Merci, Monsieur Martin!

20 Okt

Das ist wahre Debattenkultur! Marko Martin, antwortet Philipp Gut:

Tatsache ist, dass es ein Minderheiten-Business gibt, das autoritär im Namen seiner Klientel spricht und mit der Mehrheitsgesellschaft nur verbunden scheint, um diese als scheindemokratisch, pseudo-liberal etc. anzuklagen und auf diesem Weg moralistisch einzuschüchtern. (Was übrigens gar nicht gelingen könnte, wären „die“ Heterosexuellen tatsächlich solch ein monolithisch-hartleibiger Block, wie mitunter von schwulen Verbandsfunktionären behauptet wird.)

Allerdings ist dies nur die eine Seite der Medaille. Dass Schwule darauf insistieren, als Soldaten, Feuerwehrmänner und Lehrer nicht nur tätig, sondern auch sichtbar zu sein, hat eben nicht mit der „Penetrierung des öffentlichen Lebens mit der Homosexualität“ zu tun. Im Gegenteil: Es geht hier um das schöne, wertvolle Gut der Bürgerteilhabe.

Es geht um das Engagement innerhalb unserer offenen Gesellschaft – jenseits von Opfer-Rhetorik, jenseits aber auch der heuchlerischen, im Grunde homophoben Forderung, jeder möge nach seiner Fasson glücklich werden, solange er „private Vorlieben“ nur nicht öffentlich mache.

Doch bitte: Weshalb darf ein mit Frau und Kindern posierender Ehemann das Inbild von gesellschaftlicher Stabilität darstellen, während ein Schwuler, der sich mit seinem Lebenspartner zeigt oder (ebenso wie ein hoher Prozentsatz von Heteros) mit seiner „Single-Freiheit“ kokettiert, angeblich eine Gefahr für das Gemeinwesen darstellt?

Den ursprünglichen Text von Philipp Gut gibt es hier, die für Deutschland verfasste Version hier, und meine Kritik am Ursprungstext hier.

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3 Antworten to “Merci, Monsieur Martin!”

  1. Thommen 22. Oktober 2009 um 15:12 #

    Wieso kommt keiner auf den Gedanken, die überflüssigen und schrillen öffentlichen Veranstaltungen von Heteros zu kritisieren? zB Weihnachten, Hochzeiten in weiss, Taufen, Kirchweih, Carneval etc.!

    • Adrian 22. Oktober 2009 um 15:27 #

      Und seid wann sind Weihnachten, Taufen, Kirchweih, Karneval und, ja, auch Hochzeiten in Weiß, etwas spezifisch heterosexuelles?

  2. Sergej 24. Oktober 2009 um 23:04 #

    Sehr gut ist auch was Niggemeier schreibt:

    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-schwulen-sollen-wieder-verschwinden/

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