„Sie verlangen nach Kindern“ – Vom Horror schwullesbischer Herrschaftspläne

14 Aug

Seitdem Bundesjustizministerin Brigitte Zypries angeregt hat, Deutschlands Kinder endlich auch in die Klauen der homosexuellen Lobby zu übergeben, herrscht in kulturkonservativen Kreisen ein Sturm im Wasserglas. So auch bei unseren ganz speziellen Freunden von der „Blauen Narzisse„. Die Kameraden, immer gut, wenn es darum geht, unterhaltsames Kasperletheater aufzuführen, sind jedenfalls schockiert; was sein Gutes hat, denn so gelangen wir in den Genuss hervorragend einfältig-humoriger Sätze:

Wer glaubt, die linke 68er-Brut hätte gemeinsam mit den Lesben- und Schwulenverbänden bereits sämtliche Überreste christlicher Werte aus Deutschland verbannt, irrt gewaltig. Denn die eingetragene Lebenspartnerschaft scheint Deutschlands Homosexuellen nicht zu genügen – sie verlangen nach Kindern. Und weil das biologisch nicht möglich ist, und Homosexualität im politisch korrekten Deutschland Kultstatus genießt, ist es kein Wunder, dass der Linksblock gemeinsam mit den Liberalen nun nach einem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare verlangt.

Die Narzissen haben uns also ertappt und unseren geheimen schwulen Masterplan aufgedeckt, der da lautet: Christentum zerstören, heiraten, Kinder adoptieren, Kinder verschwulen, Welt verschwulen. Ein wahrlich genialer Plan, der kurz vor seiner Vollendung steht. Und irgendwelche blauen Blümchen werden das nicht verhindern können, wie sie ja auch selbst freimütig eingestehen:

Da die Homo-Lobby mittlerweile selbst Unions-Granden wie den kuschelkonservativen Sozialpopulisten Horst Seehofer (CSU) in ihr Netz gewickelt hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Deutschlands Kinder mit zwei Vätern „beglückt” werden dürfen.

Und es kommt noch viel schlimmer! Denn es ist doch tatsächlich so, dass es in Deutschland bereits Kinder mit zwei Vätern gibt! Gut, dass können die Narzissen nicht wissen, denn immerhin gehört es zum Markenzeichen der Konservativen, der gesellschaftlichen Realität immer ein Stück weit hinterherzuhinken. Wie man es dreht und wendet, „die 68er“ sind den Kameraden immer einen Schritt voraus:

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat wieder zugeschlagen und zwar in einem für die stramme Alt-68erin hinlänglich bekannten Bereich. Nicht umsonst ist die aktive Homo-Lobbyistin Trägerin des „Rosa-Courage-Preis 2007“ (Schwul-lesbisches Stadtfest Osnabrück) und des „Zivilcourage-Preis 2009“ (Christopher Street Day Berlin). Um noch mehr dieser Auszeichnungen zu bekommen, hat die SPD-Ministerin eine Studie in Auftrag gegeben – ein klassisches Mittel, um eine gesellschaftliche Debatte zu umgehen und die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Fürwahr ein Affront gegen die bundesdeutsche Demokratie! Zuerst lässt man die Bevölkerung nicht über die Strafbarkeit von Homosexualität abstimmen, und nun findet auch noch eine Studie heraus, dass Schwule und Lesben ebenso gute Menschen und Eltern sein können, wie Heteros. Und das alles, ohne die Volksgemeinschaft zu fragen! Echt bitter!

Die Experten der Justizministerin sehen das Kindeswohl in „Regenbogenfamilien“ in gleicher Weise gewahrt wie in herkömmlichen Familien. „Kinder brauchen das klassische Rollenmodell nicht“, stellt Zypries fest. Denn „klassisches Rollenmodell“ ist für ihre Anhängerschaft ein Synonym für rückwärtsgewandten Erzkonservatismus und bigotten Fundamentalismus. „Persönlichkeitsentwicklung, schulische und berufliche Entwicklung der betroffenen Kinder verlaufen positiv“, fährt Zypries fort und verweist darauf, dass „nur“ 47 Prozent der beobachteten Kinder diskriminiert und gemobbt würden. Wahrlich eine hervorragende Bilanz!

Eine Bilanz, verursacht u. a. durch Deppen wie den Narzissen, die das Problem schwulenfeindlicher Ressentiments offenbar dadurch lösen wollen, indem man die Schwulen unsichtbar macht. Denn immerhin: Gäbe es keine Kinder mit gleichgeschlechtlichen Elternpaaren, würden diese Kinder auch nicht gemobbt.

Doch eine solch eingängige Logik, geht den Schwulenverbänden natürlich an der Rosette vorbei, zumal sie auch schon die konservative Union in ihren Lebensstil eingeführt haben:

Da nun scheinbar selbst die bayerische Union im Boot sitzt, dürfte der Ausgang der Kontroverse festgelegt sein – wäre die Union doch die letzte politische Kraft gewesen, welche sich gegen das drohende Adoptionsrecht für Homosexuelle hätte stemmen können. Die FDP-Vizefraktionsvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bezeichnet die zu erwartende Liberalisierung als „Ausdruck der Lebensrealität in unserer Gesellschaft“ und der Lesben- und Schwulenverband Deutschland freut sich darüber, dass nun endlich alle Argumente „rückwärtsgewandter Kreise“ widerlegt seien.

Und weil das so ist, weil rückwärtsgewandte Kreise, wie unsere Narzisschen, keinerlei Argumente mehr haben, bleibt ihnen nichts anderes übrig als zu quengeln und rumzubocken:

All dies offenbart die schäbige Art und Weise, wie das Establishment jede Form einer Diskussion im Keim erstickt: Zunächst wird eine Studie als neuer status quo festgelegt, weil sie ja angeblich von Experten stammt und somit als wissenschaftlicher Fakt verkauft werden kann. Anschließend versammeln sich befürwortende Stimmen und basteln sich eine neue „gesellschaftliche Lebensrealität“ – obgleich es bisher nur 16.000 solcher Fälle gibt.

Zunächst einmal, ist die Studie aus Deutschland nicht die einzig derartige. Besonders im angelsächsischen Raum finden sich bereits eine ganze Anzahl derartiger Untersuchungen, und alle kommen zu dem selben Ergebnis: dass es nämlich einem Kind nicht schadet, wenn es von zwei gleichgeschlechtlichen Eltern großgezogen wird. Wie auch?

Doch natürlich geht es nicht nur um das Adoptionsrecht. Es geht, wie immer, um mehr:

Und um jeden Widerspruch zu unterdrücken, wird eine abweichende Meinung pauschal als „rückwärtsgewandt“ gebrandmarkt, wenn nicht in eine fundamentalistische oder gar rechtsradikale Ecke gerückt. Dieser Vorgang bildet das perfide funktionierende System der politischen Korrektheit ab, welche eine massive Gefahr für die Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik darstellt. Die traurige Realität ist, dass sich die einzig prominente oppositionelle Stimme in Person des Augsburger Militärbischofs Walter Mixa findet.

Und weil die Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik massiv gefährdet ist, werden gerade in diesem Augenblick die Redaktionsräume der Blauen Narzisse von Gestapo-ähnlichen Einheiten mit rosa Winkel am Ärmelaufschlag untersucht, Mitarbeiter verhaftet und Dokumente beschlagnahmt, die sich gegen den Herrschaftsanspruch der schwulen Klasse  richten. Entweder sind die Narzissen zu dumm oder zu dreist um zu verstehen bzw. verstehen zu wollen, dass eine Meinungsäußerung, die nicht jeder teilt und der man widerspricht, nicht dazu führt, dass die Meinungsfreiheit abgeschafft wird.

Bedauerlich ist auch, dass sich die Debatte beinahe ausschließlich um den Wunsch der Homosexuellen, nicht aber um den Wunsch des betroffenen Kindes dreht. Es ist egal, ob dem Kind hoher Wohlstand aufgrund der höheren Akademikerquote unter Homosexuellen garantiert ist. Es ist auch zweitrangig, ob das Kind gemobbt wird. Die wirklich entscheidende Frage lautet: Welches Kind will denn ernsthaft mit zwei Vätern beziehungsweise zwei Müttern aufwachsen?

Och, also ich hätte als Kind nichts dagegen gehabt, und hätte auch jetzt nichts dagegen. Warum auch?

Es wäre daher empfehlenswert, wenn sich die Politik einmal in ein unschuldiges Kind hineinversetzt, dass in jungen Jahren ungefragt von Homosexuellen adoptiert wird. Die Gefühle des Kindes müssen das Zentrum der Debatte sein – und diese Gefühle lassen sich weder durch Statistiken, noch durch pseudo-wissenschaftliche Studien ausdrücken. Und eine kinderlos-ledige 68er-Emanze wie Justizministerin Zypries hat darüber erst recht nicht zu befinden!

Der Verweis auf „pseudowissenschaftliche Studien“ und der Rundumschlag gegen „kinderlose Emanzen“ macht allerdings klar, dass es nicht so sehr um die „Gefühle des Kindes“, sondern vielmehr um die Gefühle kulturkonservativer Narzissen geht, die schwer beleidigt sind, wenn ihr Weltbild sich wieder einmal als vollkommener Unsinn herausstellt. Ich sehe ja ein, dass es schwer ist, auf der Verliererseite der gesellschaftlichen Realität zu stehen, aber darauf kann man nun wirklich keine Rücksicht nehmen.

Zum Schluss jedenfalls machen die Narzissen klar, worum es ihnen wirklich geht:

Eine ehrliche Debatte ist nur möglich, wenn man sich das Anliegen unserer Kinder zu Herzen nimmt. Es ist die Bindung zwischen Mann und Frau, welche für die Zeugung und Erziehung von Kindern verantwortlich und prädestiniert ist. Die Toleranz gegenüber Homosexualität ist wichtig, aber sie endet dort, wo das Wohl eines Kindes anfängt. Wird dieses Gesetz verabschiedet, etabliert sich ein widernatürliches Familienmodell in unserer Gesellschaft. Elternschaft mutiert so zur puren Bereicherung auf Kosten des Kindes und gleichgeschlechtliche Liebe wird zur anerzogenen Normalität. Die Auswirkungen auf Psyche und Werteverständnis der Kinder sind unabsehbar.

Denn nichts könnte schlimmer sein, als wenn Kinder lernen, dass Homosexualität nichts verwerfliches ist; nichts könnte schlimmer sein, als das Kinder sich ein Werteverständnis aneignen, in dem es zum Common Sense gehört, dass Homosexuelle Menschen wie du und ich sind.

4 Antworten zu “„Sie verlangen nach Kindern“ – Vom Horror schwullesbischer Herrschaftspläne”

  1. thorben 14. August 2009 um 22:24 #

    Die Rede vom „Sturm im Wasserglas“ beschreibt die momentane Aufregung in meinen Augen sehr treffend. Mehr noch: Sie beschreibt sogar treffend den intellektuellen Zustand derjenigen, die sich in Deutschland den Fahnen des Konservatismus verschrieben haben. Das betrifft zwar nicht allein und nicht einmal insbesondere die „Blaue Narzisse“, jene fünfte Kolonne des sogenannten „Instituts für Staatspolitik“, ist aber ein generelles Phänomen: Zu mehr als affektierter oder inszenierter Empörung, die man regelmäßig dann zu erwarten hat, wenn es um Homosexualität geht, scheint konservatives Denken in Deutschland gar nicht mehr fähig zu sein. Ich kann nicht leugnen, dass ich das im Grunde sehr bedauere. Aber man kann sich über den Niedergang der Konservativen in Deutschland wirklich nicht wundern. Das hat nämlich nicht nur etwas mit einer linksliberalen kulturellen Hegemonie zu tun, sondern mehr noch mit intellektueller Dürftigkeit, um nicht zu sagen: Impotenz.

  2. thommen 15. August 2009 um 19:26 #

    Ich denke, dass der „Niedergang der Konservativen“ so etwas natürliches ist, wie die Fortpflanzung oder die Häutung der Schlangen! Aber nicht zu vergessen, es bilden sich auf jeder historischen Ebene wieder die „neuen Konservativen“ – zB heute bei den Schwulen! 😉

    Den Apologeten der „natürlichen Familie“ möchte ich den Artikel zu diesem Thema auf Wikipedia empfehlen. Ebenfalls empfehlen möchte ich den Text von Adolf Portmann (Biologe und Lebensforscher in Basel) aus dem Jahr 1946 (siehe Link hinter diesem Posting!)

  3. zuppi 18. August 2009 um 19:06 #

    Hallo Adrian,
    merci für diese ausführliche Aufdröselung der Narzisen-Ideologie. Der Niedergang des klassischen Familienmodells wird aber wohl umsonst beschrieen,denn es bleibt ja weiterhin hegemonial. Es bleibt also ein homophobes Geschreibsel mit dem Ziel der gesellschaftlichen Ausgrenzung durch schamlose Übertreibung,Geiferei und schwachsinniger Stringenz.Die Neue Rechte muss ganz dolle in der Klemme stecken.Und das ist auch gut so.

    Ich wollte noch einen etwas unpassenden Hinweis hier los werden. In den USA hat sich ein Produzent der TV-Serie „Malcom in the middle“ zur Frage des Outing junger homosexueller Schauspieler zu Wort gemeldet: „Todd Holland says Gay Actors Should Stay Closeted, then Apologies.“
    Todd Holland one of the main Malcolm in the Middle producers & directors caused quite a bit of controversy last month when he spoke on the Taking It to the Streets.
    Ich wünsche dem Gay West Team – trotz so mancher Widrigkeiten – einen schönen Sommer 😉

  4. fatalfraktal 22. August 2009 um 11:38 #

    Ja, ich will endlich auch ein kinderlose Emanze sein, Ehegattesplitting einheimsen, Verheiratetenzuschlag abzocken. Ja, ich will!

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