Schwule Schützen

28 Jun

Wenn es einem schwulen Paar im ländlichen Dormagen vergönnt ist, frei von Repressalien und inmitten der Dorfgemeinschaft am konservativsten aller deutschen Landbräuche – dem Schützenfest – teilzunehmen, dann hat sich Stonewall wirklich gelohnt.

4 Antworten zu “Schwule Schützen”

  1. Karsten 28. Juni 2009 um 11:03 #

    Das ist so ungewöhnlich nicht. Mein Mann und ich sind auch beide aktive Schützen. Nur auf den Königsvogel haben wir noch nicht geschossen, werden aber öfter gefragt, ob wir dazu nicht Lust hätten. Als Adjutanten des Königspaares waren wir aber im vergangenen Jahr schon auf allen Schützenfesten des Bezirks zu sehen. Störte keinen. 🙂

  2. Ralf Rodenmann 1. Juli 2009 um 02:29 #

    Wäre bei uns kein Thema – haben das in diesem Jahr (2009) in Dormagen.

    Ingo I. ist Schützenkönig und sein Lebenspartner (verheiratet) Klaus ist zwar „seine Königin“ aber im BSV sein Adjutant. Leute es geht alles im Leben!

  3. martin783 1. Juli 2009 um 10:50 #

    Naja, inzwischen neigt sich die Waage ja mehr und mehr in die andere Richtung. Wenn es so weiter geht, dann lebt es sich als Schwuler in ein paar Jahren auf dem Land besser als in der Stadt. Und zwar nicht nur deshalb, weil es auf dem Land sowieso schöner ist als in der Stadt.
    Andererseits ist Dormagen ja so klein auch wieder nicht…

  4. Frank G. Garhammer 1. Juli 2009 um 11:23 #

    Mir ist es egal, ob jemand schwul ist oder schwarze Hautfarbe oder aber auch irgendwie anders ist. Mir ist nur nicht egal ob jemand Kameradschaft heuchelt – Ingo und Klaus sind echte Kameraden – Schützen mit Herz! Ich frage mich ehrlich, warum ein schwuler Schützenkönig eine Sensation ist und die Presse und die Hirnverkrusteten es thematisieren?

    Die Frage ist doch eine ganze andere und ist meiner Meinung nach, im folgenden Text, sehr treffend formuliert:

    Die Einladung
    von Oriah Mountain Dreamer

    Es interessiert mich nicht, womit du dein Geld verdienst. Ich will wissen, wonach du dich sehnst und ob du die Erfüllung deines Herzenswunsches zu träumen wagst. Es interessiert mich nicht, wie alt du bist. Ich will wissen, ob du es riskierst, dich zum Narren zu machen auf deiner Suche nach Liebe, nach deinem Traum, nach dem Abenteuer des Lebens.
    Es interessiert mich nicht, welche Planeten ein Quadrat zu deinem Mond bilden. Ich will wissen ob du deinem Leid auf den Grund gegangen bist und ob dich die Ungerechtigkeiten des Lebens geöffnet haben, oder du dich klein machst und verschließt, um dich vor neuen Verletzungen zu schützen. Ich will wissen, ob du Schmerz – meinen oder deinen eigenen – ertragen kannst, ohne ihn zu verstecken, zu bemänteln oder zu lindern.
    Ich will wissen, ob du Freude – meine oder deine eigene – aushalten, dich hemmungslos dem Tanz hingeben und jede Faser deines Körpers von Ekstase erbeben lassen kannst, ohne an Vorsicht und Vernunft zu appellieren oder an die Begrenztheit des Menschseins zu denken.
    Es interessiert mich nicht, ob das, was du mir erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob du andere enttäuschen kannst, um dir selbst treu zu bleiben; ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst, um deine eigene Seele nicht zu verraten; ob du treulos sein kannst, um vertrauenswürdig zu bleiben.
    Ich will wissen, ob du die Schönheit des Alltäglichen erkennen kannst, selbst wenn sie nicht immer angenehm ist und ob ihre Allgegenwärtigkeit die Quelle ist, aus der du die Kraft zum Leben schöpfst.
    Ich will wissen, ob du mit Unzulänglichkeit leben kannst – meiner oder deiner eigenen – und immer noch am Seeufer stehst und der silbrigen Scheibe des Vollmonds ein uneingeschränktes „JA!“ zurufst.
    Es interessiert mich nicht, wo du wohnst oder wie reich du bist. Ich will wissen, ob du nach einer kummervoll durchwachten Nacht zermürbt und müde bis auf die Knochen aufstehen kannst, um das Notwendige zu tun, damit deine Kinder versorgt sind.
    Es interessiert mich nicht, wen du kennst oder wie du hierher gekommen bist. Ich will wissen, ob du inmitten des Feuers bei mir ausharren wirst, ohne zurückzuweichen. Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen heraus trägt, wenn alles andere wegbricht.
    Ich will wissen , ob du mit dir selbst allein sein kannst und ob du den, der dir in solch einsamen Momenten deines Lebens Gesellschaft leistet, wirklich magst.

    Oriah Mountain Dreamer, Die Einladung, S.7f, Arkana 2000.

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