Katholische Fortpflanzungsstrategien

5 Aug

Nachdem Deutschland innerhalb der EU mittlerweile Schlusslicht bei der Kinderproduktion ist, ergießt sich von Seiten gewisser Katholiken eine Flut von Ratschlägen und besserwisserischer Häme über das Land. Wer ist schuld, daran, dass es in Deutschland immer weniger Kinder gibt? Na, raten Sie mal:

Die „sexuelle Befreiung“ und die Einführung der „Antibabypille“ haben zu einem hemmungslosen Hedonismus geführt. Und falls die Pille einmal nicht hielt, was sie versprach, konnten die Frauen ab den 70ern sich des Babys mit Hilfe der Abtreibung entledigen.

Ergo, müsste der Lösungsansatz lauten: Sexuelle Befreiung rückgängig machen, Pille verbieten, Abtreibung unter Strafe stellen. Das allerdings reicht noch nicht aus:

Das Kino, das Fernsehen, das Internet und die Zeitschriften leisten ihren eigenen verantwortungslosen Beitrag zur Zerstörung der Unschuld und damit der Fähigkeit, ein Familienleben aufzubauen.

Kein Problem! Verbieten, abklemmen, zensieren, verbrennen! Und man sorge sich nicht um das Grundgesetz. Das ist für den Schutz der Meinungsfreiheit – wie für vieles andere auch – vollkommen sinnlos, da ohnehin alles auf Grund sittlicher Erwägungen verboten werden kann, wie uns die bundesdeutsche Vergangenheit bereits eindrücklich gezeigt hat.

Doch Zensur und Verbote sind nur das Herumspielen an Symptomen. Man muss schon tiefer graben, um die Wurzel des Übels auszureißen:

Und die Politik schickt sich an, durch die Einführung von Pseudoehen, wie der „Homoehe“, den Begriff der Ehe zu verschleiern und undeutlich zu machen.

Was natürlich für unsere Heteros total schlimm ist, da sie durch diese Verschleierungstaktik so verwirrt werden, dass sie gar nicht mehr wissen, auf welches Geschlecht sie nun eigentlich stehen. Homosexualität als Ursache für heterosexuelle Zeugungs- und Geburtenverweigerung… Darauf können auch nur Katholiken kommen.

Das Parlament von Litauen hat vorbildlich beschlossen, sämtliche Propaganda von Homosexualität, sei es in der Werbung oder an den Schulen, zu verbieten. Solche Schritte wären auch in Deutschland nötig. Die Zeitschrift Bravo gehörte zensiert, wie auch deren Internetseite, die öffentliche Auslage von pornographischen Schriften in Tankstellen gehörte verboten, denn die Augen der Kinder wandern immer direkt an ihnen entlang.

Früher war es dagegen alles besser. Da haben die Kinder den sexuellen Akt der Eltern noch live miterlebt, weil sich das in einer proletarischen Einzimmer-Wohnung nun mal nicht vermeiden ließ. Ach ja, die Pornografie. Kann man es nicht einfach so machen, wie in Brasilien?

Es ist das moralische Problem, was bekämpft werden muss. Die Bürgermeister der Stadt Sao Paulo in Brasilien hat so z.B. sämtliche unmoralische Werbung aus dem Stadtbild verbannt. Es findet sich in der gesamten Metropole von 20 Millionen Einwohnern keine Abbildung mehr von Barcadi Mädchen oder Unterwäschemodels.

Wenn es statt dessen Abbildungen von Bacardi-Boys und männlichen Unterwäschemodels gäbe, hätte Sao Paulo einen Riesenschritt Richtung Zukunft gemacht. Doch unsere Katholiken würde das natürlich nicht beruhigen. Denn die haben schließlich etwas gegen Sex unter Erwachsenen, und denken statt dessen eher an die Kinder.

9 Antworten to “Katholische Fortpflanzungsstrategien”

  1. manu 5. August 2009 um 19:45 #

    die können ja nicht mal einen gedanken in gerader richtung zu ende denken. liegt wahrscheinlich am vielen weihrauch … 😉

  2. thorben 5. August 2009 um 23:06 #

    Dass die nicht einmal einen Gedanken zu Ende denken können, den Eindruck habe ich allerdings auch. Kaum beginnt man einmal, sich ernsthafte Gedanken über bestimmte Probleme zu machen – wenn man darin den „Probleme“ sehen will -, kaum gelangt man zu halbwegs aussichtsreichen Zwischenergebnissen (Hedonismus, Verantwortungslosigkeit), kommen sie, man weiß nicht wie, auf die alte Leier mit der Homosexualität und der Pornographie zurück. Inzwischen ist das zwar zum Gähnen langweilig, aber eine intellektuelle Bankrotterklärung ist es trotzdem und das mehr denn je. Selbst wenn man dem Standpunkt der Kirche in jeder Hinsicht folgt, sollte man doch merken, dass Phänomene wie die sogenannte „Homosexualisierung“ oder „Pornographisierung“ der Gesellschaft allenfalls Symptome sind, aber bestimmt keine Ursachen für die Dinge, die man bemängelt. Hinzu kommt, dass man offensichtlich nicht weiß, wie man damit umgehen soll – oder soll man diese lächerlichen Verbotsvorschläge etwa ernst nehmen?
    Erstens bin ich davon überzeugt, dass der Katholizismus weit mehr an analytischer und sozusagen therapeutischer Kompetenz zu bieten hat als das. Zweitens denke ich, dass man auch als Katholik in der Lage sein sollte, die Lage der Dinge vernünftig zu beurteilen und nicht immerzu diese pathologische Abneigung gegen Homosexuelle hervorzukehren. Und drittens bin ich der Meinung, dass die katholische Kirche der Welt manch kluge und sinnreiche Sache zu sagen hätte, sie allerdings nicht nur auf Grund irgendeiner areligiösen Verstocktheit nicht gehört wird, sondern eben auch deshalb, weil sie und ihre Anhänger solchen himmelschreienden Schmarrn verbreiten. Und dabei ist nicht von Piusbrüdern oder eifernden Konvertitinnen die Rede!

    Ich wundere mich allerdings auch über die große Beharrlichkeit, mit der Adrian hier immer wieder die „Abgründe katholischen Denkens“ kommentiert und dokumentiert. Man könnte doch meinen, dass da sowieso schon alles bekannt ist und nichts weiter zu erwarten?

  3. Bodo Wünsch 6. August 2009 um 10:43 #

    Adrian tut das sicherlich, WEIL es die katholische und andere Kirchen sind, die hier eine ganz falsche Beharrlichkeit an den Tag legen. Solange die das tun (und das werden sie, solange sie existieren), solange braucht es die Adrians 🙂

  4. thorben 6. August 2009 um 12:24 #

    Ich zweifle nicht daran, dass es die Adrians braucht. Ich frage mich eher, woher die Adrians die Energie nehmen, die immer gleichen Belanglosigkeiten immer wieder gleich zu kommentieren.
    Zugegebenermaßen hoffe ich ja immer noch darauf, dass die Beharrlichkeit der katholischen und anderer Kirchen nicht immer bloß eine falsche sein wird (ich glaube übrigens auch, dass sie heute schon nicht bloß eine falsche ist). Die Hoffnung allerdings, dass sich die falsche Beharrlichkeit eines Tages ganz von selbst auflösen wird, indem diese Kirchen nämlich einfach aufhören werden zu existieren, diese Hoffnung ist hoffnungslos.

    • Adrian 6. August 2009 um 12:46 #

      „Ich frage mich eher, woher die Adrians die Energie nehmen, die immer gleichen Belanglosigkeiten immer wieder gleich zu kommentieren.“

      Also das ist jetzt gemein 😉 Ich bemühe mich immer darum, neue Nuancen in meine Argumentationen einfließen zu lassen, damit sie sich eben nicht „immer wieder gleich“ anhören.

  5. Adrian 6. August 2009 um 12:51 #

    Es ist übrigens auch gar nicht nötig, dass „diese Kirchen“ aufhören zu existieren. Es würde schon reichen, ihre Ansichten zu ändern. Okay, ich wäre auch schon zufrieden, wenn sie einfach mal den Mund halten, und sich nicht in Dinge einmischen würden, von denen sie keine Ahnung haben.

  6. Thorben 6. August 2009 um 18:14 #

    Entschuldige bitte, das klang in der Tat gemein und war eigentlich gar nicht gemein gemeint: Es ist nur so, dass es ja letztendlich Unsinn ist und Unsinn bleibt und man im Endeffekt auch immer nur wieder feststellen kann, dass es Unsinn ist und Unsinn bleibt. Dass Deine Kommentare der geschmackliche Höhepunkt in diesem Einheitsbrei sind, das will ich Dir gerne bestätigen 😉

  7. xv22 7. August 2009 um 01:07 #

    Immer wieder lustig 🙂

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  1. Gebärmaschinen | fxneumann · Blog von Felix Neumann - 6. August 2009

    […] ebenso natürlich: Die sich noch christlicher gerierenden Alarmisten (via Gay West) spießen nicht das auf, sondern nutzen es als eine willkommene Gelegenheit, ihre feuchten […]

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