Albanien auf der Überholspur

31 Jul

Die albanische Regierung will Lesben und Schwulen die Möglichkeit geben, in dem mehrheitlich muslimischen Land eine Eingetragene Partnerschaft eingehen zu können.

Interessant ist die Zusammenarbeit zwischen NGOs und Parlamentariern, die zu der Initiative führte:

Ein entsprechender Gesetzesentwurf von Menschenrechtsorganisationen wurde bereits ins Parlament eingebracht. Ministerpräsident Sali Berisha unterstützt die Initiative.

Die Strafbarkeit homosexueller Handlungen hatte Albanien im selben Jahr wie Deutschland abgeschafft:

Unter seiner Präsidentschaft wurde auch homosexuelles Verhalten vor 14 Jahren als Straftat abgeschafft.

Angenehm ist die deutliche und reflektierte Positionierung des Ministerpräsidenten:

„Unabhängig von der Debatte, die dieses Gesetz auslösen wird, denke ich, die Diskriminierung ist inakzeptabel“, sagte der Premier. „Dies ist ein wichtiges Gesetz gegen die Diskriminierung Homosexueller. Bisher wurde die hohe Stellung der Familie betont – diese soll in keinster Weise abgeschwächt werden, nur eben ergänzt“, so Berisha weiter.

Damit wäre Albanien vermutlich weiter als Deutschland, wo in Stuttgart erst kürzlich die unterschiedliche Gebührenordnung für Trauungen und Verpartnerungen angeglichen wurde:

Das Gesetz soll zusätzlich Diskriminierung am Arbeitsplatz und Benachteiligung durch die Behörden verhindern.

Wie zu erwarten, gibt es auch Gegenwind bezüglich des geplanten Gesetzes:

Muslimische und christliche Vertreter haben bereits Widerstand angekündigt: „Wir werden versuchen, dieses Gesetz zu verhindern“, erklärt Selim Muca, Chef des Rates der Muslime, gegenüber der Nachrichtenagetur AFP. Auch die katholische Kirche erklärte,

Nächstenliebe sei auch von Jesus schon ausdrücklich auf Heterosexuelle beschränkt worden und die Gottesebenbildlichkeit des Menschen gelte selbstredend nicht für Homosexuelle, Verzeihung, tatsächlich äußerte sich natürlich kein Vertreter der Römisch-Katholischen so direkt, vielmehr hieß es,

eine Ehe-Öffnung sei inakzeptabel.

Dabei geht sie das nicht im Geringsten etwas an, wem der Staat welche Form der Bindung gewährt – sie müssen es ja nicht nachmachen.

Eine Antwort zu “Albanien auf der Überholspur”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Berishas Überraschungen « S’ka problem! - 26. September 2009

    […] demnächst die gleichgeschlechtliche Ehe einführen wolle. Bei den Homosexuellen weltweit wurde positiv festgestellt, dass Albanien das erste Land mit muslimischer Mehrheit sein könnte, das Ehen von Schwulen und […]

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