Wiener Schmäh – Wie einem Plauschjoschi angesichts der G’hatzen sein Kirtagspfeiferl schrumpft

25 Jul

Das Gute an der kapitalistischen Gesellschaft ist, dass diese es den Menschen ermöglicht, in historisch beispiellosem Wohlstand zu leben. Das nervende daran ist allerdings, dass  dieser Wohlstand nicht allen Menschen gut bekommt. Von der Last der existenzsichernden Arbeit befreit, beginnen sich nämlich einige Exemplare des Homo sapiens zu langweilen und kommen sodann auf allerlei merkwürdige Ideen: Attac, die  Bachblütentherapie, der Öko-Hype, oder Judith Butlers Gender-Theorien; sie alle entspringen unmittelbar der drögen Banalität unserer Wohlstandsgesellschaft.

Auch dem „Weltwoche“-Redakteur Philipp Gut ist so langweilig, dass er nichts besseres zu tun hat, als eine Homosexualisierung der Gesellschaft an die Wand zu malen. Natürlich sieht sich Gut dabei als ein einsamer Rufer in der Wüste, als ein Herkules der Heterosexualität, ohne dabei zu merken, dass er eigentlich nur ein trauriger Don Quichotte ist.

Ähnlich geht es dem österreichischen Kulturkritiker Edwin Baumgartner, der regelmäßig die Seiten der „Wiener Zeitung“ mit seinem Schmäh verzieren darf. Auch Baumgartner ist langweilig. Und die Folgen haben wir alle zu tragen:

Na endlich . . .!

Endlich hat sich eine Stimme der Vernunft gemeldet. Diese Stimme der Vernunft gehört der Tiroler Jugendanwältin Elisabeth Harasser.

Beginnt ein Artikel so, hat man das Schlimmste zu befürchten. Denn erstens ist aus Tirol noch niemals etwas Vernünftiges gekommen und zweitens von einer Jugendanwältin schon gar nicht. Doch schaun wa mal weiter:

Die streitbare Anwältin also ist gegen Sacha Baron Cohens Film „Brüno“ aufgetreten. Und zwar nicht etwa, weil der krampflustige Streifen eine Österreich-Verhöhnung wäre. (Boshaft könnte man sagen: Er ist nicht einmal das.) Elisabeth Harasser ist vielmehr der Meinung, dass eine Freigabe des Films für Jugendliche ab 14 Jahren falsch ist. Immerhin geht es um einen homosexuellen Modereporter. Wobei sich Sacha Baron Cohen in der Darstellung der Homosexualität, vornehm ausgedrückt, wenig zurückhält.

Ein wahrhaft mutiger Kampf den Elisabeth Harasser da führt. Und ziemlich aussichtslos. Schließlich steht ihr die geballte Rosa Front gegenüber. Dennoch

Elisabeth Harasser also hat es gewagt.

Boah, was für eine Frau…

Sie hat ein Übel unserer Zeit angesprochen. Nachdem unsere Gesellschaft nämlich durch Film, Fernsehen und Werbung sexualisiert worden ist, wird sie jetzt homosexualisiert.

Doch noch ist nicht alles verloren. Gott sei Dank, gibt es im Alpenland noch mutige Menschen, die das Übel beim Namen nennen. Denn, falls es der Menschheit noch nicht aufgefallen zu sein scheint: Das mit der Homosexualisierung ist wirklich voll schlimm:

In Wien sprießen homosexuelle Initiativen aus dem Boden, die natürlich zumeist Kunstinitiativen sind, denn wo „Kunst“ draufsteht, ist bekanntlich Freiheit drin. Es gibt, und das sogar im Wiener Rathaus, den „Life Ball“, der die Homosexualität feiert und, glaubt man Anwesenden, auch durchaus dazu beiträgt, zur Sache zu kommen. Und es gibt die Homosexuellen-Parade über die Ringstraße, natürlich entgegen der Fahrtrichtung. Von wegen Orientierung und so. Und es ist noch gar nicht so lange her, dass Kinder mit dem Stück „König und König“ belästigt wurden, dessen Ziel es war, Kinder auf ein homosexuellen Leben vorzubereiten.

Und nicht nur das. Neulich hat man sogar den österreichischen Fernsehstar schlechthin, Kommissar Rex, dabei erwischt, wie er einem anderen Rüden am Hintern geschnuppert hat! Früher hätte es das wirklich nicht gegeben! Da hätte sich ein Österreichischer Schäferhund nur an Blondis Hintertürchen zu schaffen gemacht.

Und was sollen die aufrechten, seit neuestem in der Minderheit lebenden Heteros, nun gegen die Verschwulung Österreichs unternehmen? Das fragt sich auch der verzweifelte Baumgärtner:

Soll die Mehrheit unserer Mitmenschen jetzt eigentlich für Heterosexualität demonstrieren? Oder Hetero-Bälle veranstalten? Oder heterosexuelle Kulturinitiativen gründen? Und jedem, der es wissen will und jedem, der es nicht wissen will, mitteilen, dass man, nun ja: eben heterosexuell ist? Soll man also ein großes kollektives Coming out der Heterosexualität veranstalten?

Tja, mein lieber Baumgärtner, wenn Du das Organ, das da zwischen Deinen Schädelwänden rumliegt, auch mal benutzen würdest, dann würde Dir auffallen, dass Heteros all diese Dinge ständig tun. Mehr noch: In der Vergangenheit, war denen die Reinheit ihrer sexuellen Orientierung gar so wichtig, dass sie alles versucht haben, uns Homos aus dem Weg zu räumen. Gerade als Österreicher sollte man das wissen.

Doch Baumgartner wiegelt ab:

Nicht die Homosexualität selbst ist die Verfallserscheinung unserer Gesellschaft. Wohl aber der Umgang mit ihr. Wenigstens darin ist sie der Heterosexualität durchaus ähnlich.

Schon witzig. Ein Österreicher beklagt die Homosexualisierung seiner Gesellschaft. Dabei wäre die ultimative Maßnahme, diesen Missstand zu beenden, ganz einfach: Liebe Ösis, lernt endlich vernünftiges Deutsch! Denn nichts klingt so schwul wie Euer Dialekt.

3 Antworten zu “Wiener Schmäh – Wie einem Plauschjoschi angesichts der G’hatzen sein Kirtagspfeiferl schrumpft”

  1. Fg68at 26. Juli 2009 um 02:46 #

    Also für mich hört sich so manches mittel- und norddeutsche schwul an. 🙂 Ja das Wort schwul schon an sich. Des hast woam. 🙂

    Und für das heilige Land Tirol gibt es auch erstaunliche Ausnahmen: Das Oberlandesgericht Innsbruck hat als erstes Homo-Pornos erlaubt. Dem Oberlandesgericht Innsbruck ist es zu danken, dass es von sich aus den Schutzaltersparagraphen (§ 209 StGB) beim Verfassunggerichtshof prüfen lies.

  2. Georg Bruckner 26. Juli 2009 um 12:47 #

    Boshafte Italiener wollen wissen, daß in Süd- und Nordtirol durch die Inzucht in den engen Alpentäler…

  3. Georg Bruckner 26. Juli 2009 um 12:52 #

    da ist ein n verloren gegangen…Bin kein Tiroler.

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