Wüste Wortverdreher

5 Sept

Es ist schon bemerkenswert: Sobald Wüstenstrom sich öffentlich äußert, wird in der Erklärung gelogen und verdreht. Dieses Mal muss Volker Beck dran glauben:

Zum ersten Mal hat Volker Beck, menschenrechtspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag, öffentlich zugegeben, dass auch homosexuell Empfindende ihre Sexualität mit psychischem Leiden verbinden können und dass Therapie für solche Personen zu einer Veränderung im Bereich der Sexualität führen kann.

„Zugegeben“, das klingt so, wie es klingen soll, als hätten sie ihn jetzt so weit. Dabei hat er etwas gesagt, was völlig banal ist und niemand bestreitet. Natürlich können Menschen ihre sexuelle Orientierung als mit psychischem Leiden verbunden erleben. Kein Zufall ist allerdings, dass das häufiger bei homosexuell Empfindenden vorkommt – nicht etwa, weil Homosexualität so unglücklich macht, sondern weil Christen vom Schlage Wüstenstrom anderen Christen erzählen, sie lebten nicht nach Gottes Willen, wenn sie ihre Homosexualität leben und nicht nur empfinden. Und der zweite Teil der Sensationsmeldung? Natürlich kann Therapie für solche Personen zu einer Veränderung im Bereich der Sexualität führen. Zum Beispiel kann ein Schwuler, der es sich bisher versagt hat, seine Homosexualität zu leben, diese nach einer erfolgreichen Therapie endlich leben. Oder er konnte sie schon länger leben, jetzt aber ohne schlechtes Gewissen. Vielleicht kann er auch seine heterosexuellen Anteile spüren und zulassen, ohne davon seine homosexuelle Identität bedroht zu sehen. Vielleicht erkennt er auch, dass er tatsächlich bisexuell ist. Vielleicht hat ein Hetero gelernt, seine homosexuellen Anteile zu spüren und zuzulassen. All das ist möglich und hat doch nichts damit zu tun, was Wüstenstrom aus dieser Äußerung macht:

Diese Hinweise Volker Becks entsprechen dem, worin wir seit vielen Jahren den Ansatz unserer Beratung sehen: gemeinsam mit Ratsuchenden fragen wir ergebnisoffen danach, ob sich in deren Sexualität „psychisches Leiden“ ausdrückt oder ob Sexualität zum Ausgleich psychischen Leidens verwendet wird.

Genau das, dass sich in der Sexualität „psychisches Leiden“ ausdrücken kann oder gar Sexualität zum Ausgleich psychischen Leidens verwendet werde, hat Beck aber gar nicht gesagt. Gesagt hat er, laut Wüstenstrom, Folgendes:

Selbstverständlich gibt es auch Menschen, bei denen psychisches Leiden und Sexualleben in einem Zusammenhang stehen und deshalb auch Thema einer Therapie sein können. Nur gilt dies für Homo-, Hetero- und Bisexuelle gleichermaßen. Therapeut und Patient suchen in einer Therapie nach der Bewältigung von Traumata, daraus können sich auch Veränderungen im Sexualleben ergeben, weil Verdrängtes aufgedeckt und neu bearbeitet wird. Das kann beinhalten, verdrängte homo- oder heterosexuelle Wünsche neu zu bewerten und zuzulassen.

Doch das hat nichts zu tun mit dem, was Wüstenstrom anbietet. Oder hat schon einmal jemand gehört, dass einer dort gelernt hätte, bisher verdrängte homosexuelle Wünsche zuzulassen? Das weiß man auch bei Wüstenstrom und deshalb gibt es abschließend doch noch einmal Schelte für Beck von den Wortverdrehern aus Tamm:

Doch leider bleibt Beck auch in diesem Text dabei, uns beleglos und wider besseres Wissen zu unterstellen, unsere Beratung hätte mit diesem Ansatz nichts zu tun.

Beck sagt also nichts Neues, wenn er feststellt, dass Therapie Menschen dabei unterstützen kann, bisher verdrängte sexuelle Impulse zuzulassen. Was er nicht sagt, ist, dass Therapie Menschen dabei unterstützen kann, bisher empfundene sexuelle Impulse zum Verschwinden zu bringen. Beck selbst weiß allzugut, dass eben das von Wüstenstrom nahegelegt wird und jetzt auch ihm in den Mund gelegt werden soll. In den Mund muss man es ihm allerdings legen, weil er es nie sagen würde. Aber Wüstenstrom stört sich noch an einem weiteren Detail:

Ferner versucht er, uns als Außenseitergruppe im Bereich der Kirchen oder innerhalb der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge darzustellen…

Dabei stimmt das zumindest im Bereich der Kirchen durchaus. Gott sei Dank!

Hattip: ExGay-Observer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

%d Bloggern gefällt das: