Outing auf grünem Rasen

23 Okt

„Homosexualität ist die Basis jeglichen Wissens.“

Nun ja, der Spruch ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber seitdem ich mich blogmäßig mit den Thema beschäftige, stoße ich auf Dinge, die ich vorher nicht kannte, die mir fremd waren und von denen ich bislang nicht wusste, dass es diese überhaupt gibt. Wisst Ihr, liebe Leser, z.B., was „Hurling“ ist? Nun, eine ziemlich aktionsfreudige Sportart, ein bisschen wie Fußball, nur eben mit mehr Action.

Gemeinhin wird diese Sportart mit „echten Männern“ in Verbindung gebracht, also mit solchen Prachtexemplaren, die literweise Bier aus Eimern saufen, sich höchstens einmal die Woche waschen und im Stehen pinkeln, natürlich ohne hinterher die Klobrille sauber zu machen. Rein vom Vorurteil her, sind Schwule in diesem Sport also undenkbar.

Doch wie das Leben so spielt; die Realität hält sich nicht an Vorurteile:

Die irische Nationalsportart Hurling ist fürwahr nichts für zarte Gemüter: Da wird mit Schlägern geschlagen, Gegner werden umgerannt, und wenn Sanitäter aufs Spielfeld gerufen werden, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel nur bei gravierenden Verletzungen. Mitbringsel solch ruppiger Sportarten ist eine Macho-Kultur unter den Spielern. Das gilt für American-Football, Rugby und eben auch Hurling. Homosexualität ist tabu, im katholischen Irland noch mehr als anderswo. Umso grössere Wellen wirft deshalb das Outing eines Hurling-Spielers. Donal Og Cusack, 32, wagte nun diesen Schritt.

Cusack hat sich zu diesem Schritt entschlossen, weil in feinster Schnüffel-Manier, um genau diesen Aspekt seins Privatlebens getratscht wurde. Man hat ihn nicht etwa direkt gefragt, nein, man musste diese Spekulationen natürlich hinter vorgehaltener Hand tätigen, ganz so, als wäre Homosexualität etwas Unanständiges:

Bereits 2006 begann das Gerüchtemeer höhere Wellen zu schlagen. Der Ire sah sich gezwungen, eine Südafrika-Tour mit seiner Mannschaft abzubrechen, um seine Familie zu informieren, weil er befürchtete, die Medien würden das Thema schon bald aufgreifen: «Mein Vater ist 63 Jahre alt. Er ist Kranführer. Baustellen können ein raues Umfeld sein, er hätte so was nicht gebraucht. In jeder Falte seines Gesichtes widerspiegelte sich seine Verwirrung», sagte Cusack gegenüber dem «Independent».

Positiv am Outing Cusacks ist die überwältigende Zahl positiver bzw. neutraler Kommentare, welche die wenigen negativen Reaktionen in den Hintergrund treten lassen. Doch vollkommen aus der Welt schaffen, wird man diese wohl nicht. Denn Hurling gehört als Machosportart nun mal zu den Aktivitäten, die eine bestimmte Schicht von Menschen geradezu magisch anzieht, solchen nämlich, die man gemeinhin auch bei jedem Fußballspiel erleben darf.

2 Antworten zu “Outing auf grünem Rasen”

  1. Georg Bruckner 24. Oktober 2009 um 09:37 #

    Sofern man „macho“ nicht als sexuell auf Frauen ausgerichtet definiert, ist der Begriff doch problemlos auch auf schwule Männer anwendbar.

  2. Adrian 24. Oktober 2009 um 15:24 #

    Ich stehe eigentlich nicht auf schwule Machos. Höchstens mal so eine Stunde lang 😉

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