Merkel leckt dem Papst die Butter vom Schuh

29 Aug

Kanzlerin Merkel hat in einem KNA-Interview angekündigt,

dass die Unionsparteien auch in Bezug auf das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare keine weiteren Zugeständnisse machen können.

Keine weiteren? Welche gab es denn bisher für homosexuelle Paare? Die Stiefkindadoption fällt ja wohl nicht darunter. Und wieso eigentlich Zugeständnisse? Was für ein merkwürdiges Menschenbild steckt da dahinter?

Vermutlich gar keins. Das ganze dürfte lediglich der Versuch Merkels sein, nach ihrer umstrittenen Papst-Schelte auf unsere Kosten verlorenen Boden wieder gut zu machen. Ob der Papst und seine Getreuen diese Schleimerei honorieren werden?

Vor allem: Mit wem will die Union regieren, wenn sie zu diesem längst fälligen Schritt nicht bereit ist? Mit der NPD? Der PBC?

Andererseits: Wenn ich die Wahl habe zwischen einer Linksregierung, die das Adoptionsrecht für Homo-Paare einführt, ansonsten aber Deutschlands Wirtschaft und damit uns weiter in den Abgrund führt, und einer bürgerlichen Regierung, die sich mit dem Adoptionsrecht noch Zeit lässt, dafür wirtschaftspolitisch gut am Start ist, dann wähle ich die zweite Option. Lieber wäre sie mir allerdings ohne den Wermutstropfen.

4 Antworten to “Merkel leckt dem Papst die Butter vom Schuh”

  1. Markus 29. August 2009 um 17:59 #

    Eine bürgerliche Regierung? Aus CDU/CSU und FDP?

    Die, die eine Deregulierung des Marktes wollen? Hat die Deregulierung des Marktes nicht dazu geführt, dass es zur Vergabe fauler Kredite und hochspekulativen Geschäften kam? Hat die Deregulierung des Marktes nicht dazu geführt, dass wir jetzt eine Krise haben?

    Die, die die Grundrechte und das Grundgesetz höchstens zum Arsch abwischen benutzen? Die, die das Internet zensieren wollen? (Die FDP wird der CDU/CSU dabei ganz bestimmt keine Steine in den Weg legen, denn sie sind froh, wenn sie auch mal wieder ein paar Dienstwagen bekommt …)

  2. goddamnedliberal 29. August 2009 um 21:44 #

    Ein etwas eigenartiges Fazit. Jeder hat so seine Milieuprägung und es gibt halt Leute, die in einem konservativ-klerikalen Milieu sozialisiert sind und niemals eine ‚linke‘ Partei wählen können. Auch Schwule.

    Das sollte man aber nicht rational begründen wollen. Die höchsten Wachstumsraten erzielte die Bundesrepublik unter SPD-Regierungen. Vor Rekordarbeitslosigkeit schützt auch das (fälschlicherweise sogenannte) bürgerliche Lager nicht (siehe das Ende der Ära Kohl). Wovor schützen die überhaupt?

  3. Adrian 30. August 2009 um 00:17 #

    @ Markus
    „Hat die Deregulierung des Marktes nicht dazu geführt, dass es zur Vergabe fauler Kredite und hochspekulativen Geschäften kam? Hat die Deregulierung des Marktes nicht dazu geführt, dass wir jetzt eine Krise haben?“

    Definitiv nein.

    „Die, die die Grundrechte und das Grundgesetz höchstens zum Arsch abwischen benutzen? Die, die das Internet zensieren wollen?“

    Bei dieser Einschätzung allerdings würde ich dir – was die Union betrifft – mittlerweile weitgehend zustimmen.

Trackbacks/Pingbacks

  1. netzpolitik.va – was die CDU vom Vatikan lernen kann | fxneumann · Blog von Felix Neumann - 30. August 2009

    […] vernünftiger und informierter als alles, was bei der CDU unter Netzpolitik firmiert. Anstatt sich per KNA-Interview an den Papst ranzuwanzen, um katholische Wähler zu überzeugen, sollte die Kanzlerin lieber diese […]

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