Ein bisschen bi schadet nie…

24 Sep

…Nein, natürlich schadet es nicht, dennoch gilt: Im Gegensatz zu dem, was uns einige Queer- und „Geschlechter gibt es nicht“-Apologeten erzählen wollen, ist Bisexualität – also die Sexualität über Geschlechter hinweg – nicht die natürliche sexuelle Orientierung eines jeden Menschen. Ich verwahre mich schon allein deshalb gegen diese These, weil sie auf mich offensichtlich nicht zutrifft. Mit Frauen eine emotionale, sexuell-romantische Beziehung eingehen: Auf keinen Fall, das geht bei mir einfach nicht; mein Gehirn, meine Hormone, mein Rückenmark – sie reagieren bei Frauen einfach nicht.

Doch natürlich gibt es Menschen, die tatsächlich sowohl auf Männlein als auf Weiblein stehen. Das ist einerseits faszinierend, andererseits zuweilen sehr verwirrend, und das auch für einige Schwule, die insbesondere bei Männern deren Bisexualität einfach nicht akzeptieren können, und kolportieren, diese seien lediglich noch nicht so weit, sich vollständig zu outen, seien also nicht mehr als verhuschte „Klemmschwestern“.

Doch warum überhaupt dieses Thema? Nun, gestern fand der „Celebrate Bisexuality Day“ statt, ein Tag dazu gedacht, der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu bringen, dass es eben jene Menschen gibt, die beides können:

„Ever since the Stonewall rebellion, the gay and lesbian community has grown in strength and visibility. The bisexual community also has grown in strength but in many ways we are still invisible. I too have been conditioned by society to automatically label a couple walking hand in hand as either straight or gay, depending upon the perceived gender of each person.“

Soweit Gigi Raven Wilbur, einer der Begründer des „Bisexuality Day“. Es ist durchaus interessant, die Sachlage einmal durch andere Augen zu sehen.

Denn wie gestaltet sich eigentlich das Leben der Bis? Wie kommen sie mit den Heteros und uns Homos klar? Nun könnte man annehmen, der Grad an Diskriminierung durch die heterosexuellen Genossen, wäre geringer, weil Bisexuelle eben immer auf das „richtige“ Geschlecht ausweichen können. Ich vermute allerdings das Gegenteil, denn höchstwahrscheinlich ist der Druck sowohl von hetero- als auch homosexueller Seite, sich dem „richtigen“ Geschlecht zuzuwenden, nicht selten enorm. Viele Schwule dürften die Verlautbarungen anderer Menschen  kennen, dass Homosexualität nur so eine Phase sei, und dass die richtige Frau schon noch kommen wird. Doch während Schwule die „Sicherheit“ besitzen, mit Frauen eben nicht zu können, und somit die „Garantie“ haben, die heteronormative Denke ansatzweise in ihre Schranken zu weisen, gilt das für männliche Bis ja gerade nicht. Denn sie können ja wirklich mit Frauen. Ergo muss der Druck auf Bisexuelle, durch „Freunde“, Familie, Verwandte, sich endlich in das „richtige“ Geschlecht zu verlieben, nicht selten ziemlich groß sein.

Und was ist mit Schwulen? Abgesehen von der bereits oben angerissenen Verweigerungshaltung einiger Homos, die sexuelle Orientierung der Bis überhaupt in ihrer Existenz anzuerkennen, kommt eine durchaus subjektive „Problematik“ hinzu: Nehmen wir mal an, man führt als Mann eine Beziehung mit einem Mann, der auch auf Frauen steht. Was mir durch den Kopf gehen würde ist erst einmal, dass die Möglichkeit für diesen Mann, eine Affäre außerhalb unserer Beziehung zu beginnen, um das Doppelte ansteigt, da ja auch Frauen in Betracht kommen. Und wie soll man bitte schön als Mann mit einer Frau konkurrieren? Und kann ein Schwuler einem Bi überhaupt alles geben was er braucht?

Das sind also die Dinge, die mir beim Thema „Bisexualität“ durch den Kopf gehen. Ob sie relevant sind, richtig und wichtig, das weiß ich nicht. Aber man muss ja auch nicht alles wissen.

4 Antworten zu “Ein bisschen bi schadet nie…”

  1. Markus 24. September 2009 um 15:27 #

    In der Wikipedia schwirren ja nette Bildchen umher. 🙂 Hätte ich nicht gedacht …

  2. Adrian 24. September 2009 um 15:35 #

    Oh ja, kennst Du das?

  3. Markus 24. September 2009 um 16:02 #

    Jetzt schon. 😉 Mal gucken, wie lange es noch drin bleibt. ^^

  4. Thommen 25. September 2009 um 16:13 #

    Den Bisexuellen ist das heterosexuelle Hemd wohl näher als die schwule Unterhose! 😉

    Warum wohl verstecken sich die Bisexuellen mit ihrem Tag – wenn es denn doch so viele von ihnen gibt? Die Frauen würden ihnen wohl davonlaufen… Die Frau geht ihnen über alles, die Männer sollen schauen, wo sie bleiben.

    Ich habe es noch nie erlebt, dass sich Bisexuelle für Schwule eingesetzt hätten. Die treiben sich lieber im Internet oder in den Saunen herum und klönen in ihren Blogs über die Intoleranz von Schwulen… Meine Eindrücke lest Ihr auf meinem Blog!

    Wir sind das Beigemüse, wenn sie bereits eine glückliche Frau und Familie haben. Mehr nicht.

    Das war jetzt über die Männer. Bei bi Frauen ist alles wieder etwas anders.

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