Ein schwuler Feiertag für alle!

15 Okt

Die Integration der islamischen Religion in den Mainstream der Gesellschaft ist eine äußerst diffizile Angelegenheit. An Vorschlägen, Tipps und Tricks wie die westlichen Länder dazu gebracht werden können, die Religion des Friedens besser verstehen zu lernen und ihr den gebürenden Respekt zu erweisen, mangelt es nun wirklich nicht. Hans-Christian Ströbele – allseits bekannter linksgrüner Grantelkopf und heldenhafter Kämpfer gegen den Einzug der westlichen Moderne in Kreuzberg – wärmt nun eine seiner Lieblingsideen wieder auf: ein islamischer Feiertag muss her.

„Ein gesetzlicher Feiertag wäre ein gutes Zeichen, dass wir den Islam als Weltreligion ernst nehmen“, sagte Ströbele der „Passauer Neuen Presse“ zufolge.

An sich ist das ja eine gute Idee. Die Frage ist bloß: Warum lediglich der Islam? Gibt es, neben Christentum und Islam, nicht noch eine andere Weltreligion, die man ernst nehmen müsste? Wie wäre es also mit einem jüdischen Feiertag? Und wieso eigentlich nur Feiertage für sogenannte „Weltreligionen“? Ist nicht allein schon dieses Wort diskriminierend für alle anderen Glaubensgemeinschaften? Was ist mit den Buddhisten? Den Shintoisten? Den Jainisten? Den Scientologen?

Und überhaupt: Wenn es um die Anerkennung von Menschen geht, die sich in einer Minderheitenposition befinden, warum dann bei Religionen halt machen? Das fragt sich auch Burkhard Müller-Ulrich bei der „Achse des Guten“:

Bloß was ist mit all den anderen um Gleichstellung und gesellschaftliche Anerkennung ringenden Gruppen? Werden sie sich nicht erst dann hierzulande zuhause fühlen können, wenn sie alle ihren Festplatz im Kalender haben – die Roma und Sinti, die Schwulen und Lesben, die Farbigen und die Behinderten?

Zumindest was die Schwulen angeht, erweisen sich die USA mal wieder als Wegbereiter. So hat Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger gerade eben erst ein Gesetz unterzeichnet, um im „Golden State“ den 22. Mai zum Gedenktag für Harvey Milk zu machen. In Deutschland wäre das natürlich nicht machbar. Denn erstens hatten wir keinen Harvey Milk und zweitens steigen hierzulande die Bemühungen um Anerkennung einer gesellschaftlichen Gruppe proportional zum Grad des Konfliktpotenzials durch diese Gruppe.

Im Klartext heißt das: Wenn Schwule sich aus ihrer Homosexualität einen religiösen Fundamentalismus basteln; wenn es einen schwulen Karikaturenstreit gibt; wenn Schwule aus ihrer Sexualität eine Frage der Ehre machen; dann, erst dann, wird es von Ströbele Vorschläge geben, einen schwulen Feiertag zu etablieren. Dumm für uns.

3 Antworten zu “Ein schwuler Feiertag für alle!”

  1. Thommen 15. Oktober 2009 um 18:47 #

    Ich würde alles nicht so ernst nehmen! Ein Feiertag muss ja immerhin bezahlt werden! Von der Wirtschaft…

    • Adrian 15. Oktober 2009 um 18:57 #

      Und was willst Du jetzt damit sagen?

  2. drehrumbum 15. Oktober 2009 um 22:18 #

    ..dass wir den Islam als Weltreligion ernst nehmen..

    Wenn wir den Islam als Weltreligion endlich ernst nehmen würden, müssten wir einen Gedenktag, ich schlage den 11. September vor, einführen!

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