Ganz ganz unten

2 Okt

Graham Norton, britischer TV-Moderator, soll sich diskriminierend gegenüber Lesben geäußert haben. Was genau er gesagt haben soll, wird allerdings nicht überliefert. Dafür erhalten wir gleich zwei Einblicke in die Abgründe der Logik. Zum einen erwartet man von einem Schwulen offenbar keine abwertenden Äußerungen gegenüber Lesben. Warum eigentlich?

Das lustige an der Sache: Norton ist selber homosexuell und versteht die ganze Aufregung nicht.

Zum anderen zeigte sich Norton in seiner „Verteidigung“ als recht kreativ, was die Bedeutung des Wörtchens „ganz“ angeht:

Wenn du innerhalb der Hackordnung ganz unten stehst, suchst du jemanden, der noch weiter unten steht als du.

Wie jetzt? Noch weiter unten als ganz unten? Seit wann stehen Schwule überhaupt „ganz unten“? Seit wann Lesben noch darunter? Und wer kommt weiter unten als unter ganz unten?

5 Antworten zu “Ganz ganz unten”

  1. blogterium 2. Oktober 2009 um 21:39 #

    Nicht nur überliefert, sondern auch sehr witzig: http://kimbeaver.blogspot.com/2009/09/gay-tv-presenter-graham-norton-given.html

  2. Kim 2. Oktober 2009 um 22:33 #

    Hier wird ganz offensichtlich davon ausgegangen, dass Lesben einen niedrigeren Stellenwert haben als Schwule, weil sie – tadaaa – Frauen sind. Macht aus feministischer Sicht auch in vielen Bereichen Sinn.

    Die Sache mit Norton ist aber a bissl aufgeblasen worden. Er hat auf eine Zeichnung einer (nicht femininen) Frau mit kurzen Haaren gezeigt (Skizze für einen Overall) und meinte, sie sähe aus wie ne typische Lesbe. Manche Teile der Szene sind halt pc und verwehren sich gegen solche Stereotypen, da ja aber auch woher kommen.

  3. Georg Bruckner 3. Oktober 2009 um 10:05 #

    Daß sich Schwule und Lesben – von gemeinsamen emanzipatorischen Interessen abgesehen – nicht sonderlich sympathisch und im besten Fall gleichgültig sind, ist nun wirklich nichts Neues.

  4. Damien 3. Oktober 2009 um 11:56 #

    Meine Sympathie bildet sich unabhängig von der sexuellen Orientierung. Wenn das bei Schwulen üblicherweise anders ist (was ich nicht glaube), wäre mir das nicht sympathisch.

  5. Carsten 4. Oktober 2009 um 01:08 #

    Emanzipatorische Allianzen? Vergesst es! Feministinnen sind oft homophob. Der Imperativ der Gesellschaft laute angebl. „Du sollst Männer lieben!“ und Homos erfüllten dies im Übersoll. Hab ich mal i-wo gelesen.

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