr eine Schande in den Augen Allahs ist.  Das ist unser Rechtssystem, unsere Kultur. Wir sind  es leid, dass der Westen uns vorschreibt wie wir zu leben haben, was wir dürfen und nicht dürfen. Wir in Saudie-Arabien stehen ein für kulturelle Vielfalt. Bei uns gilt das Gesetz Allahs, bei Ihnen in Deutschland eben nicht. Wir akzeptieren das, wir schreiben Ihnen nicht vor, welches Recht sie auszuüben haben. Das gebietet uns unsere Toleranz. Die Menschen in Deutschland sollten aus Ihrer Geschichte die Lehre gezogen haben, dass es nicht statthaft ist, sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen.

Heidemarie: Sie haben Recht, Majestät. Es tut mir leid. Ich schäme mich ja so.

Abdullah: Schon gut. Wir machen alle mal Fehler. Nur Allah ist vollkommen. Darf ich Ihnen zur Verabschiedung eine Burka anbieten?

Heidemarie: Danke. Das ist sehr nett von Ihnen…Hach wie kleidsam und authentisch.

Abdullah: Gefertigt aus reiner Kamelwolle.

Heidemarie: Fantastisch. Viel besser als unsere sexualisierte Massenware aus umweltschädlichen, chemischen Kunstfasern.

Sie finden ich übertreibe? Nun ja, ein solches Szenario ist leider nur teilweise erfunden. Man schaue sich, was Menschenrechte angeht, nur mal die Aussagen Helmut Schmidts an. So weit weg von obigem fiktiven Dialog, ist das nun wirklich nicht.

Eine Antwort zu “Menschen, Frauen, Homos, Burkas – Heidi auf Mission”

  1. Andreas 3. Juni 2009 um 18:43 #

    Frauenrechte sind bestimmt als eine Obermenge oder Unterklasse zu Menschenrechten gemeint. Vielleicht lesen ja auch Nicht-Mathematiker und -Informatiker mit, die eine weniger nerdige Definition beisteuern können 😉

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